Montag, 23. März 2020

Der Geschichtenerzähler







  Der Geschichtenerzähler

Thomas kaufte sich ein Buch. Der Titel des Buches war „ Meine eigenen Geschichten“. Als er zu Hause war und das Buch öffnete fand er nur leere Seiten. Was ist denn das, fragte er sich selber. Das ist ja komisch. Die müssen sich vertan haben. So ging er noch einmal zu dem Buchladen, wo er das Buch gekauft hatte um sich zu beschweren. Aber der Buchhändler sagte nur, das ist kein normales Buch. Nur mit ihren eigenen Gedanken können sie das Buch mit Buchstaben füllen. Deswegen heißt das Buch ja auch „ Meine eigenen Geschichten.“ „Dann lassen sie sich mal was einfallen. Regen sie ihre Phantasie an.“ Thomas ging mit dem Buch wieder nach Hause. Er überlegte eine ganze Zeit lang, aber ihm wollte nichts einfallen. Aber je länger er vor dem Buch saß und sich die leeren Seiten anschaute, fingen seine Gedanken plötzlich an und formulierten Sätze. Und siehe da. Immer wenn er sich eine Geschichte  überlegte, dann erschienen plötzlich seine Gedanken auf den Seiten des Buches. Ohne Hilfsmittel standen da plötzlich Wörter und Sätze in diesem Buch. Er konnte es genau sehen. Seine eigenen Geschichten entstanden in diesem Buch. Als er das Buch bis auf die letzte Seite erdacht hatte, wollte er es seinem Freund zeigen, aber der konnte nichts weiter sehen als leere Seiten. Thomas aber las ihm aus dem Buch vor. Der Freund war begeistert was für schöne Geschichten Thomas ihm erzählte. Aber nur Thomas konnte in diesem Buch lesen. Für seinen Freund waren die Seiten dieses Buches leer. Und der Freund fragte. „ Hast du noch so ein Buch? Ich möchte noch mehr Geschichten von dir hören.“ Thomas ging erneut in den Buchladen und kaufte sich gleich zwei solche Bücher. Er ging wieder nach Hause und dachte sich Geschichten aus und als die beiden Bücher voll waren las er sie wieder seinem Freund vor. Aber das Geschriebene konnte sein Freund wieder nicht lesen. Und wieder war der Freund so angetan das er noch mehr dieser Geschichten hören wollte. Thomas ging abermals zu dem Buchladen, aber der war plötzlich nicht mehr da. Wie vom Erdboden verschluckt.
Er ging traurig wieder nach Hause. Als er zu Hause ankam legte er sich müde und enttäuscht ins Bett. Und er schlief sofort ein. Am nächsten Morgen wurde er wach mit einem Buch in der Hand, was den Titel „ Meine eigenen Geschichten“ hatte. Er muss letzte Nacht damit eingeschlafen sein. Und als er ein Stück las in diesem Buch da war diese Geschichte, die er geträumt haben musste, schwarz auf weiß in diesem Buch niedergeschrieben. Er stand auf, rieb sich die Augen und sagte: „Was für ein schöner Traum. Ein Buch geschrieben Wort für Wort mit meinen eigenen Gedanken.“ Und er las von nun an nur noch selbst erdachte Bücher. Seine eigenen Gedanken und Geschichten, die kein anderer Mensch lesen kann. Nur er selber.

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