Montag, 23. März 2020

Die Bergwanderung









Die Bergwanderung


Vater Alois Berg und sein Sohn Winald möchten eine Bergwanderung machen. Es soll hoch hinaus gehen, denn  sie wollen bis zu einer Berghütte wandern. Der Weg ist weit und es dauert um die zwei Stunden bis sie die Hütte erreichen. Vater Alois ist nicht mehr der Jüngste, aber mit seinen 80 Jahren fühlt er sich noch stark genug um den Berg hinauf zu wandern. Sohn Winald mit seinen 45 Jahren ist kerngesund und kräftig und er hat noch sehr viel Elan. Er wird schon auf seinen Vater aufpassen.
Die beiden schnürten sich jeweils einen Rucksack und ab ging die Post. Aber sie gingen nicht so schnell, weil der Alois nicht mehr so schnell gehen konnte. Sie hatten aber auch viel Zeit. Die Mama Berg und die Frau vom Winald blieben im Tal zurück. Mama Berg war nicht so begeistert, dass ihr Mann in dem Alter noch eine Bergtour machte, aber Winald würde schon auf seinen Vater aufpassen, dachte sich Mama Berg. Und ihre Schwiegertochter sagte: " Winald ist doch dabei. Es wird schon nichts passieren."
Als Alois und Winald auf halber Strecke nach oben waren, machten sie eine kleine Pause. Sie schnallten sich die Rucksäcke  von dem Rücken und setzten sich auf einen großen Stein, der dort am Wegesrand war. Sie aßen ihre Brote und tranken einen warmen Tee, den sie sich in einer Thermoskanne mitgenommen hatten. Sie machten eine sehr lange Pause. Aber schließlich wollten sie doch wieder weiter und als die beiden aufstanden schrie Winald laut auf. " Mein Rücken." " Was ist denn Winald?" " Ich komme nicht mehr ganz hoch mit meinem Oberkörper, ich habe einen kleinen Hexenschuss glaube ich. Ich habe starke Schmerzen. Ich muss mich erst einmal wieder hinsetzen." Winald setzte sich langsam wieder auf den Stein. " Was machen wir denn jetzt?" fragte Alois verzweifelt. "Am Besten wir gehen wieder zurück, Papa. " "Aber wie willst du denn gehen, ich sehe doch dass du Schmerzen hast. Es wird das beste sein, wenn ich alleine zurück gehe und Hilfe hole." " Ach es geht schon gleich wieder, Papa." Winald stand auf und wollte ein paar Schritte gehen. Aber als er sich gerade machen wollte schrie er nochmals auf und setzte sich wieder hin." Da siehst du Winald du kannst nicht mehr gehen. Du hast keinen kleinen sondern einen richtigen Hexenschuss." Winald musste einsehen, dass er nicht mehr vor und nicht zurück kam. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als auf diesen Stein wo er saß zu bleiben. Aber er hatte auch große Angst, dass sein Vater nicht alleine zurecht kam. " Ich gehe zurück ins Dorf und melde mich bei der Bergwacht und ich werde auch gleich dabei sagen, dass du einen Hexenschuss hast und dich nicht mehr bewegen kannst.

















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 " Okay, Vater. Hol Hilfe aber gehe vorsichtig den Berg hinunter." Alois ließ seinen Rucksack bei Winald liegen. " Wenn du Hunger kriegst, da sind Brote in meinem Rucksack. Ich hole so schnell es geht Hilfe, Winald. Harre aus.," sagte er und ging zurück ins Tal. Winald hatte große Schmerzen, er wollte sich hinlegen aber er konnte nicht. Er konnte seinen Rücken einfach nicht gerade machen. So blieb er dort sitzen und musste warten dass ein Doktor und die Bergwacht ihn in das Tal trugen würden.
Alois legte ein ganz schönes Tempo vor, so dass er zwischendurch auch mal stehen bleiben musste, weil er keine Puste mehr hatte. Schließlich war er ja schon 80 Jahre alt. Aber er kam gut und schnell voran. Eine Stunde später war er im Tal und im Dorf angekommen. Seine Frau und seine Schwiegertochter sahen ihn allein, wie er durch das Dorf ging und zu dem Haus der Bergwacht eilte. " Da ist etwas passiert," sagte Mama Berg. " "Und wo ist Winald? fragte die Schwiegertochter. Sofort liefen die beiden aus dem Haus und eilten ebenfalls zur Bergwacht hin. Dort redeten sie auf Alois ein. " Jetzt beruhigt euch erst einmal," sagte Alois. Winald hat einen Hexenschuss unterwegs bekommen und sitzt nun auf halber Strecke auf einem Stein. Dort wartet er auf den Arzt und die Bergwacht. Ich habe schon alles veranlasst. Die Bergwacht geht sofort mit dem Arzt dort hinauf auf den Berg und dann wird Winald bald wieder zu Hause sein. " Die beiden Frauen waren einigermaßen beruhigt, dass nicht mehr passiert ist.
Die Bergwacht ging zusammen mit einem Arzt zu der Stelle, die Alois ihnen beschrieben hat. Auch sie konnten nur zu Fuß dort hingelangen. Aber es dauerte nicht so lange, da kamen sie an der Stelle an, wo Winald noch immer saß. Sofort gaben die Bergleute ihm heißen Tee zu trinken und der Arzt erkundigte sich nach den Schmerzen. Nachdem Winald ihm sagte, dass er große Schmerzen habe und nach einem Aufstehversuch der Arzt sich ein Bild gemacht hatte, stand für den Arzt die Diagnose fest. Es war ein richtig starker Hexenschuss. Der Arzt gab Winald sofort eine Spritze, damit die Schmerzen weniger wurden, aber gehen war völlig ausgeschlossen. Die Bergwacht legte Winald vorsichtig auf eine Trage und dann gingen  sie mit ihm langsam wieder ins Tal zurück. Als sie im Dorf ankamen liefen Alois, seine Frau und seine Mutter gleich zu Winald und erkundigten sich nach seinem Befinden. " Gott sei Dank, Winald," sagte seine Frau. "Geht es einigermaßen?" " Es geht schon besser. Die Spritze vom Doktor hat mir die Schmerzen erträglicher gemacht." Sie brachten Winald nicht ins Krankenhaus sondern  nach Hause. Dort legte er sich sofort ins Bett mund kurierte seinen Hexenschuss aus.

















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 Der Arzt kam jeden Tag vorbei und schaute nach Winald. Und eine Woche später konnte er sich wieder richtig bewegen. Als erstes ging er zu seinem Vater und nahm ihn in den Arm. " Papa was du für mich getan hast, das werde ich nicht vergessen." " Ach ist schon gut, " sagte Alois. " Ich bin so froh, dass es dir wieder besser geht. Aber eine Bergtour machen wir beide wohl nicht so schnell wieder, oder Winald." Ja, das glaube ich auch. Aber ich wollte Dich und unsere Frauen zum Essen einladen." Das können wir gerne machen, aber nicht auf einer Berghütte, Winald." Vater und Sohn mussten laut lachen. " Das auf keinen Fall, Papa.

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