Eine zweite Chance für Blacky
Klaus bekam zu seinem zwölften Geburtstag von seinen Eltern
einen Schäferhund geschenkt. Vier Wochen vorher waren sie in das Tierheim
gefahren und Klaus hat sich sofort in den 1 Jahr alten Schäferhund Blacky
verliebt. „Der Hund ist aber etwas schwierig, “ sagte der Tierheimleiter. „ Er
gehorcht nicht so gut. Aber wenn Ihr Sohn diesen Hund unbedingt haben will,
dann können sie ihn natürlich auch haben. Und wenn es überhaupt nicht klappt
mit Blacky, wenn Schwierigkeiten auftreten sollten, können sie ihn auch wieder
zurück bringen, “ sagte der Tierheimleiter. „Klaus, “ sagte der Vater, hast du
dir das auch richtig überlegt, willst du unbedingt diesen Hund haben?“ „ Ja, Vater
. Der soll es sein und kein Anderer“
Der Vater war von Anfang an etwas skeptisch gewesen was den
Hund betraf. Und tatsächlich in den ersten Tagen zeigte sich, dass der Hund
nicht gehorchen wollte. Er machte was er wollte. Er hörte nicht auf Klaus und erst
recht nicht auf Klaus sein Vater. Die Mutter von Klaus hielt sich erst einmal
raus. Klaus wie auch sein Vater konnten dem Hund „ Platz“ Oder „ Sitz“ nicht
beibringen. Der Hund lief durch die Wohnung wie ein geölter Blitz. Gott sei
Dank schlief er nachts, dann hatten sie wenigstens ein bisschen Ruhe. Aber so
vergingen zwei Wochen und der Hund besserte sich nicht. Man konnte ihn einfach
nicht erziehen, wie man wollte. Eines Tages, als die Mutter am Herd stand und
das Mittagessen zubereitete, passierte etwas fast Schlimmes. Klaus saß wie
immer auf seinem Stuhl und wartete, wie sein Vater auf das Essen, als plötzlich
mit lautem Schrei eine Katze am Küchenfenster vorbei lief. Sofort wollte Blacky
hinterherlaufen. Als der dann loslief hatte sich die Leine am Stuhl von Klaus
verfangen und Blacky kippte mit der leine den Stuhl von Klaus um und zwar in so
einem Tempo, dass Klaus sein Stuhl nach hinten
kippte. Er flog nach hinten rüber kam mit dem Kopf an den Topf, der auf dem
Herd stand und Klaus fiel zu Boden. Der Topf, mit dem heißen Wasser hinterher.
Klaus hatte Glück, das der Topf und das heiße Wasser knapp neben ihm, auf den
Boden landete. Nicht auszudenken was hätte passieren können, wenn der Topf mit
dem heißen Wasser Klaus getroffen hätte. Er hätte hochgradige Verbrennungen
haben können. Die Mutter und der Vater waren entsetzt. Sie fragten sofort, ob
alles in Ordnung war mit Klaus. „ Ja, es ist alles in Ordnung, “ sagte er. „
Ich habe mich nur ein bisschen erschrocken.“ Der Vater wurde jedoch laut. „
Jetzt reicht es mir. Der Hund geht zurück ins Tierheim. Das ist ja
lebensgefährlich mit ihm.“ Klaus seine Mutter war der gleichen Meinung wie ihr
Mann. Klaus aber sagte: „Das war mein Fehler. Ich habe die Schlaufe der Leine
unter dem Stuhl liegengelassen.
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Blacky würde nie etwas machen was mir Schaden würde. Er hat
nur die Katze gehört und wollte sie vertreiben und dabei hat die Schlaufe, die
ich unter dem Stuhl habe liegengelassen, sich verfangen und so kam es zu dem
Unglück. Ich würde ihn gerne behalten.“ „ Das kommt überhaupt nicht in Frage, “
sagte der Vater. Doch Klaus redete so lange auf ihn ein, dass sich sein Vater
auf folgenden Kompromiss einließ. Klaus wollte mit Blacky auf eine Hundeschule
gehen. Vier Wochen gab ihm sein Vater Zeit aus Blacky einen gut erzogenen Hund
zu machen. Wenn er das nicht schaffte müsste Blacky wieder ins Tierheim zurück
„ Jeder verdient eine zweite Chance, “ sagte Klaus zu seinem Vater. „Das waren
mal deine Worte, Papa.“ „ O.K. Ich gebe Dir und vor allem deinem Blacky die
zweite Chance. Aber wenn es nicht klappt, dann geht Blacky zurück ins Tierheim.
Und ich entscheide ob ja oder nein.“ „ Abgemacht, Papa. Du wirst es nicht
bereuen, “ sagte Klaus.
Klaus mochte Blacky von Anfang an und deshalb glaubte er an
Blacky, nein er wusste sogar, dass die beiden es schaffen würden. Klaus ging
mit Blacky jeden Tag zu einer Hundeschule in der Nähe. Der Hundelehrer kannte
Klaus gut. Klaus sprach gleich von Anfang an offen mit dem Hundelehrer. Er
schilderte ihm was passiert war und dass er und sein Vater diesen Kompromiss
geschlossen hatten. Das war gut, dass Klaus von Anfang an ehrlich mit dem
Hundelehrer war. So wusste er von Anfang an worum es ging und worauf es ankam.
Und so stellte sich sofort großer Erfolg ein. Aber der größte erfolg kam durch
Klaus seine Liebe zu dem Hund. Und auch Blacky mochte Klaus immer lieber, sonst
wären diese Erfolge nicht so schnell eingetreten. Die vier Wochen gingen
schnell rum und so kam der Tag immer näher, wo Klaus sein Vater entscheiden musste,
ob Blacky wieder ins Tierheim zurück
musste. Eine Nacht vor dem entscheidenden Tag hörte Klaus und auch seine Eltern
komische Geräusche an der Wohnungstür. „ Wach auf, Liebes. Ich glaube es sind
Einbrecher im Haus.“ Als Klaus und seine Eltern nach unten gingen um
nachzuschauen, hörten sie auf dem Weg zur Stube auf einmal lautes Hundegebell.
Sie machten die Stubentür auf und das Licht an und sie sahen einen Einbrecher
in der Stubenecke stehen der ganz schön Angst zu haben schien. Blacky stand vor
dem Einbrecher und fletschte die Zähne und ließ ihn nicht raus aus der Ecke.
Erst als die Polizei, die Klaus sein Vater alarmiert hatte, den Einbrecher
festnahm hörte Blacky auf zu fletschen. „ Da haben sie aber einen guten
Wachhund, “ sagte der Polizist. Und Klaus sein Vater sagte: „Das haben wir.
Übrigens, Klaus meine Entscheidung steht natürlich fest. Du kannst Blacky
behalten, auch wenn morgen erst entschieden werden sollte.“ Klaus nahm seinen
Vater in den Arm und seine Mutter gleich dazu und sagte: „ Siehst du Blacky.
Jeder hat eine zweite Chance verdient, und wenn man sie so nutzt wie du, dann
kann es ja nur ein Happy End geben.“
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