Einen Tag ohne Handy
Ralf Fährmann ist ein Elektrikermeister und hat eine Firma,
die er auch selber leitet. Ralf hat sich eines Tages gefragt, was wäre
eigentlich, wenn ich einmal einen ganzen Tag ohne Handy wäre. Ohne
irgendjemanden davon zu sagen, setzte er dieses in die Tat um.
Er möchte einfach mal sehen ob er heutzutage auch ohne Handy
klar käme. Früher ging es ja auch ohne Handy.
Als Ralf morgens aus dem Haus ging, wusste er ganz genau,
dass sein Handy in seiner Nachttischschublade lag. Er wollte es wirklich ohne
Handy ausprobieren. Er stieg in sein Auto und fuhr zu seinem Elektroladen um
seine Mitarbeiter auf die Baustellen zu verteilen. Danach ging er in sein Büro,
wie er es immer machte. Er blieb dort immer ca. eine Stunde in seinem Büro um
dann mit dem Auto die Baustellen anzufahren um zu gucken ob seine Mitarbeiter
klar kamen mit ihren Arbeiten. Er steckte seinen Terminplaner in seine
Jackentasche und fuhr von seinem Elektrogeschäft mit dem Auto los um die erste
Arbeitsstelle anzufahren. Unterwegs stellte er fest, dass er gar nichts zum
Mittag für sich eingepackt hatte in seine Bürotasche. Er musste also noch mal
im Laufe des Vormittags nach Hause fahren und sich sein Mittagessen abzuholen.
Er schaute in seinen Terminkalender und sah dass er nach
einer Stunde wieder im Büro sein musste um einen Vertreter zu empfangen. Als er
aber in seinem Büro ankam und seinen Büroangestellten fragte, ob der Vertreter
schon da sei, sagte der nur. „ Der Vertreter hat versucht sie auf Handy zu
erreichen um ihnen zu sagen, dass er erst um 14 Uhr kommen kann.“ Ralf war also
einmal an diesem Tag schon umsonst ins Büro gefahren, hätte er sein Handy dabei
gehabt hätte der Vertreter ihm auf diesem Wege selber abgesagt. Also hat er
schon eine Fahrt zu viel gemacht, weil er kein Handy dabei hatte. Und die Zeit
war auch vertan. Dann schaute er in seinen Terminkalender und fuhr wieder mit
seinem Auto los. Als er auf einer Baustelle ankam, sagte sein Polier zu ihm: „
Chef, ich habe versucht sie anzurufen, aber ich habe sie nicht erreichen
können. Wir brauchen unbedingt eine bestimmte Sorte Stromkabel. Ich weiß genau,
dass wir diese Sorte Stromkabel im Lager haben und sie hätten es uns gut
mitbringen können. Aber wie gesagt ich konnte sie nicht erreichen.“ Der Polier
fragte ob er selber das Kabel holen sollte. „ Nein, Walter. Ich hole euch das
Kabel aus dem Lager. Bleib du bei deiner Arbeit. Braucht ihr sonst noch was,
Walter?“
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„ Nein, sonst haben
wir alles.“ Ralf fuhr zum Lager und holte das Kabel. Wieder eine Fahrt die
nicht hätte sein müssen. Als er wieder mit dem Auto losfahren wollte kam sein
Büroangestellter heraus gelaufen und hielt ihn an. Ralf machte die Autoscheibe
herunter und fragte was denn los sei. „ Ihr Sohn hat gerade angerufen. Er hat
sich beim Schulsport seinen Fuß verstaucht. Er hat sie über Handy versucht zu
erreichen, aber sie sind nicht dran gegangen. Er fragt ob sie ihn von der
Schule abholen und zum Arzt bringen könnten.“ „ Ist er noch am Telefon.“ „ Ja,
Chef.“ „Sagen sie meinem Sohn, dass ich ihn so schnell wie möglich abholen
werde.“ „ Alles klar, Chef.“ Ralf fuhr nun zu der Baustelle um das Kabel
hinzubringen für seinen Polier. Danach fuhr er zur Schule um seinen Sohn
abzuholen. Der wartete schon in der Turnhalle auf seinen Vater. „ Warum gehst
du nicht ans Handy, Papa?“ „Das erkläre ich dir morgen, Dennis. Wir fahren
jetzt erst einmal zum Arzt.“ Ralf dachte schon jetzt bei sich. Wenn ich mein
Handy mitgehabt hätte wie jeden Tag, dann wären mir viele Autofahrten erspart
geblieben. Sein Sohn hatte eine Verstauchung am Fußgelenk, sagte der Arzt zu
Ralf. „ Ich bringe Dennis sofort nach Hause, Herr Doktor.“ Die beiden fuhren
vom Arzt direkt nach Hause. Seine Frau stand in der Haustür, als sie ankamen
und wedelte mit der nassen Wäsche. Dennis und sein Vater stiegen aus dem Auto
und Ralf stützte seinen Sohn bis zur Tür. „Was hast du denn gemacht, Dennis?“
fragte seine Mutter ganz besorgt. „Ich habe eine Verstauchung, Mutti.“ „ Ach
das fehlt auch noch.“ „ Wieso was ist denn noch, “ fragte Ralf der schon etwas
ahnte. Ich habe dich schon mehrmals versucht auf dem Handy zu erreichen. Die
Waschmaschine ist ausgelaufen. Ich kann nicht mehr waschen. Und die Waschküche
ist halb überschwemmt. Warum gehst du eigentlich nicht ans Handy Ralf.“ „ Das
sage ich dir morgen, mein Schatz.“ „ Dasselbe hat mir Papa auch schon gesagt,
als ich ihn das gefragt habe.“ „ Schatz ich rufe mal im Büro an und frage
unseren Büroangestellten, ob er nicht einen Monteur vorbei schicken kann, der
unsere Waschmaschine reparieren kann.“ „ Gute Idee. Darauf bin ich auch schon
gekommen, Ralf. Aber im Büro geht keiner ans Telefon.“ „ Das verstehe ich aber
nicht, “ sagte Ralf. Er rief sofort im Büro an, aber er konnte auch niemanden
erreichen. „ Ich fahre auf der Stelle ins Büro und schaue nach dem Rechten.“
Als Ralf im Büro ankommt, stehen schon ein paar Kunden vor
dem Laden und sagen zu dem Chef: „ Haben sie heute geschlossen. Wir stehen
schon eine viertel Stunde hier.“ Ralf sagte zu den Kunden: „ Ich weiß selber
nicht was los ist. Ich schaue mal nach. Ich mache gleich den laden wieder auf.
Aber ich muss selber erst einmal schauen was passiert ist.“ Ralf geht in das
Geschäft und sieht einen Zettel auf dem Bürotisch liegen, auf dem steht: „ Ich
habe versucht
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Sie über Handy zu erreichen, Chef. Ich musste zum Arzt. Mir
war so übel, dass ich gebrochen habe. Und ich hatte auf einmal Durchfall. Habe
den Laden schließen müssen. Bin zum Arzt gefahren. Tut mir sehr leid. Melde
mich morgen bei Ihnen.“ Jetzt wusste Ralf bescheid. Was für ein Tag, dachte
Ralf.
Ralf blieb erst einmal im Laden und bediente die Kundschaft.
Es blieb ihm auch sonst nichts übrig. Um 14 Uhr kam dann der Vertreter wie
angekündigt. Aber für den hatte er kaum Zeit, weil immer wieder Kunden in den
Laden kamen. Er schickte ihn schließlich fort und sie einigten sich auf einen
späteren Termin. Bis um 18 Uhr war er im Elektroladen beschäftigt. Als er den
Laden gerade verlassen wollte hörte er noch so gerade das Telefon im Büro
klingeln. Er ging an den Apparat und sein Vorarbeiter war am anderen Ende der
Leitung. „ Chef, du musst unbedingt zu uns auf die Baustelle kommen. Wir haben
hier ein Problem, dass wir nicht alleine lösen können.“ „ O.K., “ sagte Ralf. Ich komme.“ Aber vorher steckte
er noch einen Schlauch für die Waschmaschine zu Hause ein. Dann schloss er den
Laden endgültig zu. Er wollte zur Baustelle fahren um das Problem dort zu
lösen. Die Baustelle war drei Ortschaften entfernt und er musste durch einen
Wald fahren um dort hin zu kommen. Als er dort war, sagte ihm der Vorarbeiter
dass sie das Problem schon gelöst hätten. Er hätte ihn versucht anzurufen, aber
sie sind nicht ans Handy gegangen „
Jetzt haben sie die ganze Fahrt umsonst gemacht, “ sagte der Vorarbeiter. Aber
das war jetzt auch schon egal, dachte Ralf. „ Bis morgen, “ sagte er zu seinem
Vorarbeiter. Was Ralf nicht wissen konnte, der Tag sollte für ihn noch nicht zu
Ende zu sein.
Denn als er wieder zurück fuhr, blieb sein Wagen plötzlich
stehen. Und das Mitten im Wald.
Er dachte erst, dass der Wagen kaputt sei. Aber dann sah er
auf die Tanknadel und er wusste bescheid. „ Kein Sprit mehr, na toll.“ Er
wollte gerade in seine Hosentasche fassen um sein Handy zu zücken. „ Das glaube
ich einfach nicht.“ Das Waldstück war um diese Zeit kaum befahren. Und so
musste er ein halbe Stunde warten bis ein Auto anhielt. Der Fahrer nahm Ralf
mit zur nächsten Tankstelle wo er einen fünf Liter Kanister voll machte und der
Sohn vom Tankstellenbesitzer Ralf wieder zu seinem Auto im Wald fuhr. Er füllte
den Inhalt des Kanisters in den tank und fuhr dann nach Hause. Er hatte die
Schnauze voll für Heute auf Deutsch gesagt. Er gab seiner Frau den Schlauch für
die Waschmaschine in die Hand, wünschte seinem Sohn gute Besserung und ging
dann ohne etwas weiter zu sagen ins Bett.
Am Morgen klärte er seine Frau und seinen Sohn darüber auf,
dass er den Selbstversuch gemacht hatte, ohne Handy auszukommen. Die Beiden
schmunzelten ein wenig als sie die ganze Geschichte vom Tag vorher gehört
hatten und sagten beide als Ralf aus dem Haus gehen wollte. „ Vergiss dein
Handy nicht mitzunehmen.“ Und Ralf musste nun auch schmunzeln.
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