Die Bergwanderung
Vater Alois Berg und sein Sohn Winald möchten eine
Bergwanderung machen. Es soll hoch hinaus gehen, denn sie wollen bis zu einer Berghütte wandern.
Der Weg ist weit und es dauert um die zwei Stunden bis sie die Hütte erreichen.
Vater Alois ist nicht mehr der Jüngste, aber mit seinen 80 Jahren fühlt er sich
noch stark genug um den Berg hinauf zu wandern. Sohn Winald mit seinen 45
Jahren ist kerngesund und kräftig und er hat noch sehr viel Elan. Er wird schon
auf seinen Vater aufpassen.
Die beiden schnürten sich jeweils einen Rucksack und ab ging
die Post. Aber sie gingen nicht so schnell, weil der Alois nicht mehr so
schnell gehen konnte. Sie hatten aber auch viel Zeit. Die Mama Berg und die
Frau vom Winald blieben im Tal zurück. Mama Berg war nicht so begeistert, dass
ihr Mann in dem Alter noch eine Bergtour machte, aber Winald würde schon auf
seinen Vater aufpassen, dachte sich Mama Berg. Und ihre Schwiegertochter sagte:
" Winald ist doch dabei. Es wird schon nichts passieren."
Als Alois und Winald auf halber Strecke nach oben waren,
machten sie eine kleine Pause. Sie schnallten sich die Rucksäcke von dem Rücken und setzten sich auf einen
großen Stein, der dort am Wegesrand war. Sie aßen ihre Brote und tranken einen
warmen Tee, den sie sich in einer Thermoskanne mitgenommen hatten. Sie machten
eine sehr lange Pause. Aber schließlich wollten sie doch wieder weiter und als
die beiden aufstanden schrie Winald laut auf. " Mein Rücken." "
Was ist denn Winald?" " Ich komme nicht mehr ganz hoch mit meinem
Oberkörper, ich habe einen kleinen Hexenschuss glaube ich. Ich habe starke
Schmerzen. Ich muss mich erst einmal wieder hinsetzen." Winald setzte sich
langsam wieder auf den Stein. " Was machen wir denn jetzt?" fragte Alois
verzweifelt. "Am Besten wir gehen wieder zurück, Papa. " "Aber
wie willst du denn gehen, ich sehe doch dass du Schmerzen hast. Es wird das
beste sein, wenn ich alleine zurück gehe und Hilfe hole." " Ach es
geht schon gleich wieder, Papa." Winald stand auf und wollte ein paar
Schritte gehen. Aber als er sich gerade machen wollte schrie er nochmals auf
und setzte sich wieder hin." Da siehst du Winald du kannst nicht mehr
gehen. Du hast keinen kleinen sondern einen richtigen Hexenschuss." Winald
musste einsehen, dass er nicht mehr vor und nicht zurück kam. Es blieb ihm
nichts anderes übrig, als auf diesen Stein wo er saß zu bleiben. Aber er hatte
auch große Angst, dass sein Vater nicht alleine zurecht kam. " Ich gehe
zurück ins Dorf und melde mich bei der Bergwacht und ich werde auch gleich
dabei sagen, dass du einen Hexenschuss hast und dich nicht mehr bewegen kannst.
2
" Okay, Vater.
Hol Hilfe aber gehe vorsichtig den Berg hinunter." Alois ließ seinen
Rucksack bei Winald liegen. " Wenn du Hunger kriegst, da sind Brote in
meinem Rucksack. Ich hole so schnell es geht Hilfe, Winald. Harre aus.,"
sagte er und ging zurück ins Tal. Winald hatte große Schmerzen, er wollte sich
hinlegen aber er konnte nicht. Er konnte seinen Rücken einfach nicht gerade
machen. So blieb er dort sitzen und musste warten dass ein Doktor und die
Bergwacht ihn in das Tal trugen würden.
Alois legte ein ganz schönes Tempo vor, so dass er
zwischendurch auch mal stehen bleiben musste, weil er keine Puste mehr hatte.
Schließlich war er ja schon 80 Jahre alt. Aber er kam gut und schnell voran.
Eine Stunde später war er im Tal und im Dorf angekommen. Seine Frau und seine
Schwiegertochter sahen ihn allein, wie er durch das Dorf ging und zu dem Haus
der Bergwacht eilte. " Da ist etwas passiert," sagte Mama Berg.
" "Und wo ist Winald? fragte die Schwiegertochter. Sofort liefen die
beiden aus dem Haus und eilten ebenfalls zur Bergwacht hin. Dort redeten sie
auf Alois ein. " Jetzt beruhigt euch erst einmal," sagte Alois.
Winald hat einen Hexenschuss unterwegs bekommen und sitzt nun auf halber Strecke
auf einem Stein. Dort wartet er auf den Arzt und die Bergwacht. Ich habe schon
alles veranlasst. Die Bergwacht geht sofort mit dem Arzt dort hinauf auf den
Berg und dann wird Winald bald wieder zu Hause sein. " Die beiden Frauen
waren einigermaßen beruhigt, dass nicht mehr passiert ist.
Die Bergwacht ging zusammen mit einem Arzt zu der Stelle,
die Alois ihnen beschrieben hat. Auch sie konnten nur zu Fuß dort hingelangen.
Aber es dauerte nicht so lange, da kamen sie an der Stelle an, wo Winald noch
immer saß. Sofort gaben die Bergleute ihm heißen Tee zu trinken und der Arzt
erkundigte sich nach den Schmerzen. Nachdem Winald ihm sagte, dass er große
Schmerzen habe und nach einem Aufstehversuch der Arzt sich ein Bild gemacht
hatte, stand für den Arzt die Diagnose fest. Es war ein richtig starker
Hexenschuss. Der Arzt gab Winald sofort eine Spritze, damit die Schmerzen
weniger wurden, aber gehen war völlig ausgeschlossen. Die Bergwacht legte
Winald vorsichtig auf eine Trage und dann gingen sie mit ihm langsam wieder ins Tal zurück.
Als sie im Dorf ankamen liefen Alois, seine Frau und seine Mutter gleich zu
Winald und erkundigten sich nach seinem Befinden. " Gott sei Dank,
Winald," sagte seine Frau. "Geht es einigermaßen?" " Es
geht schon besser. Die Spritze vom Doktor hat mir die Schmerzen erträglicher
gemacht." Sie brachten Winald nicht ins Krankenhaus sondern nach Hause. Dort legte er sich sofort ins
Bett mund kurierte seinen Hexenschuss aus.
3
Der Arzt kam jeden
Tag vorbei und schaute nach Winald. Und eine Woche später konnte er sich wieder
richtig bewegen. Als erstes ging er zu seinem Vater und nahm ihn in den Arm.
" Papa was du für mich getan hast, das werde ich nicht vergessen."
" Ach ist schon gut, " sagte Alois. " Ich bin so froh, dass es
dir wieder besser geht. Aber eine Bergtour machen wir beide wohl nicht so
schnell wieder, oder Winald." Ja, das glaube ich auch. Aber ich wollte
Dich und unsere Frauen zum Essen einladen." Das können wir gerne machen,
aber nicht auf einer Berghütte, Winald." Vater und Sohn mussten laut
lachen. " Das auf keinen Fall, Papa.
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