„Der Fuchs“ Teil IV
Der Fuchs als erster am Tatort
Kevin, der Enkelsohn vom Fuchs, lag im Krankenhaus in
Berlin-Grunewald, weil ihm der Blinddarm raus operiert wurde. Einen Tag nach
der Operation fühlte sich Kevin schon etwas besser, aber er war noch etwas
geschwächt. Sein Opa Wolfgang Schrader, genannt „ der Fuchs“, weil er durch
seine Schläue die Fälle auf dem Kommissariat früher immer lösen konnte,
besuchte ihn jeden Tag im Krankenhaus. „ Na Kevin wie geht es dir heute?“ „ Na
ja, schon ganz gut, Opa. Nur hier ist es so langweilig. Kein Fußball spielen,
keine Pizza. Wenigstens Fernsehen kann man hier.“ „ Du bist ja bald wieder zu Hause,
Kevin. Und dann kannst du so viel Fußballspielen wie du willst.“ „ Kannst du
mir nicht einmal eine Pizza mitbringen, Opa?“ „ Du, da fragst du am besten mal
deinen Arzt drum.“ „ Das mache ich sofort morgen bei der Visite.“ „ Brauchst du
noch irgendetwas von zu Hause, Kevin. Soll ich dir etwas Bestimmtes
mitbringen?“ „ Ja du könntest mir meinen Laptop mitbringen, dann könnte ich ein
paar Computerspiele machen.“ „ Der Fuchs“ blieb noch eine ganze Weile im
Krankenhaus bei Kevin und wollte dann aber nach Hause fahren. Sein Auto stand
auf dem Parkplatz des Krankenhauses und um dort hin zu kommen, musste man durch
den Krankenhauspark gehen. Als er durch den Park ging war es schon etwas
dunkel. Als „ der Fuchs“ an dem Fischteich, der sich im Park befand, vorbei ging,
traute er seinen Augen nicht. Im Teich lag ein junges Mädchen, das sich nicht
bewegte. Sofort lief der Fuchs zu dem Teich und zog das Mädchen heraus, aber er
sah sofort die aufgeplatzte Stelle am Kopf und das Blut in den Haaren. Er
wusste hier kam jede Hilfe zu spät. Sofort rief er Patrik Dirkes, den er zu
seinem Nachfolger gemacht hat, bei der Mordkommission an. Als Dirkes an dem
Tatort ankam, und das wusste Schrader bereits, das es sich hierbei um ein
Verbrechen handelte, denn die Tatwaffe hatte er schon gefunden, standen schon
viele Schaulustige um den Teich herum.
Die Tatwaffe war eine Statue, die neben dem Teich auf einem
Sockel gestanden hatte. Es waren deutlich Blutspuren auf der Statue zu sehen. „
Wolfgang, du ziehst die Verbrechen ja förmlich an. Egal, wo der Tatort auch
ist, du bist schon da.“ „ Ich weiß auch nicht wie das kommt, Patrik.“
Als erstes musste die Identität des Mädchens festgestellt
werden. Wie sich später herausstellte war das tote Mädchen Luise Werner, die
Tochter des Chefarztes Nils Werner.
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Werner erfuhr direkt bei der Arbeit vom Tod seiner Tochter
Luise. Als er davon hörte, wurde er
kreidebleich und brach zusammen. Zwei Minuten war er bewusstlos. Dann erholte
er sich aber wieder. Seine Kollegen schickten ihn nach Hause zu seiner Familie.
Dirkes und Schrader waren am Tatort und sprachen über diesen traurigen Fall. „
Hast du etwas gehört oder gesehen, Wolfgang?“ „ Nein, Patrik, leider nicht. Ich
hatte Kevin besucht im Krankenhaus und wollte nach Hause, als ich das Mädchen
im Fischteich fand.“
Dirkes befragt die Familie Werner. „ Herr Werner, wissen sie
was ihre Tochter im Krankenhaus wollte?“ „ Ich kann es mir eigentlich nicht
vorstellen, was sie wollte. Ich war auch ganz überrascht.“ „ Hatte sie
vielleicht eine Untersuchung von der sie nichts wussten?“ „ Davon weiß ich auch
nichts.“ „ Ich kann ihnen aber genau sagen was sie im Krankenhaus wollte. Sie
hat sich nach einer Abtreibung bei ihrem Kollegen erkundigt.“ „ Meine Tochter
war schwanger? Das gibt es doch gar nicht, wusstest du davon, Helga?“ fragte er
seine Frau. „ Ja, ich wusste davon.“ „ Warum hast du nichts gesagt?“ „ Ach mit
dir kann man doch über so etwas nicht sprechen, Nils.“ „ Warum hast du nichts
gesagt.“ „ Du wirst doch immer gleich
laut, Nils.“ „Hat ihre Tochter noch Geschwister?“ „ Ja zwei Brüder. Bruno und
Erwin,“ „ Und hatte sie einen Freund?“ „Ja, Klaus Fiedler. Sie sind seit einem
Jahr zusammen.“ „Können sie mir die Adresse geben von Klaus Fiedler?“ Helga
Werner gab Patrik Dirkes die Adresse von Klaus Fiedler. Dirkes fuhr sofort zu
dem jungen Mann. „ Guten Tag,“ sagte Fiedler als er seine Wohnungstür
aufmachte. „ Guten Tag,“ sagte auch Dirkes. „Sind sie Klaus Fiedler?“ „ Ja der
bin ich. Warum?“ „ Ich muss ihnen eine traurige Mitteilung machen. Ich bin
Patrik Dirkes, Hauptkommissar bei der
Mordkommission. Ihre Freundin Luise Werner wurde umgebracht.“ „ Umgebracht
sagen sie. Aber warum? Wer macht denn so etwas?“ „ Genau diesen Fragen muss ich
nachgehen. Wo waren sie heute Abend; Herr Fiedler?“ „ Ich war zu Hause und habe
für meine Zwischenprüfung geübt.“ „ Was wollen sie mal werden?“ „ Ich lerne
Zimmermann.“ „ War jemand bei ihnen als sie zu Hause gelernt haben?“ „ Nein ich
war alleine.“ Wussten sie das Luise schwanger war?“ „ Nein, das wusste ich
nicht.“ „ Hatte Luise ihnen das nicht erzählt?“ „ Nein.“ „Luise war deswegen im
Krankenhaus in Behandlung. Sie hatte überlegt dass Kind abzutreiben.“ „ Warum
denn das?“ „ Das würde mich auch interessieren, Herr Fiedler.“ „ Wir wollten
später auch mal Kinder, aber jetzt noch nicht. Deswegen haben wir auch immer
verhütet.“ „ Wie haben sie verhütet?“ „ Sie nahm die Pille und ich Kondome.
Doppelt so zu sagen.“ „ Wer ist denn dann der Vater? Haben sie eine Ahnung.“ „
Nein tut mir leid, ich weiß von keinem Anderen.“
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„Dann will ich sie erst einmal in Ruhe lassen. Halten sie
sich bitte für weitere Fragen zur Verfügung und ich muss sie bitten die Stadt
nicht ohne unsere Erlaubnis zu verlassen. Auf wieder sehen, Herr Fiedler.“
Als Dirkes ins Präsidium fuhr wartete schon „ der Fuchs“ auf
ihn. „ Und, Patrik hast du etwas in Erfahrung bringen können?“ „ Das ein oder
andere schon. Zum Beispiel wusste anscheinend nur die Mutter von Luise, dass
Luise schwanger war. Außerdem ist sich Klaus Fiedler sicher, dass die beiden
immer geschützten Sex hatten, weil wie er sagte beide verhütet hatten. Wenn das
stimmt, kann Luise nicht von ihm schwanger gewesen sein.“ Wieder ein
schwieriger Fall für dich, Patrik. Aber dein dritter Fall, den du alleine
leitest. Du hast also schon Erfahrungen gesammelt, das schaffst du auch.“ „
Aber trotzdem wäre es schön, wenn du mir wieder ein Bisschen helfen würdest,
Wolfgang.“ „ Na klar helfe ich dir noch einmal. Ich kann gar nicht ohne
Verbrechen, und du sagtest es ja schon treffend, ich bin immer als erster am
Tatort. Für heute muss ich mich aber verabschieden, Patrik. Ich muss nach
Hause. Morgen wollte ich wieder Kevin im Krankenhaus besuchen.“ „ Vielleicht
treffen wir uns ja zufällig, denn ich wollte auch ins Krankenhaus, den Arzt
befragen, der Luise behandelt hat. Tschüß, Wolfgang.“
Als der Fuchs zu Hause war sagte seine Frau: „ Wollte Kevin
dich nicht nach Hause lassen, Wolfgang?“ „ Nein dieses mal kann Kevin mal
nichts dazu. Ich habe ein Mädchen tot aus dem Teich im Krankenhauspark
gefischt. Das Mädchen ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden.“ „ Das ist ja
schrecklich. Dann willst du dich bestimmt etwas hinlegen, Wolfgang.“ Schrader
legte sich auf das Sofa und seine Frau brachte ihm einen Tee und eine
geschmierte Schnitte Brot mit Schinken darauf. „Das ist aber lieb von dir,
Maria. Denk einmal mit daran, dass wenn ich morgen zu Kevin fahre, dass ich
seinen Laptop mitnehme. Er möchte ein paar Computerspiele machen auf seinem
Notebook.“
Am nächsten Morgen fuhr Schrader sofort nach dem Frühstück
zu Kevin ins Krankenhaus. Als er auf den Krankenhausflur auf Kevins Station
kam, ging ihm Kevin schon entgegen. „ Hast du das Laptop mit, Opa?“ „ Lass uns
erst einmal auf dein Krankenzimmer gehen, Kevin.“ Die beiden gingen auf Kevins
Krankenzimmer und Kevin fragte erneut nach seinem Laptop. „ Ich habe dein
Notebook mitgebracht, was denkst du denn.“ „ Klasse, Opa.“ Schrader holte den
tragbaren Computer heraus und gab ihm Kevin. Der wollte sofort mit Computer
spielen beginnen, aber sein Opa sagte: „ Damit kannst du auch noch spielen,
wenn ich wieder weg bin, Kevin.“
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„ O.K. Opa? Stimmt es
das du eine Leiche gefunden hast im Parkteich.“ „Das hat sich auch schon bis zu
dir herum gesprochen? Das habe ich mir gedacht. Die Tochter des Chefarztes ist
getötet worden.“ „ Und, Opa. Gehst du jetzt mit Patrik wieder auf Verbrecherjagd?“
„ Ja, aber erzähl das nicht überall herum, Kevin. Sonst warnst du vielleicht
noch den Verbrecher.“
„ Übrigens, Opa. Ich darf Pizza essen.“ „ Hast du etwa
wirklich auf der Visite gefragt?“ „ Ja, genau.“ Und was genau hat dein Arzt
gesagt?“ „ Die Speisen im Krankenhaus sind zwar auch gut, aber wenn ich wollte
könnte ich mir ruhig mal eine Pizza gönnen.“ „ Schön gesagt von deinem Arzt.“ „
Bringst du mir morgen dann eine Pizza mit Opa?“ „ Was möchtest du denn für
eine?“ „ Am liebsten eine Pizza Rustica.“ „ O.K.; Kevin morgen. Aber dann erst
wieder nächste Woche, wenn du dann noch im Krankenhaus bist. Jeden Tag Pizza
ist nämlich ungesund. Hat dir das dein Arzt nicht auch gesagt?“ „ Nö.“ „ Das
würde er dir aber sagen, wenn du ihn danach fragen würdest. Der Mensch braucht nämlich auch Vitamine die in Obst und
im Gemüse stecken. Kevin, darfst du denn schon aus dem Zimmer?“ „ Warum?“ „ Ich
würde gerne einen Kaffee trinken. Und ich würde dir dann im Krankenhauscafe` einen
Kakao ausgeben.“ „ Au, ja.“ „ Soll ich mal die Schwestern fragen ob du schon
mit darfst?“ „ Ja frag mal.“ „Der Fuchs“ ging in Richtung Schwesternzimmer. Er
wollte gerade an die Tür klopfen, als er einen Arzt mit einer Schwester
rumknutschen sah.“ Es war der Chefarzt Dr. Werner, der mit der jungen
Krankenschwester „spielte“. Der Fuchs wartete einen Moment, ging einen Schritt
zurück und klopfte erst dann als die beiden mit Küssen aufhörten. Die Schwester
machte ihre Haare zurecht und ging auf die Glastür zu und öffnete sie. „ Ja,
Herr Schrader. Kann ich etwas für sie tun?“ „ Schwester, ich wollte nur kurz
fragen ob ich mit Kevin in die Cafeteria gehen kann und er eine Tasse Kakao
trinken darf?“ „ Ja das kann er ruhig machen. Aber zum Essen sollte er wieder
auf seinem Zimmer sein.“ „ Danke Schwester.“ „ Kein Problem.“ Kevin und sein
Opa gingen in die Cafeteria. Die war an dem Morgen noch nicht so voll. Sie
setzten sich gemütlich an einen Tisch und warteten auf die Bedienung. Aber was
musste Herr Schrader da sehen? Chefarzt Werner war auch schon wieder da. Und
zwar knutschte er nun die Bedienung des Cafe`s ab. Schrader dachte nur, der
lässt nichts anbrennen. So ein Halodrie. An jedem Finger zehn. Ob das seine
Frau weiß? Wenn er das so offensichtlich macht, ist ihm das glaube ich ganz
egal. Kevin hatte aber nichts mitgekriegt. Die beiden tranken ihre Getränke
genüsslich aus und gingen dann wieder auf die Station von Kevin. Es dauerte
nicht lange dann kam schon das Mittagessen von Kevin auf sein Krankenzimmer.
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„ Du Kevin, du bist ja jetzt erst einmal mit Essen
beschäftigt, ich gucke mal ob ich Patrik hier irgendwo finde im Krankenhaus.“ „
O.K. Opa.“ „Der Fuchs“ ging aus dem Zimmer und suchte Patrik Dirkes. Er ging in
die Richtung der Gynäkologie Station und als er auf dem Flur ankam sah er
Patrik schon vor dem Arztzimmer stehen. „ Hallo Patrik. Willst du zu dem Arzt
hinein?“ „Ja ich wollte zu Dr. Kober. Willst du mit reingehen ins
Sprechzimmer?“ „ Nein, das schaffst du ganz alleine. Aber ich wollte dir nur
sagen, das Dr. Werner was Frauen betrifft, mehrere Eisen im Feuer hat. Ich habe
ihn mit einer Stationsschwester in eindeutiger Szene gesehen, und fünf Minuten
später in der Cafeteria mit der Bedienung.“ „ Sehr interessant, Wolfgang. Das
könnte eine Info sein, die wir vielleicht noch gut nutzen können.“
„Der Fuchs ging wieder zu Kevin zurück und Patrik Dirkes
musste noch etwas warten bis der
Arzt kam. Diese Ärzte im Krankenhaus waren ja so schlecht zu
sprechen. Es dauerte noch zwanzig Minuten bis der Dr. Kober endlich kam. „Entschuldigung,
Herr Kommissar. Es kommt immer was dazwischen, ich kenne das schon hier. Man
wird immer irgendwo gebraucht.“ „ Das ist doch auch nicht so schlecht, wenn man
weiß man wird gebraucht, Herr Doktor, oder?“ „ Ja, schon. Aber sagen sie mal,
was kann ich denn für sie tun?“ „ Sie haben doch bestimmt von dem Tod der
Tochter ihres Chefs gehört. Wie wir in Erfahrung gebracht haben, war sie
schwanger und hat mit ihnen über eine Abtreibung sprechen wollen. Kurz vor
ihrem Tod hat sie mit ihnen noch gesprochen. Wie hat sie sich denn verhalten in
diesem Gespräch?“ „ Also ich muss ehrlich sagen, sie war schon sehr verzweifelt
und sie wollte unbedingt das Kind abtreiben.“ „ Und, was haben sie ihr
geraten?“ „ Ich habe ihr gesagt, dass physische und psychische Belastungen
kommen könnten, wenn sie das Kind abtreibt“ „ Hat sie ihnen gegenüber erwähnt,
warum sie unbedingt abtreiben wollte?“ Sie sagte: Der Kindsvater ist nicht
gesund, und sie hätte Angst, das ihr Kind auch krank geboren werden könnte.“ „
Hat sie gesagt, was er für eine Krankheit hat der Kindsvater?“ „ Nein, das
wollte sie nicht sagen.“ „ Und wer war der Kindsvater?“ „ Das hat sie auch
nicht gesagt.“ „ Wie sind sie denn auseinander gegangen nach dem Gespräch?“ „
Ich sagte ihr, wenn das stimmt das der Kindsvater krank ist, und sie wirklich
Angst um die Gesundheit ihres Ungeborenen hat, dann hat sie gute Chancen für
eine Abtreibung.“ Patrik Dirkes gab dem Dr. die Hand und verabschiedete sich
von dem Arzt. Von da aus ging Patrik Dirkes
direkt zu Kevin und erstattete ihm einen Krankenbesuch. Er fragte den
Fuchs ob er später noch in präsidium kommen könnte, und der Fuchs bejahte diese
Frage. Aber erst wollte er noch ein bisschen bei seinem Enkel bleiben. Kevin
war sehr glücklich über den langen Besuch von seinem Opa.
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Aber gegen Abend verabschiedete sich der Opa von seinem
Enkel Kevin. „ Jetzt will ich erst einmal sehen, dass ich auch etwas esse,
Kevin. Morgen komme ich wieder, mit einer Pizza im Gepäck, so zu sagen. Tschüß,
Kevin.“ „ Tschüß Opa. Bis morgen.“
„ Der Fuchs“ fährt vom Krankenhaus direkt nach Hause. Seine
Frau hatte schon das Abendbrot fertig und wartete schon auf ihren Mann. „
Wolfgang, du musst doch bestimmt einen Riesen Hunger haben.“ „ Das habe ich
auch. Wie ein Löwe. Kevin würde jetzt sagen, wie der König der Löwen.“ Wolfgang
Schrader aß drei Brote mit Mettwurst.
Normalerweise schmiert er sich sonst nur ein
Brot. Aber es schmeckte ihm auch sehr gut, weil er Heißhunger hatte. Er
trank zwei Tassen schwarzen Tee mit Zitrone und aß einen Kirschjoghurt. So
frisch gestärkt fuhr er ins Präsidium um
Patrik in seinem Dienstzimmer an zu treffen. Die beiden haben sich schon
früher immer gut verstanden, aber heute hatten sie fast eine Vater und Sohn
Beziehung. Sie verstanden sich fast blind und konnten schon bald die Gedanken
des anderen lesen. „ Nun, erzähl mal. Was hat der Arzt gesagt, Patrik.“ „ Er
hat Luise Werner gesagt das sie gute Chancen für eine Abtreibung hat.“ „ Warum
hatte sie gute Chancen?“ „ Weil sie dem Arzt erzählt hat das der Kindsvater
krank ist und sie Angst habe das Kind könnte die Krankheit auch bekommen.“ „
Lass mich raten. Sie wollte nicht sagen wer der Kindsvater ist und auch nicht
an was für einer Krankheit er leidet.“ „ Du hast richtig kombiniert, Wolfgang.
Aber wenn wir das heraus finden könnten wer der Kindvater ist, hätten wir
vielleicht den Täter.“ Und vielleicht müssen wir erst einmal heraus finden wer
krank ist in Luises Umfeld.
Vielleicht kommen wir dann ein ganzes Stück weiter in dem
Mordfall.“
„Der Fuchs“ blieb noch eine halbe Stunde auf dem Präsidium
und fuhr dann nach Hause. Als er zu Hause ankam wurde er auf einmal todmüde und
legte sich sofort ins Bett.
Er schlief die ganze Nacht durch und erwachte frisch und
munter am nächsten morgen. Er stand zusammen mit seiner Frau auf und
frühstückte erst einmal richtig ausgiebig. „ Es ist doch ganz schön anstrengend
den ganzen Tag im Krankenhaus, aber Kevin ist ja in ein paar Tagen wieder zu
Hause. Dann hat die Fahrerei ein Ende, aber ich mache es gerne für Kevin.“ „
Kevin würde dasselbe machen für dich, Wolfgang.“ „ Das weiß ich. Ich kenne
unseren Kevin. Und ich freue mich schon ihn im Krankenhaus zu besuchen. Gegen
Mittag fuhr „der Fuchs“ ins Krankenhaus und Kevin kam ihm, als der Opa auf die
Station kam, entgegen gelaufen. „ Opa, Opa. Schön das du wieder hier bist. Ich
sehe schon etwas, du hast an die Pizza gedacht Danke schön.“ „ Lass sie dir
schmecken die Pizza, Kevin, “ und er gab Kevin die Pizza. „ Und sogar eine
Pizza Rustica. Opa du bist der Beste. Und nicht nur wegen der Pizza.“
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„ Das will ich hoffen. Hast du denn wieder Lust einen Kakao
in der Cafeteria zu trinken?“ „ Ja gerne.“ Als Kevin die Pizza aufgegessen
hatte und das dauerte nicht sehr lange, gingen die beiden in die Cafeteria und
tranken etwas zusammen. „ Sag mal Kevin. Hat der Arzt dir schon gesagt, wann du
wieder nach Hause darfst?“ „Ja. Er sagte wenn es so bleibt könnte ich in vier
oder fünf Tagen wieder nach Hause.“ „ Fühlst du dich denn schon wieder besser,
Kevin. Keine Schmerzen mehr?“ „ Nur noch ein bisschen.“ „ Heute Abend wollten
deine Eltern und die Oma dich besuchen kommen.“ „ Da freue ich mich schon
drauf.“ „ Bleibst du denn nicht da, Opa.“ „ Doch, ich bleibe auch noch. Und
dann gehen wir zusammen zum Kegeln. Morgen komme ich erst ein bisschen später,
weil ich Patrik morgen helfen will auf dem Präsidium.“
Etwas später klopfte es an der Zimmertür und Kevin rief
„Herein.“ Die Zimmertür ging auf und Kevin lachte als er seine Eltern ins
Zimmer kommen sah. Sie begrüßten ihren Kevin und drückten ihn. Die Oma kam gleich
danach und Kevin sagte: „ Hallo Oma. Schön das ihr drei mich besucht. Opa hält
hier immer die Stellung.“ „ Hallo, Kevin. Wie geht es dir?“ „ Ach , schon ganz
gut. Ab und zu schmerzt meine Blindarmnarbe noch, aber sonst geht es mir gut.“
„ Bestimmt vermisst du deine Schule.“ „ Und wie ich die vermisse.“ Alle lachten
ganz laut. Kevin hatte einiges zu erzählen so dass ein lebhaftes Gespräch
entstand. Aber um Acht Uhr ließen sie Kevin allein zurück und fuhren zusammen
zum Kegeln. Sie waren die ersten die auf der Kegelbahn waren. Aber ihre
Kegelbrüder und Schwestern kamen kurz nach ihnen. Es herrschte wie immer
ausgelassene Stimmung und je später es wurde desto ausgelassener wurde es. Aber
alles so wie es sich schicket. Sie lachten viel und hatten einfach viel Spaß
beim Kegeln. Zwischendurch wurde etwas gegessen, aber nur eine Kleinigkeit. Am
meisten wurde getrunken, schließlich wollten die Wirtsleute auch ein bisschen
verdienen. Aber bei der Truppe um Wolfgang Schrader, da hatten die Wirtsleute
keine Existenzsorgen. Da gab es ganz andere Gruppen. Deshalb freuten sich die
Wirtsleute auch immer wenn die Schraders kegelten bei ihnen. Aber Wolfgang
Schrader hielt sich mit dem Alkohol trinken etwas zurück, weil er wusste, dass
er morgen ins Präsidium wollte. Es wurde etwas später. Marion, Schraders
Tochter, fuhr die Kegler wieder nach Hause. Marion trank nicht so gerne Alkohol
und deshalb fuhr sie meistens wieder nach Hause zurück. Zu Hause angekommen
gingen alle sofort zu Bett. Es war ja auch schon Mitternacht durch. Und den
nächsten Morgen mussten Marion und ihr Mann und auch „ Der Fuchs“ wieder fit
sein. Sie mussten alle drei zur Arbeit, wobei es bei Wolfgang kein Muss war, er
tat es freiwillig und ohne Bezahlung, aber er machte es gerne.
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Er fuhr mit seinem Auto zum Präsidium und er war gespannt,
ob sich was Neues ergeben hatte. Patrik strahlte als Wolfgang in sein
Dienstzimmer trat. „ Hallo, Wolfgang. Schön, dass du mir helfen willst. Ich
arbeite immer noch sehr gerne mit dir. Ich weiß eigentlich bist du ja in Rente
aber dir macht es ja auch noch Spaß zu ermitteln.“ „ Ja ich kann noch nicht so
los lassen von meinem Beruf.“ „ Ist nicht schlimm. Ich freue mich über deine
Hilfe, dass weißt du ja.“ „ Was meinst du, stimmt das mit der Krankheit des Kindsvaters,
Patrik. Und was könnte das für eine Krankheit sein die er hat?“ „Ich glaube es
muss schon eine schlimme Krankheit sein. Vielleicht Krebs, vielleicht eine
geistige Krankheit, oder Aids. Leider haben die Ärzte Schweigepflicht. Aber
wenn wir einen konkreten Verdächtigen hätten, muss uns der Arzt doch Auskunft
geben, oder?“ „ Ja dann muss er Auskunft geben. Aber nur wenn wir hieb und
stichfeste Beweise haben. Der Staatsanwalt kann dann die Schweigepflicht von
dem Arzt aufheben.“ Aber dann ist der Fall wahrscheinlich schon fast gelöst.“ „
Ja, aber so ist das nun mal mit den Gesetzen in Deutschland. Lass doch einmal
von unserem Doc die Tote auf Aids kontrollieren. Dann wissen wir um welche
Krankheit es sich handelt, die der Kindsvater hat.“
„ Gute Idee, Wolfgang. Ich werde dass sofort veranlassen.
Vielleicht haben wir schon morgen ein Ergebnis.“ „ O.K. Ich glaube wir sehen
uns morgen wieder, Patrik.“
Der Fuchs fuhr nach Hause und wollte sich ein bisschen
hinlegen. Später wollte er dann zu Kevin fahren und ihn besuchen.
Im Krankenhaus hörte er dann die freudige Nachricht, dass
Kevin morgen entlassen wird. Er soll aber noch ein bisschen zu hause bleiben
und erst nächste Woche zur Schule wieder gehen. „Der Fuchs“ freute sich so sehr
über diese Nachricht, dass er Kevin ein Eis ausgab in der Cafeteria.
Am nächsten Tag war es so weit. Wolfgang holte seinen Enkel
vom Krankenhaus ab und brachte ihn mit dem Auto nach Hause. „ Schön, dass wir
dich wieder im Hause haben, Kevin. Oma und deine Eltern freuen sich auch
schon.“ „ Was meinst du was ich mich freue, Opa.“
Kevin ging als erstes zu seiner Oma und packte dann die
Tasche aus vom Krankenhausaufenthalt. „ Kevin kann ich mal ins Präsidium
fahren, ich muss was mit Patrik klären.“ „ Na klar, Opa.“ „ Ich bin bald wieder
da. Bleib bei uns in der Wohnung bei Oma.“ „ O.K. Tschüß.“
„Der Fuchs“ fuhr zum Präsidium und ging gleich ins
Dienstzimmer von Patrik Dirkes. „ Guten Morgen, Patrik.“ „ Wolfgang, Hallo. Ist
Kevin wieder zu Hause.“ „ Ja. Gott sei Dank. Unser Junge ist wieder gesund.
Aber zur Schule braucht er erst nächste Woche.
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Aber mal was anderes. Die Ermordete hatte Aids. Stimm es,
Patrik?“ „ Du hast Recht. Ich hatte es auch schon vermutet, genau wie du. Jetzt
suchen wir einen Aidskranken, der vielleicht Licht ins Dunkel bringen kann in
unseren Fall.
Übrigens, das Opfer war nur Überträger. Das heißt, sie hatte
zwar Aids, die Krankheit wäre bei ihr aber nie ausgebrochen, aber die Krankheit
hätte sie weiter geben können.
Vielleicht hatte der Täter sich angesteckt bei unserem
Mordopfer. Vielleicht ist das auch der Kindsvater gewesen.“ „ Ja, vielleicht,
Patrik.“ „ Wolfgang ich habe einen Überfall auf dich geplant.“ „ Was kommt denn
jetzt?“ „ Wolfgang, du kennst dich doch jetzt ganz gut aus im Krankenhaus. Ich
wollte dich fragen, ob du vielleicht im Krankenhaus ein bisschen spionieren
kannst.“ „ Eigentlich habe ich erst einmal genug von Krankenzimmern, aber für
dich mache ich das. Ich weiß auch schon wie ich ins Krankenhaus komme.“ „ Du
bist aber nicht krank, Wolfgang.“ „ Nein, aber ich habe einen Hausarzt der auch
fast alles für mich machen würde.“
Wolfgang ging gleich am nächsten Tag zum Arzt. „ Hallo,
Wolfgang. Wie geht es dir, mein lieber?“ „ Mir geht es an sich gut, aber du
könntest mir trotzdem helfen.“ „ Ich bin aber nur Arzt. Ich meine wenn es dir
gut geht.“ „ Ja, es handelt sich um eine Gefälligkeit. Du hast doch bestimmt
von dem Mädchen gehört, das im Krankenhauspark im Teich Tod aufgefunden wurde.“
„ Ja habe ich.“ „ Und nun hat der neue Hauptkommissar Patrik Dirkes und ich die
Idee gehabt, das ich ein bisschen ermitteln könnte im Krankenhaus. Und ich
würde das auch tun. Nun wollte ich dich fragen ob du mich da quasi
reinschleusen könntest. In dem du mich einweist ins Krankenhaus.“ „Na, Wolfgang
da verlangst du aber viel von mir. Wegen
welcher Krankheit soll ich denn ins Krankenhaus einweisen.“ „ Ich habe doch ein
bisschen mit dem Magen zu tun. Wie heißt die Krankheit noch mal.“ „ Reflux. Der
Muskel der den Magen von der Speiseröhre trennt, schließt nicht mehr richtig.
Das könnten ich machen. Dann wirst du auf Magentabletten eingestellt, die sind
nicht so gefährlich. Das könnte ich noch verantworten.“ „ Du bist der beste
Arzt weit und breit. Danke. Ich hoffe ich kann dir auch einmal so helfen.“ „
Wer weiß, vielleicht. Schwester machen sie Herrn Schrader bitte eine Einweisung
für das Krankenhaus fertig. Er muss wegen seiner Refluxkrankheit auf Tabletten
eingestellt werden.“ „ Danke Doc, “ sagte Schrader und fuhr nach Hause um
Sachen zu packen für das Krankenhaus. Außer Kevin weiß jeder zu Hause, das „der Fuchs“
ermittelt im Krankenhaus und nicht weil er krank ist. Kevin könnte sich
verplappern. Aber er wusste auch dass sein Opa nichts Schlimmes hatte. Natürlich
kannten auch im Krankenhaus viele den Fuchs, aber er war ja offiziell krank. Es
konnte eigentlich niemand Verdacht
schöpfen, wenn der Fuchs vorsichtig war.
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Gute 14 Tage hatte er nun Zeit zu ermitteln im Krankenhaus.
Die Ärzte und Schwestern wollte er unbedingt beobachten. Patrik Dirkes war
froh, dass so ein erfahrener Polizeibeamter
So dicht am Geschehen dran war. Der Fuchs kam auf ein Zimmer
im ersten Stock.
Es war eine Station die nur wenige Betten belegte, es war
die Station die sich mit den Magen- und
Darmproblemen befasst. Übelkeit war hier an der Tagesordnung.
Der Fuchs lebte sich erst einmal richtig ein in seinem
Zimmer. Er ging, nachdem er die Sachen alle in den Schrank getan hat, noch eine
Runde durch das Krankenhaus. Dabei ging er auch über den Flur wo er im
Schwesternzimmer den Chefarzt Dr. Werner mit einer Schwester gesehen hatte. Und
plötzlich, da sah er die beiden erneut im Schwesternzimmer. Er blieb so stehen,
dass er die beiden sehen konnte, umgekehrt aber nicht. Als er so da stand, sah
er auf einmal das es zwar der Chefarzt war, aber nicht die gleiche
Krankenschwester. Was für ein Schürzenjäger, dachte sich der Fuchs.
Am nächsten Morgen wurde der Fuchs sehr früh geweckt. Er
hatte nicht mehr dran gedacht dass er ja im Krankenhaus ist. Die Schwestern
machten die Gardinen auf und sagten etwas lauter: „ Aufstehen, Herr Schrader.
Haben sie gut geschlafen?“ „ Ja. Aber wie spät haben wir es denn?“ „ Es ist 7
Uhr. Kommen sie gleich ins Schwesternzimmer zum Blutabnehmen, Herr Schrader?“ „
Ja, gut, “ sagte Schrader noch müde. Ein paar Minuten später kam der Fuchs ins
Schwesternzimmer und setzte sich auf einen Stuhl. „ Ich bin Schwester Petra.
Die Stationsschwester. Gleich kommt der Doktor und nimmt ihnen Blut ab, Herr
Schrader.“ Schrader wartete ein paar Minuten bis der Arzt kam. Der hatte kaum
Zeit für ihn und war nicht sehr gesprächig an diesem Morgen. Nachdem er dem
Fuchs Blut abgenommen hatte musste er auch schon wieder weiter. Der Fuchs ging
in sein Zimmer zurück und ging erst einmal unter die Dusche. Danach zog er sich
an und wartete auf das Frühstück. Schon bald kam eine Schwester hinein, die ihm
irgendwie bekannt war. Sie brachte ihm das Frühstück an den Tisch und sie
sagte: „ Ich bin Schwester Ingeborg. Aber alle sagen hier Inge zu mir.“ „ O.K.
Vielen Dank Schwester Inge.“ Als die Schwester wieder aus dem Zimmer ging, fiel
dem Kommissar ein, wo er die Schwester schon einmal gesehen hatte. Sie war es,
die er vor ein paar Tagen mit dem Chefarzt zusammen knutschend gesehen hatte.
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Zuerst frühstückte er ausgiebig. Es gab ein Brötchen mit
Marmelade und ein Graubrot
mit einer Scheibe Mettwurst. Außerdem ein Joghurt und ein
Kännchen Kaffe mit Milch und Zucker. Als er am frühstücken war kam eine
Schwester mit einem Glas Wasser und einer Magentablette. „ So, Herr Schrader.
Diese Tablette kriegen sie jetzt jeden Morgen von uns. Heute ist keine Visite,
weil unser Doktor auf einer Fortbildung ist, aber morgen ist eigentlich eine
Visite geplant. Dann können sie ja vielleicht schon sagen, ob sie die Tablette
vertragen. Und ob ihre Übelkeit schon besser ist.“ „ Ist heute Morgen noch ein Termin für mich, Schwester?“ „
Nein.“ Kann ich dann ein bisschen Sport machen im MTT im Krankenhaus?“ „ Erst
mal noch nicht Herr Schrader tut mir leid. Der Arzt muss das O.K. geben für die
Medizinische Technische Therapie (MTT) geben. Und vor allem wenn sie jetzt auf
Tabletten eingestellt werden, sollten sie sich ein bisschen schonen. Aber
vielleicht in ein paar Tagen, wenn der Arzt das befürwortet können sie Sport
machen. Ist das wichtig für sie, Sport?“ „ Ja schon. Mein ganzes Leben hatte
Sport immer eine wichtige Rolle gespielt.“
„ Warten sie erst einmal ab was der Arzt sagt und dann sehen
wir weiter. Ich komme wieder auf sie zu.“
Der Fuchs hatte den ganzen morgen Zeit um sich im
Krankenhaus ein bisschen um zu gucken
und die Augen ein bisschen offen zu halten. Er ging erst
einmal in Richtung Schwesternzimmer, hier setzte er sich auf einen Stuhl in der
Nähe der Tür des Schwesternzimmers und las in einer Tageszeitung, die dort auf
einem Tisch lag. Es war immer was los in so einem Schwesternzimmer und weil die
Tür oft offen stand, konnte Schrader das eine oder andere hören. Er hörte unter
anderem das die Stationsschwester mit Schwester Ingeborg sprach: „ Ich sage dir
Inge spiel nicht so mit dem Feuer. Der Chefarzt ist verheiratet und hat Kinder,
nun ist auch noch seine Tochter tot. Die Polizei ist bestimmt dran an ihm.
Außerdem bist du ja auch verheiratet.“ „ Ja und das soll auch so bleiben, hörst
du. Petra, wenn du meinem Mann irgendetwas sagst, dann kannst du mich mal
kennen lernen.“ „ Ist das eine Drohung. Mach was du willst, aber lass mich dann
auch in Ruhe damit. Wie oft hat er dir schon gesagt, er ließe sich scheiden für
dich. Das Macht der Chef so wie so nicht.“ „ Er hat gesagt er liebt mich und
will mit mir später, wenn er Rentner ist durch die Welt reisen, was erleben.“ „
Und das glaubst du ihm?“ „Petra, du bist ja nur neidisch.“ „ Ich bin glücklich
verheiratet und liebe meinen Mann und er mich. Ich habe alles was ich brauche.“
„ Lass mich bloß in Ruhe in Zukunft, Petra.“ „Das kann ich
leider nicht, weil ich Stationsschwester bin und ich verantwortlich bin für das
Berufsklima.“ „ Was hat das mit mir zu tun?“
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Du hast ganz schön nach gelassen, auch beruflich. Das hat
bestimmt mit deinem Privatleben zu tun.“ „ Das sehe ich anders. Ich bin fast
nie krank gewesen, nie zu spät. Und habe meine Arbeiten immer erledigt.“ „ Und
du warst zwischenzeitlich nicht da gewesen auf der Station, wenn du dich mit
ihm getroffen hast im Krankenhaus in irgendeinem Raum.“ „ Das geht keinem was
an.“ „ Doch mir. Wenn du die Station alleine lässt.“ „Stell dich nicht so an.“
„ So geht das nicht Inge. Ich muss dir einen Verweis erteilen. Es kann nicht so
weiter gehen. Ob du das jetzt hören willst oder nicht.“ Nachdem die
Stationsschwester das zu Inge gesagt hatte ging Inge wutentbrannt aus dem
Schwesternzimmer.
Der Fuchs hatte alles mitgehört. Er ging etwas später wieder
in sein Krankenzimmer. Er telefonierte mit Patrik Dirkes und er erzählte ihm
alles was er gehört hatte.
Er legte sich ein bisschen auf sein Bett, es stand ja sonst
nichts an. Etwas später wurde er durch ein Klopfen an der Zimmertür geweckt. Er
war ein bisschen eingeschlafen, als er sich auf das Bett gelegt hatte. Die
Schwester stellte ihm ein Tablett auf den Tisch auf seinem Zimmer. Er bedankte
sich und stand auf und ging zum Tisch um Mittag zu essen. Es gab eine klare
Suppe mit Nudeln. Als Hauptspeise Rindfleisch mit Rotkohl und Salzkartoffeln.
Und einen Schokoladenpudding mit Sahne als Nachspeise. Schrader hatte einen
guten Appetit, er ließ nichts übrig, so gut hat es geschmeckt. Als er fertig war
brachte er das Tablett wieder auf den Flur in den Essenswagen.
Danach schaute er noch mal den Flur rauf und runter und ging
dann wieder in sein Zimmer.
Nach dem Abendbrot war alles ruhig auf der Station und den
ganzen Tag gab es keine weiteren Vorkommisse. Am nächsten Tag war endlich mehr
los im Krankenhaus. Gott sei Dank war auch Visite am späten Morgen. Der Arzt
meinte, dass die Einstellung der Tablette so ungefähr vierzehn Tage dauern
könnte. „ Der Fuchs“ hatte ja Zeit genug. Er wollte etwas frische Luft
schnappen also ging er in den Krankenhauspark und wollte ein bisschen
spazieren. Er war gerade in den Park gekommen, als er Dr. Jens Kober, den
Gynäkologen mit Klaus Fiedler zusammen stehen sah. Sie sprachen etwas leise.
Der Fuchs ging hinter einen Busch nahe der beiden, und versuchte etwas mit zu
kriegen von dem Gespräch. Jetzt, wo er so nah dort stand konnte er auch etwas
verstehen. „ Sie muss doch irgendetwas gesagt haben wer sie geschwängert hat.
Los sagen sie es schon.“ „ Sie hat aber nichts gesagt.“ „ Genau, das glaube ich
ihnen nicht. Reden sie schon.“ „ Junger
Mann ich weiß nicht was sie von mir wollen.“ „ Was ich will? Wenn sie
wissen wer der Kindsvater war, dann Decken sie vielleicht
Einen Mörder, ist ihnen das klar, Doc.
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Der Mörder meiner Freundin soll nicht ungeschoren davon
kommen. Entweder findet die Polizei den Mörder dann kriegt er Knast, oder ich
finde ihn dann kriegt er Prügel.“ „ Machen sie doch kein Mist.“ „ Sagen sie mir
den Namen sonst…“ „ Sonst was? Machen sie sich doch nicht das ganze Leben
kaputt, sie kommen schon darüber hinweg.“ „ Da hinten kommt jemand in unsere
Richtung, aber denken sie nicht, dass ich ihnen jetzt Ruhe gönne. Wir sprechen
uns noch mal.“ Sprach es und verschwand aus dem Park. Der Dr. Kober ging wieder
ins Krankenhaus hinein. „Der Fuchs“ der jetzt erst hinter dem Busch wieder
hervorkam, hatte niemand bemerkt. Er hatte alles mitgehört. Ja, Ja der Arzt hat
Schweigepflicht, dachte er, aber wenn die Polizei einen Täter durch Beweise
festmachen kann dann müsste er die Schweigepflicht aufheben. Aber noch tappen
wir ein bisschen im Dunkeln. Er ging wieder in das Krankenhaus.
Am Nachmittag kam seine Frau mit Kevin ihn besuchen. Sie
brachten ein Stück Topfkuchen mit, den Schrader sofort aufaß. Den mochte er
besonders gerne, besonders wenn seine Frau ihn selber machte. Dann ging er mit
Oma und Kevin in das Krankenhauscafe` um etwas zu trinken. Er wollte auch mal
etwas anderes sehen als nur Kranke und
er wollte sich mit den beiden Besuchern ungestört unterhalten. „Opa, warum bist
du im Krankenhaus.“ „ Mein Magen macht mir etwas Schwierigkeiten.“ „ Hast du
Schmerzen.“ „ Nein, Kevin. Das nicht. Aber mir ist manchmal übel und ich muss
mich dann und wann übergeben.“ „ Und wie kann man dir helfen?“ „ Ich hoffe,
dass die Tablette die ich hier im Krankenhaus kriege mir etwas helfen kann.“ „
Und deshalb liegst du hier im Krankenhaus.“ „ Ja, genau, Kevin Aber erzähl doch
erst einmal, wie geht es dir so.“ „ Mir geht es so ganz gut. Außer das du mir
fehlst zu Hause.“ „ Ich bin ja bald
wieder daheim. Dann spielen wir Fußball oder was du willst.“
„Hauptsache die machen dich wieder gesund.“ „ Du bist doch
auch auf dem Wege der Besserung und ich auch bald wieder, Kevin. Was möchtest
du trinken? Wieder einen Kakao. Wie letztes mal?“ „ Oh ja, gerne.“ „Und du mein
Schatz?“ „ Ich möchte einen Kaffee trinken.“ „ Dann trinke ich auch einen
Kaffee.“ Als die Bedienung kam, bestellte Wolfgang für alle. Etwas später
hatten sie die Getränke auf dem Tisch stehen. „ Dieser Kakao ist einfach
Köstlich hier.“ „ Unser Kaffee aber auch. Nur ein bisschen teuer. Aber das ist
nun mal so im Krankenhaus. Was machen deine Eltern Kevin.“ „ Was schon,
arbeiten.“ „ Irgendwer muss ja auch das Geld nach Hause bringen. Sei froh das
Mama und Papa arbeit haben. Manch anderen Kindern geht es schlechter als dir.
Die Eltern müssen jeden Pfennig zwei Mal umdrehen. Die haben nicht die neuesten
Sachen und können nicht in den Urlaub fahren.“
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„ Ich bin ja auch froh dass beide am Arbeiten sind.
Ich danke auch Gott dafür, aber manchmal könnten sie sich schon mal ein
bisschen mehr Zeit für mich nehmen.“ „ Da komm ich dann ins Spiel, Kevin. Ich
verbringe so viel Zeit mit dir wie es eben geht.“ „ Das weiß ich doch Opa. Aber
im Moment ist wirklich tote Hose zu Hause. Wird Zeit, dass du bald wieder nach
Hause kommst.“ „ Es dauert ja keine Ewigkeit mehr. Außerdem ist Oma ja auch
noch da.“ „ Oma kann kein Fußball spielen.“ „ Aber sie kann Fahrrad fahren und
mit dir spiele machen. Du hattest immer nur mich, frag Oma die spielt mit dir.“
„ Oma, machst du das.“ „ Aber gerne spiele ich mit dir, Kevin. Ist doch keine
Frage, oder.“ „Spielst du mit mir heute
Abend Schiffe versenken.“ „ Aber sicher doch, Kevin.“ „ Kevin, da hast du dir
genau das richtige Spiel ausgesucht, deine Oma spielt sehr gut Schiffe
versenken.“
Nachdem sie alle drei ihre Tassen geleert hatten, bezahlte
Schrader die Getränke und sie gingen dann in sein Zimmer um noch etwas zu
reden. Aber etwas später ging Kevin mit seiner Oma wieder nach Hause. Sie
wollten morgen wieder ins Krankenhaus und den Opa besuchen.
„Der Fuchs“ legte sich ein bisschen auf sein Bett. Er lag
noch keine fünf Minuten, da klopfte es an seiner Tür. „Herein“ sagte er. Patrik
Dirkes kam in sein Zimmer. „ Hallo, Wolfgang. Ich wollte mal hören ob du noch
etwas in Erfahrung bringen konntest.“
„ Ja ich konnte zwei Schwestern bei einem Streit zu hören
und der Freund der Getöteten, Klaus Fiedler hatte ein hitziges Gespräch mit Dr.
Kober, dem Gynäkologe des Opfers.“ „ Und worum ging es bei den Gesprächen.“ „
Die Stationsschwester warf Schwester Ingeborg vor nicht korrekt zu Arbeiten.
Ingeborg ist eine Geliebte des Chefarztes Dr. Werner. Und sie scheint das eine
oder andere Mal die Station alleine gelassen zu haben um sich mit dem Chefarzt
zu treffen in irgendeinem Zimmer im Krankenhaus. Und Klaus Fiedler wollte von
Dr. Kober wissen wer der Vater des ungeborenen Kindes ist.“ „Und hat er es ihm
gesagt?“ „ Natürlich nicht. Er hat ja Schweigepflicht.“ „ Wer hätte ein Motiv
haben können?“ „ Na, ja. Als erster der Vater von Luises ungeborenem Kind.
Vielleicht der Vater von Luise oder der Freund von Luise. Aber wir müssen erst
einmal herausfinden wer der Kindsvater von Luises Kind ist, dann kommen wir
auch weiter.“
„ Vielleicht hatte sie eine beste Freundin. Fragen wir mal
den Freund von Luise, Klaus Fiedler.“ „ Das mach auch, Patrik. Das ist eine
gute Idee.“
Patrik Dirkes fuhr gleich einmal zu Klaus Fiedler. Der
machte auch sofort die Haustür auf,
nachdem Dirkes geklingelt hatte. „ Hallo, Herr Fiedler. Ich hätte da noch ein
paar Fragen an sie. Darf ich herein kommen.“ „ Ja, bitte sehr.“ „ Danke.“
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Als sie in der Wohnung waren fing Dirkes auch sofort mit der
Befragung an. „ Herr Fiedler. Hatte ihre Freundin eine beste Freundin.“ „ Ja,
das war die Beate Kringel.“ „Wissen sie eigentlich immer noch nicht, wer etwas
mit ihrer Freundin hatte?“ „ Nein, keine Ahnung.“ „ Ihre Freundin war krank,
sie war HIV- Positiv. Haben sie sich schon einmal testen lassen?“ „ Nein, wir
hatten immer geschützten Sex.“ „ Immer, Herr Fiedler?“ „ Bei wem hat sie sich denn angesteckt?“ „
Das wissen wir nicht. Aber ihre Krankheit war wohl der Grund, warum sie
abtreiben wollte.“ Dirkes ließ sich die Adresse geben von Beate Kringel und
fuhr direkt zu ihr hin. Sie wusste dass Luise ein Verhältnis mit Dr. Kober
hatte.
Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass Dr. Kober
entlassen wurde im gegenseitigem Einvernehmen mit dem Arbeitgeber. Warum Dr. Kober
entlassen wurde stand nicht in der Zeitung. Dirkes fuhr daraufhin sofort zum
Krankenhaus um den Chefarzt zu fragen warum er Dr.Kober entlassen hat. Der
Chefarzt sagte: „ Dr. Kober ist krank. Er hat HIV-Positiv und kann deshalb als
Arzt nicht mehr im Krankenhaus praktizieren. Die Ansteckungsgefahr wäre zu
groß.“ Während Dirkes noch mit dem Chefarzt sprach, war Dr. Kober auf dem Weg
zum Krankenhaus und ging gerade durch den Krankenhauspark. Als er plötzlich von
hinten gepackt wurde. Er drehte sich um und Klaus Fiedler stand mit einer Waffe
vor ihm. „ Du hast mit meiner Freundin geschlafen und hast sie geschwängert.
Sie hat sich mit Aids angesteckt bei dir, Und ich habe mich wieder bei ihr
angesteckt. Mein Leben ist bald zu Ende, aber vor mir stirbst du.“ Mach doch
keinen Scheiß Junge, du drückst doch eh nicht ab.“ Während Dr. Kober dass sagte
kam von hinten „der Fuchs“ an Klaus Fiedler heran. Fiedler wollte gerade
schießen, als Schrader ihm von hinten die Pistole aus der Hand schlug.
Dirkes kam etwas später dazu. Schrader und Dirkes
verhafteten Klaus Fiedler später wegen Mordes an Luise Werner und wegen
Mordversuches an Dr. Kober. Dr. Kober kam mit dem Schrecken davon, aber ein
paar Jahre später starb er an seiner HIV Krankheit. Klaus Fiedler gab zu seine
Freundin Luise ermordet zu haben, weil sie ihn mit Aids angesteckt hatte Er
bekam Lebenslänglich, aber auch er verstarb einige Jahre später und zwar noch
im Gefängnis.
Der Fuchs war dieses mal nicht nur als erster am Tatort,
sondern hat auch den Fall mit gelöst.
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