Ein Landwirt rettet Rehkitz das Leben.
Bauer Jürgens ist ein anständiger und netter Mensch. Aber
leider vor ein paar Jahren hat er beim Kornmähen ein kleines Reh überfahren.
Seitdem hat er immer etwas Angst, wenn er seine Kornfelder abmäht. Es tat ihm
damals und auch noch heute weh, wenn er an den Unfall mit dem Reh zurückdenkt.
Ja er machte sich immer noch Vorwürfe deswegen. Aber er konnte gar nichts dazu.
Er konnte das Reh ja nicht sehen.
Auch dieses Jahr, als die Zeit gekommen war sein Kornfeld zu
mähen, fuhr er mit seinem Mähdrescher zu seinem Acker. Aber er hatte wieder so
ein mulmiges Gefühl im Bauch, wie jedes Jahr. Als er anfing zu mähen guckte er
über das gesamte Kornfeld, ob er irgendetwas sehen konnte, aber es schien alles
ruhig zu sein. Er mähte schon eine ganze Zeit, als plötzlich ein Reh aus dem
hohen Korn davon sprang. Fast genau an der Stelle, wo der Rehunfall vor ein
paar Jahren passiert ist. Sofort hielt er den Mähdrescher an, stellte den Motor
aus und stieg von dem Fahrzeug hinunter. Er schaute vor dem Mähdrescher in das
Kornfeld und sah ein kleines Rehkitz vor seinem Drescher liegen. Aber dieses Mal
hatte er Glück. Das Rehkitz lebte. Er hatte genau richtig reagiert und vor Allem
früh genug. Er ging vorsichtig zu dem Reh und sah dass es eine Wunde am Bein
hatte. Es war verletzt. Schnell brachte er es zum Tierarzt. Er ließ seinen
Mähdrescher dort im Feld stehen und rief seine Frau über Handy an. Die holte
ihren Mann vom Feld mit dem Wagen ab. Das Reh legten sie vorsichtig in das Auto
und fuhren auf direktem Wege zum Tierarzt. Eine halbe Stunde warteten sie im
Wartezimmer und dann lachten beide als das Reh zwar noch humpelte, aber mit
einer Schiene am Bein in das Wartezimmer ging. Der Landwirt und auch seine Frau
waren überglücklich, dass dem Rehkitz sonst nichts weiter passiert war. Und der
Arzt sagte: „In ein paar Tagen ist es wieder ganz in Ordnung“.
Dem Bauer fiel ein Stein vom Herzen und am nächsten Tag
stand er sogar in der Zeitung mit der Überschrift: „Ein Landwirt rettet Rehkitz
beim Kornfeldmähen das Leben.“ Und seine Frau war mächtig stolz auf ihren Mann
und das zu Recht.
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