Der Fuchs ( Teil 6)
Die Entführung
" Wenn sie ihren Enkel lebend wieder sehen wollen, dann
müssen sie dafür viel Geld hinlegen." Wolfgang Schrader, genannt der
Fuchs, traute seinen Ohren nicht. Es war der zweite Tag, da Kevin nicht nach
Hause kam. " Hören sie mal, wenn unserem Kevin irgendetwas passieren
sollte, dann Gnade ihnen Gott. Ich werde sie finden und dann.."
" Dann, was. Herr Schrader. Sie haben nur eine
Möglichkeit ihren Enkel wieder zu sehen, wenn sie zahlen. Ansonsten werden sie
ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen. 500 000, das sollte ihnen ihr Enkel wert
sein. Ich melde mich wieder:" " Warten sie. Hallo. Hören sie."
Aber der Mann hatte schon wieder aufgelegt. Der Fuchs war schockiert,
fassungslos. Er hatte einen kleinen Schock. Ein paar Minuten saß er so da auf
dem Stubensessel und bewegte sich nicht vom Platz. Dann kam seine Frau hinein
und sah ihren Mann dort sitzen. " Was ist los, Wolfgang?" " Sie
haben Kevin entführt."
Frau Schrader stand da und konnte nichts sagen. " Wir
müssen es Kevin´s Eltern erzählen. Aber behutsam, du weißt wie unsere Tochter
ist." sagte der Fuchs. " Sag du es ihnen, Liebes. Ich fahre mit dem
Auto nach Patrik in das Präsidium. Schaffst du das? " "Ja, Wolfgang.
Ich muss es schaffen." Wolfgang Schrader fuhr in windes Eile zu Patrik ins
Präsidium. Patrik Dirkes war der Nachfolger auf dem Hauptkommissarsessel vom
Fuchs. Er selber hatte ihn dahin gebracht. Patrik traute seinen Ohren nicht.
" Was hat der Entführer denn genau gesagt, Wolfgang?" Schrader
erzählte Wort für Wort was dieser Unmensch am Telefon zu ihm gesagt hat."
" 500 000 Euro. Und bis wann? Und wo will er das Geld entgegennehmen.
" " Patrik, du hast recht. Das ist mir gar nicht aufgefallen. Er muss
noch mal anrufen. Den kriegen wir." "Wir installieren sofort alles an
eurem Telefon, Wolfgang." Patrik sagte nicht, den kriegen wir. Er wusste
genau, wenn das ein Profi ist, ist auch durch eine Fangschaltung nicht Hundertprozentig sicher ist, das sie
den Standort ausfindig machen. Aber ein Versuch war es wert. " Mensch,
Patrik, wenn Kevin was passiert. Ich weiß nicht was ich dann mache."
" Beruhige dich erst einmal. Wir finden euren Kevin schon. Das verspreche
ich Dir."
Wolfgang blieb noch eine Weile bei Patrik im Präsidium, und
er fuhr dann wieder nach Hause. Als er ins Haus ging waren schon ganz viele
seiner ehemaligen Kollegen im Haus und installierten alles notwendige für einen
erneuten Anruf des Entführers.
Kevin wurde langsam wieder wach. Sein Kopf tat weh und er
machte langsam die Augen auf. Doch es blieb dunkel. Nur ein winziger
Lichtstrahl fiel in das Zimmer. Er wollte aufstehen, aber es ging nicht. Er war
festgebunden und er lag auf einem Sofa oder Bett. Er konnte nur seinen Kopf
hoch machen.
2
Seine Arme und Beine waren festgebunden. Er konnte nur die
Hände und die Füße bewegen. Er überlegte wie er hier wohl hingekommen ist, aber
er konnte sich erst nicht erinnern. Doch auf einmal fiel ihm ein, das er vom
Fußballtraining nach Hause gehen wollte und plötzlich er von hinten einen Arm
spürte und eine Hand die ihm einen Lappen vor Mund und Nase hielt. Ein paar
Sekunden später wurde ihm schlecht und es wurde dunkel um ihn. An mehr konnte
er sich nicht erinnern. Nun lag er hier in diesem Raum. Plötzlich wurde eine
Tür aufgeschmissen und ein Mann mit einer schwarzen Maske und schwarzen
Klamotten betrat den Raum. Der Mann sagte kein Wort, stellte ihm einen Teller
mit Suppe dahin, machte ihm die Handfesseln los und verließ wieder den Raum,
aber er ließ das Licht im Raum an.
Kevin schaute sich um im Raum. Wo war er bloß gelandet? Auf
jeden Fall war dies ein Kellerraum, da war er sich ziemlich sicher. Eigentlich
hatte er Hunger, aber sein Opa hat ihm immer gesagt: " Kevin, du sollst
nichts von Fremden essen oder trinken. Aber Durst hatte er auf jeden Fall. Aber
es war nichts zum Trinken in der Nähe. Deshalb nahm er einen kleinen Löffel von
der Suppe. Und die schmeckte gut. Er nahm aber nur einen Löffel, dass er etwas
Flüssigkeit in den Körper bekam. Danach wartete er erst einmal ab. Vielleicht
war ja etwas drin in der Suppe? Das ihn müde machte oder so.
Kevins Mutter stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Sie
bekam vom Arzt eine Beruhigungsspritze und schlief kurze Zeit danach ein.
Kevins Vater setzte sich auf das Sofa vor seine Frau und hielt ihre Hand. Frau
Schrader hatte noch immer kein Wort gesprochen und der Fuchs war auch sehr
besorgt darüber , wie es Kevin wohl ging jetzt.
Patrik Dirkes traf bei den Schraders ein. Er wollte sich
überzeugen, dass alles richtig angeschlossen war, damit sich irgend eine Spur
auftat, wo sich Kevin befand. " Wolfgang am besten gehst du an das
Telefon. Du kennst dich mit so etwas am besten aus und es könnte auch sein,
dass der Täter dich von früher kennt: Vielleicht jemanden, den du hinter
Gittern gebracht hast? Und der sich nun an dir rächen will?" "
Patrik, das war mein erster Gedanke als ich mit dem Entführer sprach."
Es saßen viele Menschen in dem Wohnzimmer vom Fuchs. Das
Telefon war verkabelt und ein Tonbandgerät war an das Telefon angeschlossen.
Patrik Dirkes, Wolfgang Schrader, sein Schwiegersohn und noch weitere drei
Polizisten saßen in der Stube vom Fuchs und warteten nur auf das eine. Das das
Telefon klingelte. Alles war vorbereitet dafür, falls der Entführer wieder
anrief. Das er wieder anrief war klar, aber wann?
3
Wolfgang Schrader schlug nervös seine Oberschenkel
gegeneinander. Es waren alle nervös in dem Wohnzimmer. Sie warteten eine ganze
Weile, aber es klingelte einfach nicht das blöde Telefon. Sie warteten den
ganzen Abend lang und da plötzlich, als sie schon nicht mehr damit gerechnet
hatten klingelte es, aber nur einmal. Zehn Minuten später klingelte es noch
einmal. Auch wieder nur einmal. Aber beim dritten Mal klingelte es auch weiter.
Der Fuchs nahm ab und sagte:" Ja. Hier bei Schrader." " Sag nur,
sagte der andere Mann. " Der Chef persönlich. Hör zu Schrader, ich habe
deinen Enkelsohn und diesmal geht dir die Muffe. Aber es geht nun nach meinen
Spielregeln." " Was wollen sie?"
fragte der Fuchs. " Nichts weiter. Ich will dich nur ein bisschen
ärgern." " Was soll das?" fragte der Fuchs. " Ganz einfach.
Ich habe deinen Enkelsohn und du musst ihn suchen." " Und was ist mit
dem Lösegeld. Die 500 000?" Aber die Leitung war tot. Keiner meldete sich
mehr. Der Entführer hatte einfach aufgelegt. Der Fuchs war fassungslos. "
Patrik, das ist kein normaler Entführer. Der Mensch will nur Rache an mir üben.
Habt ihr feststellen können woher der Anruf kam?" " Ja. Aus einer
Telefonzelle am Hauptbahnhof. Die Kollegen sind schon unterwegs."
Als Patrik Dirkes später bescheid kriegte, meldeten seine
Kollegen, dass sie niemanden Verdächtigen gesehen hätten am Bahnhof. Der
Anrufer war über alle Berge so zu sagen.
" Patrik nun ist
klar, dem Menschen geht es nur um mich. Er will mich am Boden haben. Er will mir
Schmerzen zufügen, indem er mir das liebste nimmt. Meinen Kevin." "
Wolfgang, er wird wieder anrufen." " Ja, aber wann?" "
Wolfgang ich werde alle deine letzten Fälle überprüfen und wir werden bald
wissen wer der Entführer ist. Das glaube mir. Und ich werde eigens eine
Suchkommission "Kevin" bilden. Vier bis sechs Polizisten werden rund
um die Uhr nach Kevin Ausschau halten. Das werde ich sofort in die Wege
leiten."
Wolfgang Schrader war wie am Boden zerstört.
Patrik Dirkes brachte noch an diesem Tag die Suchkommission
" Kevin" ins Leben. Sechs Polizisten wurden extra auf den Fall
angesetzt. Nur um brauchbare Spuren, Hinweisen nachzugehen. Oder eventuelle
verstecke aufzuspüren. Bei den sechs Polizisten dreht sich die Arbeit nur um
Kevin. Und Schrader hat sich vorgenommen selber nach Kevin zu suchen. Immer
wenn er nicht mit Patrik zusammen seinen Jungen suchte, wollte er durch den
Stadtteil Berlin Grunewald gehen und nach Kevin suchen.
Doch zwei Tage später kommt ein Anruf vom Entführer. Als der
Fuchs an den Apparat ging sagte er sofort , dass er ein Lebenszeichen von Kevin
haben wollte. Und der Entführer war für einen Moment still und der Fuchs hörte
die Stimme seines Enkels. " Opa, ich will hier raus." Mehr hörte er
nicht da der Entführer wieder sprach.
4
"Ich mache sie fertig, Sie Unmensch." " Nein
dieses mal werden sie fertig gemacht, Schrader.
das kann ich ihnen nicht ersparen. Ich habe schon gesehen, dass sie nach
Kevin suchen lassen. Viel Spaß bei der Suche." " Sie Scheusal,"
rief Schrader in den Hörer. Aber der Anruf war schon beendet. " Ich glaube
der Entführer hat seinen ersten Fehler gemacht, Wolfgang. Er hat gesagt, dass
er es gesehen hat, dass wir nach Kevin suchen. Er muss die Polizisten der Soko
" Kevin" gesehen haben, dass heißt wir brauchen nur noch mal
nachfragen wo sie gesucht haben und dann nehmen wir das Gebiet auf die Hörner.
Wir drehen jeden einzelnen Stein um, um etwas zu finden was uns
weiterbringt." " Und wenn der Entführer die Polizisten da gesehen hat, wo sich Kevin gar nicht aufhält,
dann stehen wir dumm da." " Wir müssen halt allem nachgehen. Wir
finden ihn schon, Wolfgang. Gib nicht auf. " " Ich aufgeben.
Das wäre das letzte was ich machen würde." " Ich
weiß Wolfgang. War blöd von mir." " Alles gut, Patrik. Unsere Nerven
liegen halt blank. "
Hast du eigentlich schon mal geguckt, wer so alles aus dem
Knast gekommen ist, Patrik?" " Ja ich habe alle notiert auf diesem
Blatt. Du solltest die Namen und Passbilder einmal durchgucken. Vielleicht
erkennst du ja den einen oder anderen." " Das sind bestimmt viele die
ich erkenne, da ich auch viele in den letzten Jahren in den Bau geschickt habe.
Ja ich sehe schon da gibt es so viele auf dieser Seite, die ich kenne. Da
kommen viele in Betracht." "Die Frage ist doch, wem würdest du eine
Entführung zutrauen?" " Patrik, das ist schwer zu sagen. Aber du
könntest ja einige vielleicht aufspüren und überprüfen.
Kevin nahm noch einmal eine Löffel voll Suppe. Es schien
nichts in der Suppe zu sein, dachte er, sonst wäre er vorhin schon müde
geworden. Er hatte großen Durst und auch etwas Hunger, aber die Suppe tat ihm
gut. Wer weiß, wann er das nächste mal etwas von dem Mann bekam. Er hatte noch
nicht nach Hilfe geschrieen. Es war bestimmt auch sinnlos, dachte er sich. Er
fing an zu husten und seine Nase war etwas verstopft. Er hatte sich schon
vorher etwas schlecht gefühlt, bevor er gekidnappt wurde. Er schien eine
Erkältung zu kriegen. Das fehlt mir noch, dachte Kevin. Er wusste überhaupt
nicht wo er sich befand, er wusste nur dass er in einem Kellerraum war. Er lag
so ein paar Minuten da und dachte nach was wohl werden würde, als plötzlich die
Tür wieder aufgeschmissen wurde. Der gleiche Mann, der ihm die Suppe gebracht
hatte holte nun auch den Teller wieder. Der Mann sagte keinen Ton. Kevin sagte plötzlich:
" Wo bin ich, was soll das Ganze." Aber der Mann machte das Licht
wieder aus und wollte den Raum wieder verlassen. Kevin rief ihm
hinterher:" Mein Opa wird euch schon kriegen, das verspreche ich
Euch." " Dein Opa kann uns mal." sagte der Mann mit einer
5
dunklen Stimme und verließ den Raum. Kevin lag im Dunkeln
und fror ein bisschen. Sein Husten nahm zu und sonst hätte er sich die Nase
geputzt, aber seine Arme hatte der Mann , bevor er den Raum verließ, wieder
festgebunden. Kevin hatte Angst. Alleine in einem dunklen Raum ohne zu wissen ,
was als nächstes passiert. Hoffentlich hatte Opa schon eine Ahnung wo der Mann
mich festhielt, dachte er. Aber was hat der Mann da gesagt: " Dein Opa
kann uns mal." Jetzt war sich Kevin sicher, dass es mindestens zwei
Entführer sind.
Patrik und auch Wolfgang überprüften einige Wohnungen und
einige schwere Jungs, die erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen wurden,
aber sie stellten nichts Verdächtiges fest.
" Wir hatten noch keinen einzigen Anhaltpunkt bis
jetzt, wo sich Kevin ungefähr aufhalten konnte. Wie soll das nur weitergehen,
Patrik?" " Die Anhaltspunkte kommen noch, ein bisschen Geduld und wir
wissen bald mehr, Wolfgang."
Kevin rief aus seinem dunklem Raum: " Hallo, ist da
jemand." Er rief noch einmal, weil auf das Rufen keiner antwortete. Dann
hörte er wie Schritte die lauter wurden. Und es ging die Tür auf." "
Und warum hast du gerufen?" " Ich bin stark erkältet, ich brauche Medikamente." " Ach
was, das bisschen Schnupfen und Husten. Das geht von alleine wieder weg."
Der Mann ging wieder weg, machte das Licht in dem Raum aus und verschloss die
Tür. Kevin hörte nichts mehr. Es war still und blieb still. Sofort fing er
wieder an zu Husten und seinen Nase war völlig verstopft. Und er bekam einen
warmen Kopf und er fror immer noch.
Als die Entführer später wieder anriefen beim Fuchs sagte
der gleich am Telefon: " Was wollt ihr eigentlich genau von mir, ihr wollt
kein Geld und nichts anderes. Warum habt ihr Kevin denn entführt?" "
Wir wollen dich am Boden sehen. Du sollst Angst kriegen und Sorgen haben, dir
soll es richtig schlecht gehen. Genau wie es uns auch gegangen ist."
" Ihr wollt Euch nur an mir rächen. Warum kommt ihr dann nicht zu mir,
warum entführt ihr meinen Enkel?" " Das musst du uns schon überlassen:
Wir machen die Spielregeln und du hast dich daran zu halten. " Ich möchte
ein weiteres Lebendzeichen von meinem Enkel haben. " Opa hol mich hier
raus." Der Fuchs sagte noch:" Hab keine Angst, Kevin. Ich werde dich
finden." Aber Kevin war nicht mehr zu hören. Und der Entführer hatte schon
wieder aufgelegt.
Wolfgang sagte zu Patrik: " Ist dir auch etwas
aufgefallen, Patrik?" " Nein, eigentlich nicht," sagte
Patrik." " Doch ich habe es deutlich gehört, Kevin hörte sich ein
bisschen verschnupft an. Lass uns das Band noch einmal abspielen," sagte
er zu seinen Kollegen.
Als das Tonbandgerät den Telefonanruf noch einmal abspielte bestätigten alle
Kollegen dem Fuchs. Der Junge hört sich verschnupft an. Ja fast schon erkältet.
6
" Das könnte uns helfen, wenn die Täter Medikamente
holen müssen für Kevin. Wir müssen ein paar Fotos an die Apotheken schicken.
Vielleicht geht der Täter selber in die Apotheke. Die Polizei übergab
sämtlichen Apotheken Fotos von den vermeintlichen Tätern. Aber sie waren etwas
zu spät dran. Der Täter hatte schon bevor die Fotos an die Apotheken gingen
Medikamente gekauft. Denn in einer
Apotheke konnte sich die Apothekenhelferin an einen Mann erinnern, als sie die
Fotos durchging. " Der war hier und hat Medikamente für eine starke
Erkältung gekauft. Ich erkenn ihn genau wieder." Nun wussten sie mit wem
sie es zu tun hatten. Es war das Foto von Uwe Lange, genannt Dola, ein
Sektenführer der wegen mehrfachen Mordes hinter Gittern kam. Der Fuchs hatte
den damaligen Fall gelöst und ihn vor Gericht gebracht. Als er vor kurzem aus
dem Gefängnis entlassen wurde, verlor sich seine Spur und er hatte keinen
festen Wohnsitz. Keiner weiß, wo er sich im Moment aufhält und daher weiß auch
keiner wo er Kevin festhält. Aber wer der Komplize ist, dass wissen Schrader
und Kollegen nicht. Aber es gingen sofort Steckbriefe von Uwe Lang heraus. Die
gesamte Polizei wusste nun über den Fall " Kevin bescheid. Und alle
hielten Ausschau nach Uwe Lange oder irgendwelchen Hinweisen, die zu dem Mann
oder dem Versteck von Kevin führten. Auch in die Zeitung kam ein Bild von Uwe
Lange mit dem Text darunter:" Wer hat diesen Mann in den letzten Tagen
gesehen:"
Sachdienliche Hinweise die zur Klärung dieses Falles beitragen,
sind als Belohnungen ausgesetzt. Wolfgang Schrader hoffte, da nun feststand wer
der Entführer ist, dass er seinen Enkel bald wieder in seine Arme schließen
konnte. Etliche Hinweise gingen bei dem Kommissariat ein. In dem Keller wo sich
die Entführer mit Kevin aufhielten wurden sie langsam nervös. Uwe Lange war
fuchsteufelswild, dass Wolfgang Schrader schon zu diesem Zeitpunkt wusste, dass
er der Entführer von Kevin war. " Alles nur wegen der scheiß Medikamente,"
fluchte Lange. So langsam ging ihnen die Muffe. Aber Dola war sich sicher, wenn
sie jetzt ein bisschen vorsichtiger waren, das Versteck würden die Polizisten
nicht so schnell finden. Kevin ging es immer schlechter mit seiner Erkältung.
Dola hatte für alle Fälle auch ein Fieberthermometer gekauft in der Apotheke.
" Los halt mal den Arm hoch damit das Thermometer da runter kommt. Als 5
Minuten vergangen waren nahm Dola das Thermometer und schaute darauf. 38,7°
Körpertemperatur hatte Kevin bereits. Dola holte zwei Decken und legte sie über
Kevins Körper.
7
Dola überlegte. Überall suchten sie nach ihm. Er überlegte
ob er Kevin woanders hinbringen sollte, aber er fand, und auch sein Kollege,
dass dieses Versteck gut genug war um nicht entdeckt zu werden. Aber er wusste
auch dass der Focus der Polizei nur auf ihn gerichtet war. Kevin war richtig
krank geworden. Er hustete ständig und seine Nase tropfte. " Wenn das
Fieber höher geht bei dem Knaben, dann müssen wir zum Arzt mit ihm," sagte
Dolas Kollege.
Dola antwortete: " Auf keinen Fall können wir mit ihm
zum Arzt gehen. Dann haben sie uns doch gleich am Haken die Polizei."
" Und wenn er so krank wird dass er uns hier unter den Händen wegstirbt.
" " Ich passe schon auf, das er nicht stirbt," sagte Dola.
Der Kollege war nicht beruhigter dadurch aber er sagte
nichts weiter. Und er dachte sich auch, wenn der Junge die Medikamente nahm
konnte nichts passieren.
Wolfgang musste als er nach Hause kam so stark an Kevin
denken dass er ein bisschen träumte was er
mit Kevin noch die letzte Zeit so gemacht hatte. " Opa, Komm ins
Wasser. Es ist eine herrliche Abkühlung bei diesem Wetter. " Ja Kevin. Ich komme sofort." Als
der Opa im Wasser bei Kevin war machten sie wie immer einen Wettkampf wer
schneller schwimmen konnte. Opa Wolfgang schwamm extra etwas langsamer, aber
ohne das Kevin was merkte. Denn Opa Wolfgang ließ Kevin immer gewinnen, egal
was sie zusammen machten. Und sie machten viel zusammen. Ob es Minigolf
spielen, Federball, Fußball oder Fahrradfahren war. Sogar beim Fahrrad fahren
ließ Wolfgang ihn gewinnen. Und es machte beiden Spaß. Als sie aus dem Becken
im Schwimmbad waren wurde das Wetter ungemütlich. Es fing auf einmal feste an
zu regnen. Sie zogen sich schnell etwas an und fuhren wieder nach Hause. Opa
Wolfgang erinnerte sich, dass Kevin als sie wieder im Hause waren gefroren
hatte. Da muss er sich erkältet haben, im Schwimmbad, dachte Opa Wolfgang.
Nicht so erfreulich aber dieses Mal hatte es auch etwas Gutes dass sich Kevin
erkältet hatte. Denn sonst hätte der Fuchs nicht am Telefon mitbekommen, dass
Kevin erkältet ist und dann wäre er auch nicht auf die Idee gekommen bei den
Apotheken Fotos zu hinterlegen. Und nun wussten sie wenigstens wer
verantwortlich war für Kevins Entführung. Nämlich Dola.
Wolfgang wurde in die Realität zurück geholt, weil seine
Frau ihn zum Essen rief. Und er sagte leise:" Kevin, mein kleiner
Kevin." Und er ging zum essen ins Haus. Nach dem Essen legte er sich etwas
hin, weil er die letzten Tage und Nächte kaum geschlafen hatte, wie übrigens
auch der Rest der Familie Schrader. Sie alle waren in Sorge um Kevin.
Aber Dola wollte genau das erreichen, dass der Fuchs und
seine Familie sich sorgten. Dola hatte so einen Hass auf den Fuchs im Gefängnis
bekommen, dass er den Fuchs
8
auch bestrafen wollte. Er wurde von dem Fuchs bestraft und
er wollte dass auch der Fuchs einmal eine Strafe bekommt. Deshalb die
Entführung von Kevin.
Wolfgang war verzweifelt. Er sprach mit seiner Frau bevor er
einschlief. Als er aufwachte war er kaum erholter wie vorher. Er konnte nicht
entspannt schlafen. Müde fuhr er ins Präsidium nach Patrik. Aber als er mit ihm
sprach hörte er nur, dass sich nichts Neues ergeben hatte. Traurig und
abgespannt sah der Fuchs aus.
Kevin kriegte Fieber gemessen. Er war schwitzig am ganzen
Körper und rot im Gesicht. Richtige Fieberbäckchen hatte er . Als Dola das
Thermometer wieder an sich nahm um zu gucken, wie viel Grad Körpertemperatur Kevin
hatte fluchte er laut auf. " Was ist denn?" fragte sein Kollege. Was
soll schon sein? Der Junge hat 40° Fieber. So ein mist. Der Junge stirbt uns
noch, wenn wir ihn nicht zu einem Arzt bringen." " Aber wo sollen wir
hingehen?" " Pass auf, ich rufe meinen Hausarzt von früher an. Ach
Quatsch. Wir müssen mit dem jungen hier wegfahren zu einem Arzt. Aber nicht in
der Nähe, sondern wir fahren über die Grenze nach Polen. Ich kenne dort einen
Arzt, der nicht so schnell Fragen stellt. Verstehst du?" " Ja. Okay.
Aber wie kommen wir dahin?" " Ganz einfach du gehst in die Stadt und
knackst ein Auto auf und kommst hier wieder hin. Das hast du doch schon einmal
gemacht, oder? "
" Ein, zwei mal." " Mein Gott, was bist du
denn für ein Gangster. Du wirst doch ein Auto aufbrechen können." "
Und warum machst du das nicht?" " Drei Mal darfst du raten. Weil
jeder mein Gesicht hier kennt und nach mir gefahndet wird mit Belohnung."
" Okay. Aber ich kann dir nichts versprechen." "Was bleibt mir
anderes übrig. Stell dich mal ein bisschen schlauer an wie sonst. Ohne Auto
können wir den Jungen nicht Polen bringen. Denk daran, wenn du ein Auto knacken
willst. Oder willst du lieber wieder ins Gefängnis? " Bloß das nicht mehr."
Der Kollege von Dola ging schnellen Schrittes aus dem Keller und auf die
Straße. Es war ein ganzes Stück bis zur Stadt. Er beeilte sich, schließlich
hatte er ja auch Angst, dass der Junge sterben könnte. Auf Grund dieses
Gedankens schaffte er es auch spielend einen Wagen aufzubrechen. Schnell fuhr
er mit dem Wagen zu dem Versteck ging hinein und sagte nur: " Es kann los
gehen." Dola machte Kevin von den fesseln los und er musste ihn tragen, da
er nicht mehr alleine gehen konnte. Er trug den jungen in das Auto, setzte sich
hinters Steuer und fuhr, als sein Kollege auch eingestiegen war, mit dem Wagen
los. Er fuhr Vorschriftsmäßig mit dem Wagen, schließlich wollte er ja nicht
auffallen.
Er fuhr in die Richtung der polnischen Grenze.
9
Schrader horchte auf als ein Anruf ins Präsidium kam. Patrik
Dirkes ging an den Apparat und staunte nicht schlecht. Ein Mann rief an der
Gesehen hat, das zwei Männer mit einem kleinen Jungen auf dem Arm ein Haus
verlassen haben sollen. Und er ist sich sicher dass es der gesuchte Mann ist,
der den Jungen aus dem haus getragen hat. Sie sind dann mit einem Auto
weitergefahren. Ein silberner Golf war das, aber das Kennzeichen hat er nicht
erkannt. Sofort liefen die beiden Polizisten aus dem Präsidium hinaus und
warfen sich in ihr Dienstauto. Als sie unterwegs waren rief Patrik Dirkes den
silbernen Golf zur Fahndung aus. Als sie an dem Keller ankamen war der Raum na
klar verlassen, aber Schrader suchte nach Spuren. Erst wollten sie beide wieder
den Raum verlassen, als der Fuchs sich noch einmal umdrehte und unter dem Bett
ein Stofftaschentuch fand. Es war ein blaues Stofftaschentuch mit einem weißen
" K" wie Kevin, darauf. " Das Taschentuch habe ich Kevin erst
kürzlich geschenkt. Hier haben sie ihn also festgehalten, meinen Kevin. Diese
Verbrecher. Das wird Lebenslänglich für Dola und seinen Komplizen mit
anschließender Sicherheitsverwahrung, dafür sorge ich höchstpersönlich." Patrik und Wolfgang fuhren zu dem Mann, der Dola
gesehen hatte. " Wann haben sie Dola gesehen, " fragte der Fuchs den
Mann. Das war so ungefähr um 9Uhr 30." " Warum haben sie dann erst um 10 Uhr angerufen?"
" Weil mir die Haustür zu gefallen war und der Schlüssel von innen
steckte." Was haben sie dann gemacht? " Ich klingelte bei meiner Nachbarin,
aber dann fiel mir ein dass die ja gestern in den Urlaub gefahren ist, so dass
ich ein Stockwerk tiefer klingeln musste. Aber der Junge hatte die Musik so
laut dass er erst nach einigen Minuten mich klingeln hörte und mir dann die Tür
aufgemacht hat. Ich bin dann sofort an ein Telefon in der Wohnung gegangen,
nachdem ich den jungen gefragt hatte ob ich mal telefonieren dürfte. Und dann
war ein Kollege von Ihnen am Telefon." " Alle klar. Wenn der Fall gut
ausgeht bekommen sie eine Belohnung, mein Herr. Haben sie gesehen wo das Auto
hingefahren ist?" " Ja in Richtung Innenstadt."
Als die beiden Polizisten wieder auf der Straße in ihrem
Dienstwagen saßen, sagte Patrik. "Wir können jetzt nur auf weitere
Hinweise warten. Vielleicht wird ja der silberne Golf irgendwo auf der Straße
gesehen. Wir wissen ja nicht welche
Richtung genau der Wagen gefahren ist. Etwas später wurde berichtet dass ein
silberner Golf auf einer belebten Straße in einem kleinen Ort nahe der
polnischen Grenze gefunden wurde. Der Wagen wurde untersucht aber es konnten
keine sachdienlichen Hinweise gefunden werden.
10
Kevin lag in dem Auto
auf der Rückbank und schlief. Dola und sein Kollege hatten Angst um Kevin. Dem
Fuchs Angst einjagen ist das eine aber dass Kevin stirbt das wollten beide
Entführer nicht. Keiner der beiden Entführer wusste wie es weiter gehen sollte.
Sie hatten keinen richtigen Plan mehr, seit sie ihr Versteck im Keller
verlassen mussten. Bis nach Polen mussten sie es schaffen, am besten bis zu
Dolas befreundeten Arzt. Und sie schafften es ohne gesehen zu werden bis Dr. Kaminski.
Kaminski war früher selber ein Gangster gewesen, bis er auf den richtigen Weg gekommen
ist und Medizin in Polen studierte. Heute ist er ein ganz normaler Hausarzt.
Aber manchmal hilft er noch Verbrechern aus der Patsche, weil er früher selber
zu den Verbrechern zählte. Dola kannte ihn schon da war er noch ein Schurke
gewesen. Als sie in seiner Praxis waren sagte Dola: " Kaminski, du musst
uns helfen. Der Junge hier hat hohes Fieber. Wir sind auf der Flucht vor der
Polizei. Bitte mach ihn wieder gesund. " "Mensch Dola. Machst du
immer noch so ein Scheiß. Was ist das für ein Junge?" " Du kennst
doch bestimmt noch den Fuchs, Kommissar Schrader. Das ist sein Enkel."
" Bist du wahnsinnig geworden, Dola. Na klar kenne ich den Fuchs noch. Wie
kann ich den vergessen. Schließlich haben
wir ja beide wegen ihm gesessen. Bist du verrückt, Dola. Und was hast du
jetzt mit dem Jungen vor?" "Ich weiß es auch nicht mehr. Der Plan hat
sich durch die Krankheit des Jungen total geändert. Aber bestimmt fällt mir
noch etwas ein. Mach du ihn wieder gesund, bitte." " Ich werde erst
einmal das Fieber senken. Ein paar Tage wird es aber dauern bis ihr wieder mit
ihm weiter könnt. Wo wollt ihr denn mit ihm hin?" " Ich weiß es noch
nicht:" sagte Dola.
Nachdem sie den silbernen Golf gefunden haben wussten der
Fuchs und auch Patrik auch nicht weiter. Dola war ihnen entkommen, erst einmal.
Sie wussten nicht wo Dola und sein Komplize mit Kevin abgeblieben sind. "
Vielleicht fahren sie ja mit Kevin zu einem Arzt," sagte der Fuchs. Aber
welcher Arzt hilf den Entführern weiter?" " Ruf doch mal in dem
Präsidium an und sage den Beamten dort sie sollen sich nach Ärzten die im Zusammenhang mit Dola stehen erkundigen.
Vielleicht kriegen die ja etwas heraus:" " Ich ruf sofort an
Wolfgang. Und was machen wir in der Zwischenzeit?" " Wir können nur
warten, bis neue Hinweise eingehen."
Dola und sein Komplize machten es sich gemütlich in der
Arztwohnung. Ein paar Tage mussten sie nun warten bis der Junge wieder gesunder
war. Dola glaubte, das sie hier erst einmal sicher waren. Kaminski schloss
seine Praxis wegen Krankheit. Nicht, dass noch andere Leute etwas mitkriegten.
11
Die Polizei in Berlin- Grunewald leistete volle
Arbeitskraft. Und tatsächlich bekamen die Beamten heraus das ein Gewisser
Kaminski mit Dola schon einmal zusammen gesessen hat und heute als Arzt in
Polen praktiziert. Der Fuchs machte sich sofort auf den Weg, zusammen mit
Patrik, nach Polen zu dem Arzt Kaminski.
Dola wurde immer nervöser, weil es Kevin immer schlechter
ging. Dola hatte ein ungutes Gefühl dabei. " Bestimmt ist die Polizei
nicht mehr weit, lass uns abhauen," sagte Dola zu seinem Kollegen. "Und
was wird aus dem Jungen?" fragte Dolas Komplize. " Der muss hier
bleiben. Du hast doch Kaminski gehört, ein Transport ist nicht zu verantworten.
Wir müssen nun unsere eigenen Haut retten. Ich habe mir die Entführung auch
anders vorgestellt, aber keiner konnte wissen
das der Junge so krank wird."
Deshalb fuhren Dola und der andere Mann bei einer Nacht und
Nebelaktion mit dem Auto weiter. Sie ließen Kevin einfach zurück bei Kaminski
und flüchteten in der Hoffnung nicht geschnappt zu werden. Sie fuhren schon
früh in der Nacht los, so dass Kaminski erst wenn er erwachte bemerkte dass die
Beiden getürmt waren. Als Kaminski Kevin alleine vorfand und die anderen wie
vom Erdboden verschluckt waren, kriegte er Angst. Wenn die Polizei den Jungen
bei mir findet war es das für mich. Er packte den Jungen in seinen Wagen und
fuhr mit ihm nahe eine Försterhauses und legte ihn dort auf den Straßenrand.
Dann rief er die Feuerwehr an und meldete einen Brand, der in dem Försterhaus
sein sollte. danach fuhr er wieder nach Hause und hoffte das Kevin von der Feuerwehr
gefunden wurde. Und tatsächlich hörte er eine Minute später den Feueralarm. Die
Feuerwehr fuhr natürlich zum Försterhaus und sah keinen Brand sondern Kevin am
Straßenrand liegen. Sofort kümmerten sie sich um Kevin, merkten dass er Fieber
hatte und sie brachten ihn zum nächsten Krankenhaus. Dort kam er auf eine
Intensivstation und wurde auch sofort behandelt.
Schrader war krank vor Sorge als er mit Patrik auf dem Weg
nach Polen war. Als sie bei Dr. Kaminski ankamen schellte der Fuchs Sturm bei
Kaminski. Als er aufmachte bekam er einen Riesen Schrecken. " Wo ist
Kevin," fragte Schrader wütend.
" Wen meinen Sie?" " Hören sie auf Theater zu spielen, dafür ist
die Sache zu ernst, Kaminski. Wo ist er?"
Ihr Kevin müsste im Krankenhaus sein." " Was heißt
hier müsste?" " Ich rufe sofort dort an, Fuchs." Schrader war
bald am platzen so wütend war er. " Er ist im Krankenhaus."
Der Fuchs fuhr mit Patrik und Kaminski, den sie festgenommen
haben zum Krankenhaus. Der Fuchs sagte zu Patrik:" Ist es in Ordnung wenn
ich hier bei Kevin bleibe?" " Natürlich Wolfgang. Ist doch klar. Den
Rest übernehmen wir nun. Ich verspreche Dir wir werden Dola
12
und seinen Komplizen jagen. Der Fuchs ging sofort auf die
Intensivstation des Krankenhauses
und sah wie sein Kevin durchgeschwitzt und schlafend in
seinem Bett lag. Er nahm seine Hand und weinte. Die ganze Anspannung, ob es ihm
gut ging und ob er ihn überhaupt lebend wieder sehen würde, fiel nun bei ihm
ab. Als er kurze Zeit so bei ihm saß kam der Chefarzt auf Wolfgang Schrader zu.
" Hallo Herr Schrader. Tut mir leid dass sie ihren Enkel hier so bei uns
liegen sehen, aber er kam in diesem Zustand schon zu uns. Er hat eine starke
Lungenentzündung und ist in ein kleines Koma gefallen. Aber wir hoffen dass er
bald aus dem Koma erwacht und dann auch wieder ganz gesund wird." "
Das hoffe ich auch," sagte der Fuchs. Vielen Dank, Herr Doktor. Darf ich
denn hier auf der Intensivstation
bleiben." Aber natürlich. Es wäre sogar besser so. Halten sie ihm die Hand
und sprechen sie ruhig mit ihm. Er kann sie hören, auch wenn er nicht reagiert.
Ich muss weiter, Herr Schrader, morgen werde ich wieder herein schauen bei
Ihnen und Kevin."
Schrader rief seine Familie an und berichtete ihnen wie es
Kevin ging. Er sagte: " Ihr braucht nicht extra nach Polen fahren. Ich
bleibe bei Kevin. Ich bringe ihn euch gesund wieder."
Patrik hatte die Verfolgung von Dola aufgenommen. Er
schaltete Interpol ein und nun wurde er auch international gesucht. Es dürfte
eigentlich nicht mehr lange dauern bis sie ihn hätten. In ganz Europa war ein
Fahndungsfoto von Dola bekannt. Und Patrik Dirkes ging sogar noch weiter und
ließ im deutschen Fernsehen Dola auf einem Foto ablichten.
Am nächsten Abend hatten sie die beiden noch in Polen
geschnappt und sofort festgenommen. Patrik rief gleich bei dem Fuchs an und
erzählte ihm die schöne Nachricht. Der Fuchs freute sich auch, aber er musste
Patrik die traurige Nachricht überbringen, dass Kevin immer noch im Koma lag.
Patrik Dirkes ließ die beiden Verbrecher nach Berlin-Grunewald in
Polizeigewahrsam bringen. Er selber fuhr zum Krankenhaus wo Kevin und der Fuchs
sich befanden und wollte hier so lange bleiben, bis er wusste, dass es Kevin
besser ging. Er setzte sich auf den Flur der Intensivstation und fragte eine
Schwester dort: Sagen sie mir bescheid, wenn es Kevin besser geht?" Aber
natürlich mache ich das. Machen sie sich keine Sorgen": sagte die
Krankenschwester zu Patrik Dirkes.
Dirkes schlief im Sitzen auf dem Flur ein. Die
Krankenschwester legte ihm eine Decke über.
Schrader machte die ganze Nacht kein Auge zu. Er betete,
sprach mit Kevin streichelte seine Hände und betete wieder. Doch morgens muss
er dann doch noch eingeschlafen sein. Er wurde durch irgendetwas wach. Und als
er so richtig bei Sinnen war, dachte er dass Kevin ihm seine Hand streichelte,
so wie er es vorher gemacht hatte. Da, noch einmal.
13
" Kevin, Kevin," sagte er zweimal. Und dann wusste
er es genau. Kevin hatte ihm seine Hand gedrückt. Es gab keinen Zweifel mehr.
Und kurze Zeit später machte Kevin die Augen auf und sagte:" Opa wo bin
ich. Was ist passiert?" " Kevin ich freue mich so dass du lebst." Und Kevins Opa musste
weinen. Aber er nahm sich schnell wieder zusammen und fragte kannst du schon deine
Mutter anrufen? " Ich kann es ja mal versuchen. Der Fuchs wählte die
Nummer von zu Hause und Kevins Mutter war überglücklich als sie die Stimme
ihres Jungen hörte. Auch sie weinte, aber erst als Kevin es nicht mehr mitbekam,
nachdem er wieder aufgelegt hatte. Zu Hause erzählte sie ihrem Mann und der Oma
von Kevin die frohe Botschaft. Alle waren aus dem Häuschen. " Gott sei
dank," sagten alle drei aus tiefstem Herzen. Der Doktor kam später auch
noch vorbei. Und er sagte: Hallo Kevin. Schön, ich wusste das du und dein Opa
das schaffen. " " Ja, sagte Kevin zu dem Arzt: " Mein Opa und
ich sind halt ein unschlagbares Team" Der Fuchs, der Doktor und auch Kevin
mussten lachen.
" Wann kann ich wieder nach Hause, Herr Doktor?"
Na eine Woche musst du bestimmt noch bleiben. Du willst doch wieder richtig
gesund werden, oder? " Na, klar." Siehst du. Wenn deine
Lungenentzündung wieder abgeklungen ist, dann kannst du auch wieder nach Hause
mit deinem Opa. Vorausgesetzt er bleibt so lange hier? " Aber natürlich,
sagte der Fuchs . " Ich habe auch nichts anderes erwartet," sagte der
Doktor und zwinkerte dem Fuchs mit einem Auge zu. "Jetzt müssen sie aber
ihren Kumpel auf dem Flur wecken, " sagte der Doktor.
"Welchen
Kumpel?" fragte der Fuchs. Der Arzt machte die Tür zum Flur auf und der
Fuchs und alle mussten lachen. Patrik Dirkes schlief immer noch auf dem Flur
unter der Decke. "Patrik, sagte der Fuchs als er ihn behutsam weckte.
" Wach auf." So ganz langsam machte Patrik die Augen auf und sagte
ganz durcheinander: " Was ist passiert? Wo bin ich?" Erst dann sah er
Kevin und Patrik lachte aus dem ganzen Gesicht. " Darf ich zu ihm,
Doktor." " Ausnahmsweise, gehen sie schon rein." Patrik freute
sich für den Fuchs und Kevin mit. Der Arzt ging dann wieder. Patrik stellte
Kevin ein paar Fragen. Er konnte sich an alles erinnern bis er im Keller
bewusstlos wurde. Von da an hatte er einen Filmriss. Aber es ging ihm sehr gut
dabei, als er Patrik alles erzählte. " Danke Kevin. Ich fahre nun wieder
nach Berlin- Grunewald und werde deine Entführer ins Gefängnis bringe. Du
brauchst keine Sorgen haben, die beiden kommen nie wieder auf freien Fuß.
Tschüß Kevin Bis bald." Wolfgang ging noch mit aus dem Krankenzimmer, als
Patrik fahren wollte. " Patrik, Danke dass du noch mit gewartet hast bis
Kevin aus dem Koma erwacht ist. " War doch selbstverständlich, Wolfgang.
14
Kevin erholte sich ziemlich schnell im Krankenhaus und Opa
Wolfgang war die ganze Zeit bei ihm. Nach einer Woche konnten sie endlich
wieder nach Hause.
Kevin traute seinen Augen nicht, als er in ihre Straße zu
Hause einfuhren. Sind die Alle wegen mir gekommen? fragte Kevin als er die
vielen Menschen vor seinem zu Hause sah. Und der Opa fragte ganz dumm: "
Meinst du etwa die Leute sind wegen mir gekommen, Kevin." " Und die
beiden lachten sich kaputt im Wagen." Kevin stieg aus dem Wagen und als
erstes kam seine Mutter und drückte ihn ganz fest an sich. " Ab jetzt
passen wir noch mehr auf dich auf, das verspreche ich dir Kevin." "Das
weiß ich doch Mama." Und Kevin musste dann so viele Hände schütteln, dass
ihm die Hand anschließend weh tat.
Aber die Hauptsache war doch dass er wieder zu Hause. Ende
gut. Alles gut.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen