Die Festrede
Olaf Leipold ist schon lange auf der Suche nach einer Arbeit
für ihn. Er würde so gerne wieder arbeiten gehen. Früher hat er in einer Firma
am Band gearbeitet bis er kurz vor seinem 50. Geburtstag von seinem
langjährigen Arbeitgeber eine Kündigung erhalten hat Er war eine so genannte
ungelernte Kraft und die trifft es meistens als erstes, wenn die Firma nicht
mehr so viele Aufträge erhält wie früher, so die Begründung des Arbeitgebers.
Nichts desto trotz wollte er seinen 50. Geburtstag mit seiner Familie und
seinen Freunden ordentlich feiern. Er hatte ja schließlich, um seinen 50.
Geburtstag feiern zu können, schon etwas Geld beiseite gelegt.
Und um das Fest so richtig feierlich geniessen zu können, fand er, durfte eine
Festrede nicht fehlen. So setzte er sich zu Hause an den Computer und schrieb
an seiner eigenen Festrede.
Und dabei merkte er, dass ihm das sehr viel Spaß machte. Und
so merkte er gar nicht, dass die Rede Mittlerweile schon zwei Seiten lang war
und ihm das auch gar nicht schwer fiel, so einen Text zu verfassen. Aber wenn
er daran dachte es vor so vielen Leuten vorzutragen, da wurde ihm ganz anders.
Er war nicht so der Mensch, der so im Vordergrund stehen konnte und wollte.
Aber er sagte sich, du wirst nur einmal 50 und meine Gäste würden sich bestimmt
über ein paar nette Worte freuen. Deshalb setzte er sich abends hin um den Text
für seine Festrede auswendig zu lernen. Aber vor lauter Nervosität tat er sich
schwer den zwei Seiten langen Text auswendig auf zu sagen. Und je näher der Tag
kam, desto unruhiger wurde er. Er konnte sich diese Worte einfach nicht merken.
Deshalb ging er zu seinem Bruder, um ihn zu fragen, ob er den Text nicht lernen
könnte und ihn dann für ihn vor der Festgesellschaft auf zu sagen. Der Bruder
las sich den Text durch und sagte: „ Hast du den alleine geschrieben, Olaf?“ „
Ja, warum, gefällt er dir nicht?“ „Ganz im Gegenteil, ich bin begeistert. Du
hast das so schön und humorvoll aufgeschrieben. Diesen Text lese ich gerne
vor:“ Olaf war erleichtert.
Auf dem 50. Geburtstag seines Bruders hielt Peter die
Festrede. Die ganzen Freunde und Verwandten hörten interessiert und vergnügt
zu. Und als Peter die Rede vorgetragen hatte gab es tosenden Applaus. Und Peter
sagte:“ Diese Rede habe nicht ich geschrieben, sondern mein Bruder Olaf. Die
Gäste waren begeistert. Unter den Gästen befand sich auch ein Veranstalter von
Festen und Partys. Und dieser Veranstalter kam auf eine super Idee. Während der
Geburtstagsfeier unterhielt sich der Veranstalter mit den beiden Brüdern und
machte ihnen einen Vorschlag. Sie sollten für ihn auf Partys die Festrede
halten. Er würde sich mit ihnen schon einig werden mit der Bezahlung Und dieses Trio hatte großen Erfolg in der
Zukunft.
Olaf schrieb die Festreden und sein Bruder Peter las sie
vor. Und die beiden machten das so gut,
dass Norbert, der Veranstalter, sie fest einstellte für seine Veranstaltungen.
Sie alle drei freuten sich über den Erfolg, und über diese
neue Geschäftsidee freute sich am meisten Olaf, der nun wieder eine Arbeit
hatte. Und bis er eines Tages in Rente ging, behielt er diesen Job, den er zufällig bekam, durch seine
Festrede an seinem 50. Geburtstag
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