Der Biergarten
Alois Schaufel besitzt in Bayern eine Gaststube mit einem
großen Biergarten dahinter. Sein Biergarten hatte einen guten Ruf. Man konnte
hier gerade im Sommer ein paar schöne Stunden erleben. Es floss natürlich auch
viel Alkohol, aber es blieb meistens ruhig in seinem Biergarten. Keine
Pöbeleien und vor allem keine Schlägereien. In seinen Biergarten gingen viele
Leute, weil es eben so ruhig und friedlich zuging.
Mark Knoll war davon wenig begeistert. Auch er hatte eine
Gaststube mit Biergarten, doch bei ihm gab es leider öfter Schlägereien.
Deshalb war sein Biergarten auch nicht so gut besucht wie bei Alois Schaufel. Die
eine Gaststube befand sich in einem kleinen Ort in Bayern, die Andere Gaststube
war, im Nachbarort, ca.4 KM entfernt. Die beiden Wirte kannten sich schon
länger. Sie sind zusammen zur Schule gegangen und haben beide die elterliche
Gaststube, nebst Biergarten, weitergeführt nach dem Tod ihrer Eltern. Sie waren
früher keine richtigen Freunde gewesen und werden es heute auch nicht mehr
werden. Aber sie respektierten sich gegenseitig. Aber in letzter Zeit war Mark
Knoll doch eher unzufrieden mit seiner Arbeit. Weil es bei ihm öfter zu
Auseinandersetzungen zwischen den Biergartengästen kam, war sein Biergarten am
Wochenende und in der Woche sowieso oft leer. Und nicht nur sein Biergarten war
leer, sondern auch sein Portemonnaie. Deshalb war er ziemlich sauer auf seinen
Kollegen in dem Nachbarort.
Eine abends zu fortschreitender Uhrzeit als Alois Schaufel
in seinen Biergarten guckte, traute er fast seinen Augen nicht. Gerade als er
hinausging um ein Tablett voll Bier an die Tische zu bringen war schon eine
wilde Prügelei im Gange. Er stellte das Tablett schnell zu Boden und versuchte
die Streithähne auseinander zu bringen. Aber die Schlägerei hatte sich schon zu
sehr ausgeweitet in seinem Biergarten. Als er das merkte, tat er das einzig
Richtige. Er lief schnell in die Gaststube und rief die Polizei an. Eine
viertel Stunde später waren die Polizisten da und nach einer sehr kurzen Zeit
hatten sie die Prügelei im Griff und nahmen einige Betrunkene, die sich an der
Prügelei beteiligt hatten, fest. Aber niemand konnte sich daran erinnern wie
die Schlägerei eigentlich anfing.
Als die Polizei wieder weg war, schaute sich Alois Schaufel
seinen Biergarten mit Tränen in den Augen an. In so kurzer Zeit hatten die
Gäste so randaliert, dass die Stühle und Tische kurz und klein geschlagen waren
und der Biergarten stark verwüstet war.
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So etwas hatte Alois bis jetzt noch nie erlebt. Er musste
schon das ein oder Andere mal einen Gast vor die Tür setzen. Aber so eine
Schlägerei. Nein so etwas hatte er noch nicht erlebt. Der Schaden, den die
Gäste angerichtet hatten, war eminent hoch.
Zwei Wochen später, nachdem er seinen Biergarten
hergerichtet hatte mit neuen Stühlen und Tischen waren zur Eröffnung wieder
sehr viele Gäste in seinem Biergarten. Aber es entstand wieder eine Schlägerei.
Es entstand wieder eine hoher Sachschaden. Viele Gäste von ihm wurden verletzt
und in den nächsten Wochen kamen kaum noch Besucher in seinen wiederum
hergerichteten Garten. Und das schlimmste war, die Polizei fand nicht heraus
wer die Schlägerei angefangen hatte. So konnte niemand direkt haftbar gemacht
werden und Alois Schaufel blieb auf seinem Schaden sitzen. Und das schlimmste
war, nach diesen Schlägereien in seinem Biergarten blieben die Gäste aus. Sein
so zu sagen finanziell boomender Biergarten, war an den Abenden wie
ausgestorben. Keiner wollte mehr ein Bier bei ihm trinken. Vor allem Paare und
junge Frauen blieben aus, weil es diese Schlägereien gegeben hat.
Etwa eine Woche später kam überraschend Mark Knoll zu ihm zu
Besuch. Er erzählte von sich aus, dass er ein paar Schläger bezahlt hatte um bei
Alois Unfrieden zu stiften. Mark erzählte ihm auch, dass er das gemacht hatte,
weil bei ihm im Biergarten nichts mehr
los gewesen sei. Aber er bereute diese Aktionen aus tiefstem Herzen und das
sagte er auch Alois. Mark Knoll wusste dass er Mist gebaut hatte. Alois hatte Mitleid mit
Mark. Anstatt ihn anzuzeigen, verzieh er ihm seine Tat. Die beiden redeten in
der nächsten Zeit sehr viel zusammen. Mark half den Biergarten bei Alois wieder
aufzubauen. Alois merkte, dass Mark wirklich immer noch bedrückt war und
traurig darüber was er Alois angetan hatte. Die beiden trafen sich bald nun
jeden Tag bei Alois und als der seinen Biergarten, den Mark fast alleine wieder
hergerichtete hatte, wieder eröffnete und nachdem der Biergarten, nach weiteren
zwei Wochen, wieder so lief wie früher, sagte Alois dem ganz überraschten Mark,
dass Alois ihn gerne als seinen Kompagnon für seine Gaststube und dem
Biergarten einstellen möchte.
Von nun an führten die beiden Gastwirte Alois sein Besitz zu
zweit. Und seitdem boomte der Biergarten wie früher und manchmal noch etwas
besser. Und die beiden ehemaligen Konkurrenten wurden mit der Zeit doch noch
gute Freunde.
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