Montag, 23. März 2020

Die Festrede










  Die Festrede

Olaf Leipold ist schon lange auf der Suche nach einer Arbeit für ihn. Er würde so gerne wieder arbeiten gehen. Früher hat er in einer Firma am Band gearbeitet bis er kurz vor seinem 50. Geburtstag von seinem langjährigen Arbeitgeber eine Kündigung erhalten hat Er war eine so genannte ungelernte Kraft und die trifft es meistens als erstes, wenn die Firma nicht mehr so viele Aufträge erhält wie früher, so die Begründung des Arbeitgebers. Nichts desto trotz wollte er seinen 50. Geburtstag mit seiner Familie und seinen Freunden ordentlich feiern. Er hatte ja schließlich, um seinen 50. Geburtstag feiern zu können, schon etwas Geld beiseite gelegt.
Und um das Fest so richtig feierlich  geniessen zu können, fand er, durfte eine Festrede nicht fehlen. So setzte er sich zu Hause an den Computer und schrieb an seiner eigenen Festrede.
Und dabei merkte er, dass ihm das sehr viel Spaß machte. Und so merkte er gar nicht, dass die Rede Mittlerweile schon zwei Seiten lang war und ihm das auch gar nicht schwer fiel, so einen Text zu verfassen. Aber wenn er daran dachte es vor so vielen Leuten vorzutragen, da wurde ihm ganz anders. Er war nicht so der Mensch, der so im Vordergrund stehen konnte und wollte. Aber er sagte sich, du wirst nur einmal 50 und meine Gäste würden sich bestimmt über ein paar nette Worte freuen. Deshalb setzte er sich abends hin um den Text für seine Festrede auswendig zu lernen. Aber vor lauter Nervosität tat er sich schwer den zwei Seiten langen Text auswendig auf zu sagen. Und je näher der Tag kam, desto unruhiger wurde er. Er konnte sich diese Worte einfach nicht merken. Deshalb ging er zu seinem Bruder, um ihn zu fragen, ob er den Text nicht lernen könnte und ihn dann für ihn vor der Festgesellschaft auf zu sagen. Der Bruder las sich den Text durch und sagte: „ Hast du den alleine geschrieben, Olaf?“ „ Ja, warum, gefällt er dir nicht?“ „Ganz im Gegenteil, ich bin begeistert. Du hast das so schön und humorvoll aufgeschrieben. Diesen Text lese ich gerne vor:“ Olaf war erleichtert.
Auf dem 50. Geburtstag seines Bruders hielt Peter die Festrede. Die ganzen Freunde und Verwandten hörten interessiert und vergnügt zu. Und als Peter die Rede vorgetragen hatte gab es tosenden Applaus. Und Peter sagte:“ Diese Rede habe nicht ich geschrieben, sondern mein Bruder Olaf. Die Gäste waren begeistert. Unter den Gästen befand sich auch ein Veranstalter von Festen und Partys. Und dieser Veranstalter kam auf eine super Idee. Während der Geburtstagsfeier unterhielt sich der Veranstalter mit den beiden Brüdern und machte ihnen einen Vorschlag. Sie sollten für ihn auf Partys die Festrede halten. Er würde sich mit ihnen schon einig werden mit der Bezahlung  Und dieses Trio hatte großen Erfolg in der Zukunft.
Olaf schrieb die Festreden und sein Bruder Peter las sie vor. Und die beiden  machten das so gut, dass Norbert, der Veranstalter, sie fest einstellte für seine Veranstaltungen.
Sie alle drei freuten sich über den Erfolg, und über diese neue Geschäftsidee freute sich am meisten Olaf, der nun wieder eine Arbeit hatte. Und bis er eines Tages in Rente ging, behielt er diesen  Job, den er zufällig bekam, durch seine Festrede an seinem 50. Geburtstag

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