Donnerstag, 5. Juni 2014
Eine todsichere Ernte (ein kurzer Herbst)
Die Äpfel auf der großen Wiese des Obstbauern Meier leuchteten in herrlich roter Farbe schon von weitem
Die Bäume hingen von oben bis unten so voll mit den Früchten des Garten Eden, das Bauer Anton Meier hoch erfreut darüber war.
Der Anton Meier war ein grantiger Mensch, schon immer war er sehr launisch gewesen, auch in der Jugendzeit. So kam es, dass er auch spät eine Bäuerin für seinen Hof fand. Er war nicht sehr beliebt bei den Mädels in der Ortschaft, die in der Nähe von Lübeck lag. Das einzige, was an diesem Bauern interessant war, war sein vieles Geld.
Seine Frau Ingrid hatte ihn damals nur aus diesem Grund geheiratet, und weil sie ein Auge auf seinen Knecht Bertram geworfen hat, der auch schon ein bisschen erwiderte. Anton Meier war ein sehr großer Obstbauer, der eigentlich selber nicht mehr Hand anlegen bräuchte an seinen Äpfeln, Birnen und Zwetschgenbäume. Das tat er auch seit Jahren nicht mehr, dazu war er viel zu faul. Eins ließ er sich jedoch nicht nehmen. Es gab eine Tradition auf seinem Hof, dass der Bauer selbst die Ernte eröffnete, indem er selber auf den höchsten Baum mit Hilfe einer langen Aluleiter stieg und den Apfel, der am Höchsten auf dem Baum hang, abpflückte.
Es gab extra ein Hoffest für dieses Ereignis, wo die Leute aus dem Dorf auch mit dabei waren.
Seine Frau Ingrid hatte einen Plan. Mit dem Knecht Bertram wollte sie den Bauern umbringen, ohne dass Spuren der Tat überblieben, und es wie ein Unfall aussehen würde. Dann würde sie das ganze Geld des Bauern erben und konnte mit ihrem geliebten Bertram in den Süden sich absetzen, wo sie in der Sonne von dem Geld des Bauern, gut leben konnten.
Der große Tag war gekommen, die Leute aus dem Dorf waren schon zahlreich auf dem Hof des Meierbauern erschienen, und die gesamten Arbeiter des Bauern hatten alle Hände voll zu tun die Gäste zu bewirten. Am frühen Nachmittag war es endlich so weit, der Bauer stand unten an der Leiter, die Kapelle spielte ein Tusch und der Bauer machte sich auf, die lange Leiter aufzusteigen, um den höchst hängendsten Apfel herunter zu holen und vor den Gästen in den Apfel zu beissen, um dann zu sagen: " Die Ernte ist eröffnet." Aber bevor der Bauer ganz oben anlangen konnte musste er noch ein ganzes Stückchen höher klettern, als er bis jetzt geklettet war. Er war schon fast oben, als er und auch die Leute ein knacken eines Astes hörten. Die Menge unten, die gebannt nach oben schauten stieß ein raunen aus, und einer der Knechte rief laut:" Vorsichtig Bauer." Er ging aber unbeirrt die Leiter immer höher, bis ganz plötzlich die Leiter wegkippte. Die leiter fiel in den Baum aber der Bauer war ausgerutscht und schrie um sein Leben. Der Schrei verstummte, als er ganz hart auf den Boden aufschlug. Äste fielen ebenfalls krachend auf den Boden. Gott sei Dank war der Apfelbaum großräumig abgesperrt, damit war niemandem anderen etwas passiert. Die Menge war erst geschockt, dann brach ein Tumult aus. Leute liefen zu dem Bauern und wurden zurückgeschickt von den Feuerwehrleuten und dem zuständigen Arzt. Der konnte etwas später nur noch den Tod des Meierbauern feststellen. Als sich der meiste Trubel gelegt hatte gingen alle von einem Unfall aus. Die Polizei ermittelte aber nach allen Seiten.
Zwei Tage später klopfte es an der Tür des Knechtes Bertram. Eine dunkle Stimme rief von drinnen. " Wer ist da noch so spät." Aber bevor jemand antwortete, stand der Kommissar schon in der Türschwelle und ging mit schnellen Schrittes auf den Knecht zu und legte ihm Handschellen an, mit den Worten:" Sie sind verhaftet, alles was sie sagen, kann vor Gericht gegen sie verwnadt werden usw. usw."
Der Knecht war total erstaunt, und fragte was soll das. Es war doch ein Unfall. " Von wegen Unfall, wir haben Zeugen die sie beobachtet hatten, wie sie einen dicken Ast nach dem Sturz des Bauern, in eine abgelegene Scheune gezogen haben. Dann haben wir diese Säge unmittelbar am Tatort gefunden. Ich bin mir sicher, dass wir ihre Fingerabdrücke darauf finden werden. Und übrigens, was sehe ich denn da im Kamin bei ihnen. " Schnell löschen sie das Feuer, Herr Kollege und geben sie mir mal das Stück Holz, welches abgebrannt da liegt. Soll mich der Teufel holen, wenn das nicht der Ast ist, der angesägt wurde."
Plötzlich vernahmen sie ein leises aber deutliches Niesen aus der Kammer des Knechtes. Als der Kommissar die Tür aufmacht steht die Bäuerin in Dessous da. " Ach so ist das." sie sind auch festgenommen wegen Mittäterschaft und Anstiftung zum Mord. Als die beiden abgeführt wurden sagte der Knecht höhnisch:" Eine todsichere Ernte für den Bauern." Und der Kommissar erwiderte:" Und ein ganz kurzer Herbst für sie beide in Freiheit."
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