Der überraschte Einbrecher !
Albrecht Schneider ist ein Einbrecher wie er im Buche steht.
Seit er als junger Mann das erste Mal in eine Wohnung eingebrochen war und
nicht erwischt wurde dabei oder danach, war er sagen wir mal ein Fan von dieser
Unart geworden. Und je länger er diesem „Hobby“ nachging, desto mehr bekam er
gefallen daran.
Eines Abends im November, als es dunkel war, verspürte er
einmal wieder Lust zum Einbruch. Er hatte sich schon länger Häuser einer
bestimmten Siedlung ausgeguckt, wo er meinte es könnte sich lohnen dort
einzubrechen. Als er in der Siedlung ankam, machte er sich sofort daran, in ein
haus unbemerkt zu gelangen. Aber so schnell wie er sonst in eine Wohnung kam,
so schnell ging es dieses Mal nicht. Die Häuser waren alle gut gesichert. Nach
einer viertel Stunde, als er schon nach zwei vergeblichen Versuchen, auch in
das dritte Haus zu gelangen, nicht weiter kam, gab er zum Schluss doch auf und
ging wieder nach Hause.
Von weitem sah er, dass er in seinem Haus wohl das licht
vergessen hatte auszustellen. Als er an seiner Haustür ankam und aufschließen
wollte, merkte er, dass die Tür aufgebrochen war. Sofort dachte er, dass dieses
ein Einbruch ist. Das kann doch nicht wahr sein. Bei ihm, dem Einbrecher vom
Dienst, wird gerade selber eingebrochen. Was sollte er nur machen? Die Polizei
wollte er nicht anrufen, aber tatenlos zusehen wie er sein eigenes Haus leer
geräumt wurde, das wollte er auch nicht. Er ging ins Haus und als er gerade ein
Stückchen mit dem Kopf im Flur war, bekam er einen leichten Schlag auf den
Kopf. Danach fiel er zu Boden und um ihn herum, wurde alles dunkel. Als er
wieder wach wurde, war es mitten in der Nacht. Er ging vorsichtig ins Haus
hinein und sah voller entsetzen, dass aber wirklich auch fast alles aus dem
haus verschwunden war. Aber er hatte noch immer nicht den Mut bei der Polizei
anzurufen. Er wollte sich morgen früh überlegen, was er tun konnte.
Am nächsten Morgen hatte er sich überlegt, dass er erst
einmal seinen Bruder anrufen wollte. Er war richtig traumatisiert von diesem
Vorfall. Er hat am eigenen Leibe erlebt, wie schlimm das ist ausgeraubt zu
werden. Seine beule am Kopf tat auch noch weh.
„ Du, Friedrich. Du wirst es nicht glauben, was mir passiert
ist.“ „ Bei dir ist eingebrochen worden.“ „ Woher weißt du das? Das gibt es
doch gar nicht.“ „ Doch das gibt es. Ich war der Einbrecher und habe dir einen
über den Schädel gehauen, Albrecht.“
„ Spinnst du jetzt total, aber warte mal, woher weißt du das
man mir einen auf den Kopf gehauen hat? Dann bist du ja wirklich bei mir
eingebrochen. Warum hast du das gemacht?“
2
„ Damit du einmal am eigenen Leib erlebst, wie es ist, wenn
bei jemandem eingebrochen wurde. Und wie geht es dir jetzt? Bist du kuriert,
oder brichst du weiter in Wohnungen ein?“ „ Das war mir eine Lehre. Leichte
Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen. Ich breche jedenfalls
nirgends wo mehr ein, das kannst du mit glauben, Bruder.“ „ Na dann hat sich
die ganze Sache gelohnt, und ich helfe dir gerne beim Einräumen deiner Sachen,
die ich dir gestohlen habe. Und wenn ich dann bei dir bin, können wir bestimmt schon darüber lachen. Tschüss,
Albrecht.“
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen