Ein blinder Passagier!
Luise und Ludwig Kulik haben sich schon so auf den Urlaub in
Südafrika gefreut. Das Ehepaar ist kinderlos und sie wollten ein Kinderheim in
Kapstadt besuchen. Dort arbeitete die Schwester von Luise, Karla als
Kindergärtnerin. Luise und auch Ludwig hatten Karla schon eine ganze Zeit nicht
mehr gesehen. Sie war Nonne und damals von ihrem Orden nach Kapstadt geleitet
worden. Und mittlerweile fühlt sie sich hier auch sehr wohl.
Luise und Ludwig Kulik waren kinderlos in ihrer Ehe
geblieben. Dabei wollten sie so gerne Kinder haben. Aber er konnte keine Kinder
zeugen, er war unfruchtbar. Luise blieb ihrem Ludwig aber immer treu und sie
hatte sich schon damit abgefunden dass sie keine Kinder kriegen konnten. Aber
auch Ludwig hatte trotzdem einen großen Kinderwunsch. Auch Luise, aber sie
machte Ludwig nie einen Vorwurf. Und heute sind sie schon 27 Jahre verheiratet
und glücklich. Aber etwas fehlte diesem Glück noch. Ein Kind. Deshalb wollten
sie ihre Schwester Karla vorwiegend besuchen kommen. In diesem Kinderheim waren
sehr viele Elternlose Kinder und da Karla wusste, dass ihre Schwester und ihr
Schwager so einen starken Kinderwunsch hatten, hatte sie die beiden nach
Kapstadt eingeladen. Die beiden Eheleute fuhren mit einem Schiff bis nach
Kapstadt. Und als sie dort ankamen stand Karla schon am Hafen und holte die
beiden ab.
Welch eine Freude war dieses Aufeinandertreffen. Karla nahm
beide sehr lange in die Arme. Zwei Jahre hatte sie die beiden nicht mehr
gesehen. Seit sie nach Kapstadt versetzt wurde von ihrem Orden. Karla fuhr die
beiden mit einem Kleintransporter bis zum Kinderheim.
Dort angekommen begrüßten die Kinder das Ehepaar Kulik mit
einem Willkommenslied. Das Ehepaar freute sich so darüber, dass die beiden
klatschten. Zwei Wochen wollten sie nun hier bleiben um die Kinder kennen zu
lernen. Nach zwei Tagen hatten sie sich schon mit einem netten kleinen Jungen,
der Pepe hieß angefreundet. Pepe hatte eine Schwester die Martha hieß. Die beiden
waren unzertrennlich. Sie waren den ganzen Tag immer zusammen. Wie Zwillinge
verhielten sich die beiden, die in Wirklichkeit aber zwei Jahre auseinander
waren mit ihrem Alter. Pepe war 6 Jahre und Martha vier Jahre alt. Das Ehepaar
wollte am liebsten beide Adoptieren aber der Heimleiter hatte die Meinung, dass
Martha noch zu jung sei. Pepe war sehr traurig, als er erfuhr dass er von
Martha sich trennen musste.
Am Tag als Karla, Luise und Ludwig Kulik zum Hafen brachte
war Pepe mit dabei. Er sollte mit nach Deutschland fahren mit dem großen
Schiff. Luise und Ludwig hatten ihn adoptiert.
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Pepe war sehr traurig darüber, dass er seine Schwester
zurück lassen musste. Aber am Tag der Abreise hatte er sich wohl schon damit abgefunden.
Das Ehepaar und auch Ordensschwester Karla wunderte sich zwar sehr darüber,
aber Pepe war wohl sehr stark.
Pepe weinte nicht und ging mit einem Lachen auf das Schiff.
Als das Schiff hoch auf See war und schon bald wieder in
Deutschland klopfte es plötzlich an der Kabine. Draußen stand der Kapitän
zusammen mit Martha. „ Wir haben hier einen blinden Passagier gefunden. Ich
glaube sie will zu ihrem Bruder. Könnte das so sein?“, fragte er Luise und
Ludwig Kulik. „ Ach Gott, sagte Luise und Ludwig gemeinsam. Martha was hast du
denn gemacht? Was passiert nun mit dem Mädchen?“ fragte das Ehepaar den
Kapitän. „ Das Mädchen wird in dem nächsten Hafen an Land gesetzt und nach
Kapstadt zurück gebracht.“ Luise sagte zu dem Kapitän: „Geben sie mir zehn
Minuten um mit dem Heimleiter in Kapstadt zu sprechen.“ „ O. K. Versuchen sie
es. Aber sonst fährt die junge Dame wieder zurück, “ sagte der Kapitän, der
auch sehr traurig zu sein schien. Aber er hatte seine Vorschriften. „ Können
wir Martha nicht doch mit adoptieren, bettelte Luise um die Gunst des Mädchens
bei dem Heimleiter. Und Gott sei dank zeigte der ein Herz. „ Herr Kapitän wir
kommen für alle Kosten die sie hatten für das Mädchen auf. Bitte lassen sie sie
an Bord. Ich habe mit dem Heimleiter gesprochen, wir dürfen Martha auch
adoptieren.“ „ Na dann möchte ich das Familienleben nicht weiter stören und
wünsche noch eine gute Weiterfahrt bis nach Hause.
Und so war ein
blinder Passagier durch Fernadoption ein ganz normaler Passagier
geworden.
Und am meisten freute sich Pepe darüber, der alles so
eingefädelt hatte. Aber das wäre wieder eine eigene Geschichte.
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