Das Bauunternehmen
Hermann Dübel hat in Holzminden Bauingenieurwesen studiert
und hat sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Sein Vater Heinz Dübel hat ein
kleines Bauunternehmen mit 37 Maurern als Angestellte. Darunter 5
Maurerpoliere, die die Baustellen leiten. Heinz Dübel hat eine Hochbaufirma von
ganz unten mit drei Angestellten damals aus eigener Kraft aufgebaut. Heinz
Dübel wollte in Rente gehen mit seinen 65 Jahren. Er hatte genug erreicht in
seinem Leben und er konnte auch nicht mehr richtig. Er war krank. Er hatte
Krebs und bekam schon Chemotherapie. Sein Sohn Herman Dübel soll von heute an
das Unternehmen weiterführen in seinem Namen.
Herman Dübel hat seine Lehre im Unternehmen von seinem Vater
absolviert und deshalb kannten auch die ganzen Angestellten der Maurerfirma
Herman schon sehr gut. Herman war ein ruhiger Vertreter, er würde die Firma
ruhig und pflichtbewusst weiterführen.
" Die meisten kennen mich ja schon, " begann
Herman die erste Ansprache auf der Verabschiedung seines Vater aus dem Unternehmen.
Ich hoffe wir kommen Alle gut miteinander aus. Und ich hoffe auch dass ich das
Unternehmen, welches mein Vater von ganz unten her aufgebaut hat, erfolgreich
weiter führen kann. Im Moment sieht es ja ganz gut aus. Die stolze Zahl an
Mitarbeitern will ich natürlich aufrechterhalten und wenn es Lage weiter
zulässt die ganze Arbeitsplätze erhalten. Ich möchte mich nun aber bei meinem
Vater bedanken, der dieses Unternehmen von Null auf 37 Arbeitsplätzen plus zwei
Büroangestellten immer mit Sicherheit und klugem Verstand aufgebaut hat. Ihr
wisst alle, das mein Vater krank ist. Deshalb zieht er sich aus dem Unternehmen
zurück und hat mir die geschäftliche Leitung über dieses Bauunternehmen
übertragen. Wir haben dir alle viel zu verdanken, Papa. Und ich glaube ich
spreche auch im Auftrag der Belegschaft dir Dank zu für so viel
Einsatzbereitschaft für diese Firma." Die gesamten Arbeiter der Firma
Dübel klatschten in die Hände und standen dabei auf. Einer der Angestellten
sagte laut in den Gastraum der Wirtschaft: " Hoch lebe Heinz Dübel. Unser
lieber Chef." Und die Maurer hoben ihre Gläser und tranken auf das Wohl
von ihrem Arbeitgeber.
Die Feier anlässlich der Verabschiedung ihres Altchefs
dauerte noch bis in die Morgenstunden hinein. Viele der Arbeiter gaben ihrem
Chef noch mal die Hand und wünschten ihm für seinen Ruhestand alles gute, vor
allem Gesundheit.
Herman Dübel trat am darauf folgenden Tag die Nachfolge
seines Vaters als Chef des
Bauunternehmen Dübel an. Er teilte am Morgen die Leute für die Baustellen
ein. Danach fuhr er nach Hause und frühstückte erst einmal. Zu Hause da
warteten seine Frau Iris und seine kleine Tochter Simone auf ihn. Simone war 4
Jahre alt und ging in die Kindertagesstätte.
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Bis die Maurer alle am arbeiten waren auf ihren Baustellen,
dann wollte Herman die Baustellen besuchen. Aber bis es soweit war, wollte er
mit seiner Frau und Tochter in Ruhe frühstücken. Heinz Dübel wohnte mit seinem
Sohn unter einem Dach. Heinz wohnte oben mit seiner Frau Ingrid, und Herman mit
seiner Familie unten im Haus. Sie sahen sich alle also jeden Tag und das fanden
auch Alle sehr gut. Simone wurde nach dem Frühstück in die KITA gebracht und
Herman machte sich zum ersten mal auf um auf die einzelnen Baustellen zu fahren
um nach dem Rechten zu schauen.
Als er an der ersten Baustelle ankam begrüßte er erst einmal
die Arbeiter. " Alles in Ordnung ?" fragte er den Polier. " Hier
ist alles am Laufen," sagte Schröder, der Polier dieser Baustelle. Hier
wurde ein Zweifamilienhaus gebaut. Das Bodenfundament war schon fertig gestellt
und ausgeschalt und die Maurer wollten nun anfangen die Wände für das
Erdgeschoss hoch zu mauern. Der Beton war schön ausgehärtet, so dass nichts
dagegen sprach das Mauerwerk zu beginnen. Die großen Mauersteine und der Mörtel
waren schon bestellt gewesen und standen griff bereit an Ort und Stelle. "
Seid Ihr genug Leute hier?" fragte Herman seinen ersten Polier. " Es
sind erst einmal genug Maurer hier. Die müssten reichen, damit wir schnell voran
kommen." " Alles klar," sagte Herman Dübel zu Polier Schröder.
" Wenn es Probleme gibt oder euch irgendetwas fehlt ruft ihr im Büro an
bei Frau Meier." " Alle klar Chef. " Das Büro des
Bauunternehmens befand sich mit im Haus der Familie Dübel. In einem größeren
Raum im Haus saßen Frau Meier, die Chefsekretärin des Bauunternehmens, mit
ihrer Vertreterin und Büroangestellten Frau Wille. Die beiden Frauen sorgten
dafür das alles voran ging. Sie überwiesen die Löhne der Maurer auf deren
Girokonten, schrieben die Rechnungen für die Bauherren und kontrollierten die
Stunden der Maurer, holten Aufträge herein und nahmen alle Telefongespräche die
das Bauunternehmen betrafen an.
Nachdem Herman sich auf allen Baustellen erkundigt hat ob
alles in Ordnung war fuhr er erst einmal zurück ins Büro, wo er in Zukunft viel
Zeit verbringen würde. Es war nämlich viel Schreibarbeit für einen
Bauingenieuren. Er holte neue Aufträge herein und telefonierte mit Architekten.
Den ganzen Morgen verbrachte er im Büro am Computer. Das
Unternehmen seines Vaters lief sehr gut und Herman wollte, dass das auch so
blieb. ER hatte nun eine große Verantwortung übernommen. Sein Vater war sehr
krank. Hoffentlich schafft er es die Krankheit zu besiegen. Damit er noch lange
für ihn und vor allem für seine Frau und sein Enkelkind da war.
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Simone machte viel mit ihrem Großvater. Und in der nächsten
Zeit würde Herman
nicht so viel Zeit mit seiner Tochter verbringen können. Da
war ihm ganz recht, dass sein Vater nun
mehr Zeit für Simone haben würde.
Hermans Frau Iris war Hausfrau und Mutter. Und sie führte
den Haushalt im Hause Dübel. Und es war ein großer Haushalt den sie da führen
musste. Viele Räume hatte das Haus und sie putzte auch die Wohnung ihrer
Schwiegereltern und kümmerte sich um die Wäsche und das Essen im Haus. Ihre
Schwiegermutter hatte schon lange Rheuma und somit half Iris gerne. Die Arbeit
im Haus füllte sie aus. Auch die Büroräume machte sie sauber und hielt sie in
Ordnung. Die anderen aus der Familie waren froh dass Iris so fleißig war und
sich um Alles kümmerte. Herman hatte nun ja auch genug zu tun das Unternehmen
zu leiten. Sie aßen Mittags immer zusammen an einem Tisch in der Küche von
Herman und Iris. Simone wurde von der KITA von ihrem Großvater abgeholt. Zum
ersten Mal. Heinz war stolz auf seine Enkeltochter. Sie gingen zusammen nach
Hause, wo schon das Essen auf sie wartete. Sie setzten sich Alle an den
Küchentisch um zu essen. Herman kam etwas später dazu. Er hatte viel zu tun.
" Na klappt alles, Herman," fragte Heinz. " Du wirst die nächste
Zeit viel um die Ohren haben. Aber du schaffst das schon, da bin ich mir
sicher. " " Danke, Vater. Und wie war dein erster Tag im
Ruhestand." " Ein bisschen langweilig. Aber dafür kann ich meine
Enkeltochter jetzt jeden Tag von der KITA abholen. Und das finde ich gut."
Herman aß ganz schnell seinen Teller auf und fuhr dann
erneut zu den Baustellen. " Das spielt sich noch ein," sagte Heinz zu
den anderen. Das sind die ersten Tage, daran gewöhnt er sich schnell. Herman
fuhr gerade los als ihn seine Sekretärin Frau Meier anrief aus dem Büro auf
sein Handy. " Herr Dübel, Herr Schröder hat mich gerade angerufen. Auf
einer Baustelle ist ein Unfall passiert. Fahren sie bitte sofort dort
hin." " Das geht ja gut los," sagte Herman Dübel und fuhr so
schnell es ging zu der besagten Baustelle. Als er ankam war schon ein
Krankenwagen vor Ort. Frank Rode, der gerade seine Gesellenprüfung geschafft
hatte, war auf dem Gerüst hergegangen und ist plötzlich eingebrochen und durch
ein Gerüstbrett auf den Boden gefallen, wie ihm sein Polier Schröder erzählte.
Schröder war von seiner Baustelle zur Unglücksstelle, die sich auf einer
anderen Baustelle befand, gefahren. Schließlich ist er ja der Oberpolier.
" Wie konnte das passieren, Schröder?" fragte Herman Dübel seinen 1.
Polier. Chef, ich wurde auch nur angerufen und bin dann sofort hier hin
gefahren." " Wer hat hier zu sagen auf dieser Baustelle?" "
Chef, das ist Wilfried Linke: Ein Vorarbeiter." " Den möchte ich
sprechen, aber vorher gehe ich zum Krankenwagen um mich nach dem
Gesundheitszustand von Frank Rode zu erkundigen.
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Herman Dübel ging zum Krankenwagen. " Ich bin der Chef
von Herrn Rode. Hat er sich schwer verletzt, Herr Doktor?" " Ja, es
sieht so aus. Durch den Sturz vom Gerüst hat er sich ein Bein gebrochen. Und er
hat eine Gehirnerschütterung. Hat er einen Helm getragen, ich wage es zu
bezweifeln. Und er ist auch noch auf seinem Rücken gefallen. Dort klagt er über
große Schmerzen. Würden sie die Familie benachrichtigen. Wir fahren ihn nun in
das Krankenhaus." " Gute Besserung", sagte Herman Dübel noch zu
Frank Rode bevor die Tür des Krankenwagens geschlossen wurde.
Schröder sprach gerade mit dem Vorarbeiter auf dieser
Baustelle, als Dübel dazu kam. " Hallo, Herr Linke. Wie ist denn dieser
Unfall überhaupt passiert?" " Ich kann es mir nicht erklären. Es hat
auch keiner richtig gesehen. Auf einmal gab es einen lauten Schrei, wir sind
alle dort hingelaufen und dann lag Frank Rode schon unter dem Gerüst."
"War ein Gerüstbrett schon älter, dass Frank da durchbrechen konnte?"
" Nein, die Gerüstbretter waren Alle im einwandfreien Zustand."
"Wo ist denn überhaupt das kaputte Gerüstbrett?" fragte Dübel seinen
Vorarbeiter. Wir sind noch gar nicht dazu gekommen. Was meinen sie was hier los
war." " Dann gucken wir doch mal zusammen danach," schlug Dübel
Junior vor.
Aber wo sie auch guckten ein kaputtes Gerüstbrett war nicht
zu sehen. " Das ist aber komisch." Aber überall wo sie auch suchten,
das Gerüstbrett war wie vom Erdboden verschluckt. " Wenn das Gerüstbrett
nicht bis morgen aufgetaucht ist, werde ich die Bauaufsicht und die Polizei von
diesem Unfall in Kenntnis setzen. "
Herman Dübel rief dann sofort die Eltern des jungen Mannes
an und erzählte ihnen behutsam von dem Unfall. Danach fuhr Dübel zum
Krankenhaus um neueres zu erfahren. Er wartete eine ganze Weile auf dem Flur,
als die Eltern des jungen Maurers plötzlich um die Ecke kamen. " Herr
Dübel, wie geht es unserem Frank?" " Ich weiß selber noch nicht viel.
Der Arzt wird sicher gleich kommen." Und tatsächlich kam auch der Arzt aus
seinem Zimmer um mit den Eltern zu sprechen. Eine ganze Zeit sprach der Arzt
mit den Eltern. Und als er ging sprach Dübel die Eltern von Frank an. "
Wie geht es ihm?" " Nicht so gut." Er kann seine Beine nicht richtig
bewegen, dass kann durch eine Rückenquetschung kommen , die durch den Aufschlag
des Rückens auf dem Boden gekommen sein kann. Der Arzt hofft aber, dass wenn die Quetschung zurück geht, er seine
Beine wieder bewegen kann." " Wollen wir das beste hoffen,"
sagte Dübel. Den Eltern erzählte er noch was er über den Unfall bis jetzt
wusste und auch das das Gerüstbrett durch das Frank einbrach nicht mehr
aufzufinden war. Er sagte den Eltern auch, dass er die Polizei benachrichtigen
wollte , falls das Brett morgen nicht wieder aufgetaucht ist.
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Herman Dübel fuhr traurig nach Hause. Es war etwas später
geworden. Nachdem er seine Frau und vor allem seine kleine Tochter Simone
begrüßt hatte, ging er zu seinem Vater nach Oben in dessen Wohnung und wollte
ihm gerade von dem Unfall erzählen, als sein Vater zu ihm sagte: " Ich
habe es schon gehört, Herman." "Papa, was für ein Unglück. Den ersten
Tag habe ich mir anders vorgestellt. Aber irgendetwas stimmt nicht mit dem
Unfall. Das Gerüstbrett, wo der arme Frank durchgebrochen ist, ist
verschwunden. Das stinkt doch zum Himmel." " Was willst du machen,
Herman?" " Ich werde die Polizei einschalten müssen." "Ja,
das musst du sogar. Das ist deine Pflicht, Herman. Aber ansonsten versuche
wieder Ruhe in den Betrieb zu kriegen. Irgendwie. Es muss weiter gehen. Auch an
dieser Baustelle, wo das Unglück passiert ist muss die Arbeit weiter
gehen." " Du hast recht, Vater. Es ist eine schlimme Sache passiert,
glaube ich. Aber die Polizei und auch wir müssen unsere Arbeit machen."
Heinz Dübel war auch sehr traurig, als sein Sohn wieder nach unten ging. So etwas hatte Heinz nicht
erlebt als Chef des Unternehmens. Unfälle hatten sie auch, aber sie sind immer
glimpflich ausgegangen. Sein Sohn tat ihm leid.
Als Simone am schlafen war in ihrem Kinderbett sprach Herman
noch lange mit seiner Frau Iris.
Am nächsten Morgen musste der Alltag weitergehen. Herman
Dübel fuhr zu dem Treffpunkt, wo sich alle Bauarbeiter immer trafen bevor sie
auf die Baustellen eingeteilt wurden. Einem Parkplatz an der Kirche. Alle waren
ziemlich ruhig und viele waren fassungslos, weil sie schon über das Unglück des
Kollegen erfahren haben. Aber die Arbeit musste weiterlaufen. Egal was passiert
war. Aber der Unfall von Frank war natürlich nicht nur bei den Arbeitern ein
Gesprächsthema sondern war Stadtgespräch. Herman Dübel fuhr zur
Unglücksbaustelle und erkundigte sich noch einmal nach dem Gerüstbrett aber es
blieb weiterhin spurlos verschwunden. Darum benachrichtigte Herman Dübel die
Polizei.
Etwa eine viertel Stunde später waren die Polizeibeamten auf
der Baustelle und sprachen mit Herman Dübel und dem Vorarbeiter der Baustelle.
" Ich habe nichts gesehen von dem Unfall, ich habe Frank schreien hören
und habe ihn dann dort unter dem Gerüst liegen sehen." " Wir müssten
mit allen Arbeitern sprechen, die auf dieser Baustelle arbeiten und auch
gestern gearbeitet haben." " Das können sie. Ich sage meinen Kollegen
bescheid."
Die Polizei kümmerte sich nun um diesen Unfall. Es dauerte
eine ganze Weile bis wieder Ruhe in die Firma kam. Aber Frank schien noch Glück
im Unglück gehabt zu haben.
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Seine Beine konnte er drei Tage nach dem Unfall wieder
bewegen, nachdem die Rückenquetschung
wieder zurück gegangen war. Und bald war er wieder zu Hause. Er war aber
natürlich noch krank geschrieben. Aber er wollte wohl schon bald wieder einen
Arbeitsversuch machen. Er hatte keine Angst. Aber er sollte auf einer anderen
Baustelle anfangen bis die Sache mit dem Gerüstbrett geklärt war.
Aber drei Tage bevor er wieder zur Arbeit zurück kam, hatten
die Polizei den Schuldigen für dieses Unglück schon gefunden. Ein Kollege hatte
das Gerüstbrett angesägt und wollte seinen Kollegen mit Absicht verletzen.
Eifersucht war das Motiv. Der Kollege hatte sich in Frank seine Freundin
verguckt und wollte Frank ausschalten. Da es Heimtücke war bekam der Täter eine
lange Gefängnisstrafe. " So etwas," sagte Heinz zu seinem Sohn. Da
denkt man, man kennt seine Angestellten und dann kommt so etwas vor."
" Ja, Papa. Das konnte doch keiner wissen. Man guckt den Menschen nur vor
den Kopf und nicht hinein." " Ich bin auf jeden Fall erleichtert,
dass sich der Unglücksfall von Frank so schnell aufgeklärt hat, Herman."
" Das bin ich auch Papa. Gut, das sie den Täter so schnell gefunden haben.
Jetzt kann noch einmal ein Neuanfang gestartet werden." " Genau mein
Junge. Das wirst du schon machen."
Für Herman Dübel war es die nächste Zeit schwer Ruhe in den Alltag zu kriegen. Auch wollte niemand
eine Lehre machen bei ihm. Die Bewerbungen blieben aus. Es hatte jeder ja
mitgekriegt, dass mit dem Mordversuch. Aber als Frank Rode, der Verunglückte,
wieder an fing zu arbeiten war das für Alle ein gutes Zeichen und sie freuten
sich, dass der junge Mann trotz der schlimmen Sache weiter in der Firma
arbeiten wollte. Und eine ganze Zeit später hatte das Bauunternehmen auch
wieder zwei neue Lehrlinge. Und die beiden waren engagiert und fleißig bei der
Arbeit. Auch der 1. Polier Schröder sprach gut von den beiden Lehrlingen. Und
so nach und nach hatten viele die Sache wieder vergessen. Es kamen auch neue
Aufträge herein. So passierten viele schöne Dinge in der Firma von Herman
Dübel. Es wurde nach Fertigstellung eines Wohnhauses das so genannte "
Richtefest " gefeiert. Die Arbeiter feierten mit dem Bauherren und seiner
Familie ein schönes Fest zusammen mit Herman Dübel. Sie sprachen noch einmal
über die gelungene Fertigstellung des Hauses und sie stießen auch das ein oder
andere mal an mit einem Glas Bier. Es gab sogar ein bisschen was zu essen. Und
es gefiel allen sehr gut den Abend auf
der Feier. Endlich mal wieder etwas erfreuliches für die Firma Dübel. Und es
sollten noch mehr erfreuliche Dinge kommen. Ein Arbeiter wurde stolzer Vater
eine Jungen und das schon mit 22 Jahren. Der Mutter , die erst 20 Jahre alt
war, und dem Baby, ging es sehr gut.
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Der stolze Vater
feierte dieses Ereignis mit seiner Familie aber auch mit vielen
Arbeitskollegen. Eine schöne Abwechslung im harten Arbeitsalltag. Und noch ein
Grund zu feiern zwei Arbeiter waren 30 Jahre im Betrieb tätig und bekamen eine
Urkunde und jeder 100 Euro als Geschenk für diese stolze Leistung. Es gab Gott
sei Dank noch genug schöne Dinge die in der Firma waren und die die schlimme
Sache schnell vergessen ließen.
So ging das Bauunternehmen erfolgreich weiter. Es wurde viel
gearbeitet und so manches Haus hochgezogen.
Herman Dübel hatte sich auch schnell an seine Aufgabe
gewöhnt. So machte Allen die Arbeit wieder Spaß und Freude. Heinz Dübel genoss
die freie Zeit als Rentner, obwohl er krank war, mit seiner Familie. Seine
Chemotherapie schien auch sehr gut anzuschlagen. Schließlich wollte er ja noch
den 50 Geburtstag seines Bauunternehmens gesund miterleben. Seit Wochen
sprachen alle nur darüber. Und keiner von den Arbeitern wusste wie das fest
begangen werden sollte. Wo wir wohl feiern werden, fragten einige Maurer sich
gegenseitig. Keiner wusste etwas. Nur die Familie Dübel natürlich und die erste
Sekretärin, die musste nämlich die Einladungen schreiben für das
Firmenjubiläum. Heinz Dübels Vater Eduard hatte die Firma auch geführt als er
plötzlich verstarb und der 15jährige Heinz Dübel es tatsächlich schaffte die
Firma am Laufen zu halten. Ganz klein neben seinem eigenem Studium. Mit zwei
Maurer und er. Die beiden Maurer waren Brüder seines Vaters und sie halfen dem
kleinen Heinz Dübel, das die Firma bestehen blieb und später als der Heinz so
18 Jahre alt war, war er damals der jüngste Unternehmer im ganzen Umkreis. Alle
Leute staunten nur was dieser junge Mensch nach dem Tod seines Vaters Eduard
auf die Beine gestellt hat. Die beiden Onkel von Heinz leben nicht mehr aber
sonst waren noch viele Maurer in der Firma mit denen er die Firma all die Jahre
hoch gehalten hat.
Frau Meier und Frau Wille schrieben Einladungen um die
Wette. Die ganze Firma sollte dieses Jubiläum gebührend feiern. Alle Angestellten
waren natürlich eingeladen, Freunde und bekannte der Familie Dübel auch.
Das Jubiläum fiel auch noch günstig auf einen Samstag. Da
brauchte keiner arbeiten und vor allem am nächsten Tag konnten alle
ausschlafen. Als Frau Meier und Frau Wille die Einladungen fertig geschrieben
hatten brachten sie diese in die Post. Es waren 75 Einladungen geschrieben
worden. Wenn alle kamen und davon konnte man ausgehen war das schon eine große
Gesellschaft. Und sie wollten dieses Jubiläum im Dorf in der Gaststätte in der
" Tenne " feiern.
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Dort feierten die Dübel alles was zu Feiern gab. Auch die
Weihnachtsfeiern der Firma fanden immer in der "Tenne" statt. Es gab
dort sehr gutes Essen und die Wirtsleute waren sehr nett und freundlich. Und es
gab einen großen Saal mit Platz für 100 Gästen.
Es war ein großes Ereignis dieses 50jährige
Betriebsjubiläum. Alle die zur " Tenne" gingen waren schick angezogen
und um 19 Uhr abends trafen Alle fast pünktlich ein. Die Gastgeber, die ganze
Familie Dübel saßen schon an ihren Tischen und schauten nun gespannt zu wie die
ganzen Gäste in den Festsaal kamen. Und es dauerte nicht lange bis alle Leute
an ihren Plätzen saßen. Es wurde munter drauflosgeredet. Schließlich kannten
sich ja fast Alle. Auf einmal schlug jemand mit dem Löffel gegen ein Glas und
bat um Ruhe.
Plötzlich war alles ruhig im Saal. Heinz Dübel der
Firmengründer sprach zu den Gästen:
" Verehrte Gäste. Ich freue mich, dass sie Alle der
Einladung zu unserer Feier anlässlich des 50 jährigen Firmenjubiläums gefolgt
sind. Alle die hier sitzen haben zu diesem Jubeltag etwas beigetragen.
Angefangen von den vielen Arbeitern und Angestellten dieser Firma. Ihnen Allen
gehört mein größter Dank und die größte Wertschätzung. Wir haben viel erreicht
und sind zusammen ein bisschen älter geworden und zusammen gewachsen. Uns alle
verbindet die Liebe zum Handwerk. Und diese Liebe kann man sagen ist nun heute
50 Jahre alt. Bei einer Ehe würde man sagen wir feiern Goldene Hochzeit
zusammen. Bei uns kann man sagen, Handwerk hat goldenen Boden und bei uns in
der Firma gilt das schon seit 50 Jahren. Darum sind wir heute hier zusammen
gekommen, um dieses Ereignis gebührend zu feiern. Deshalb lade ich sie zu
einigen gemütlichen Stunden bei Essen, Trinken und Lebensfreude diesen denkwürdigen Tag mit uns zu verbringen. Das Essen wird gleich
gereicht und ich wünsche Ihnen eine
guten Hunger und viel Spaß an diesem Abend. Getränke sind heute
natürlich frei. Viel vergnügen und noch einmal vielen dank für diese 50 Jahre
Bauunternehmen. Und so möchte ich mein Glas erheben und sagen " Ein Hoch
auf unser Herzstück der Firma, unsere Angestellten. Prost Euch Allen."
Als Heinz Dübel sich wieder hinsetzte fingen Alle an zu
klatschen und sogleich kam auch schon das Essen in den Saal.
Und die Maurer staunten nicht schlecht was die Wirtsleute
auf die Tische setzten. Schüsseln mit Kartoffelknödel und Rotkohl und
Fleischplatten worauf Sauerbraten angerichtet war.
Außerdem gab es Schüsseln mit Salat. Vor allem gab es
reichlich von Alledem. Und zum Nachtisch gab es Schüsseln mit
Schokoladenpudding und Vanillesauce. Und vorweg gab es noch eine heiße Suppe
mit Markklößen und Eierstich und Nudeln.
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Alle hatten große Augen gekriegt bei dem essen und alle
waren gut gelaunt bei Tische.
Und natürlich wurden Alle satt, und wer nicht, der war
selber Schuld. Die Feier nahm einen fröhlichen Verlauf und alle hatten zu
später Stunde schon ordentlich Alkohol getankt. Es wurde ausgelassen gefeiert.
Und gegen 24 Uhr gab es noch einmal etwas zu essen. Es gab Schnittchen mit
Wurst, Käse und Fisch. Es wurde gut zugepackt, denn um diese Zeit hatten viele
noch einmal Hunger gekriegt. Die Feier dauerte noch ein paar Stunden an, denn
so ein Jubiläum feiert man nicht alle Tage. Der Letzte ging um 4Uhr morgens.
Schließlich konnte ja jeder ausschlafen.
Am nächsten Tag hatten noch viele einen Kater. Deshalb
ließen sie den Sonntag ruhig angehen. Und versuchten sich noch ein bisschen zu
erholen. Schließlich mussten die Maurer am Montag wieder fit für die Arbeit
sein. Heinz sprach am Sonntag morgen mit seinem Sohn
Herman über das Fest. " Ich glaube es hat allen gut
gefallen, Herman." " Das glaube ich auch, Papa. Du hast auch ganz
schön aufgetischt. Aber die Angestellten hatten sich das auch verdient. Sie
haben gut gearbeitet die ganzen Jahre. Du hast da auch eine gute Firma
aufgebaut, Papa." " Du wirst sie gut weiterführen, da bin ich mir
sicher, Herman."
Am Montag ging der Alltag wieder los. Aber viele sprachen
noch von dieser schönen Feier, die sie am Samstag erlebt hatten. Der Chef hatte
Ihnen ganz schön was geboten. Da waren sich Alle einig. Zum Ärger mancher
Maurer fing der Montag nicht so gut an. Zwei
Firmenautos mussten in die Werkstatt. Der Marder hatte die Brems- und
Benzinschläuche durchgebissen. Nun mussten zwei Maurer mit ihren Privatautos zu
ihrer Baustelle fahren.
Und morgen früh wahrscheinlich auch noch einmal.
Fortsetzung folgt
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