Samstag, 5. Juli 2014

Ein ehrlicher Finder







                                                       Ein ehrlicher Finder

Zu einer Tagesstätte für psychisch Kranke, die in einer Kleinstadt sich befand, ging ein junger Mann von Montags bis Freitags hin. Durch seine Erkrankung war er schon Frührentner und er war sehr froh, dass er hier eine Beschäftigung gefunden hatte. Er war Raucher und kaufte sich seine Zigaretten meistens in der Nähe der Tagesstätte an einem Automaten. Er ging mehrere Jahre zu dieser Tagesstätte und so kam es das der Zigarettenautomat eines Tages umgestellt wurde. Die Jahre zuvor konnte der Mann „normal“ seine Zigaretten kaufen. Er schmiss im Anfang immer 4 Euro in den Kasten, drückte auf eine Zigarettensorte und dann fiel diese automatisch in einen Schlitz. Dann brauchte der junge Mann nur noch den Schlitz öffnen und nahm die Zigarettenschachtel heraus. Aber mit der Zeit wurden alle Zigarettenkästen umgestellt. Damit Minderjährige nicht mehr so leicht an die süchtig machenden Glimmstengel  kamen, konnte man nur noch mit in Verbindung einer EC- Karte, Zigaretten am Automaten bekommen. Der junge Mann tat sich erst schwer damit, und daher kam es, dass er eines Morgens, als er es eilig hatte, die EC- Karte stecken ließ. Eine Stunde später bemerkte er den Verlust der Karte. Sofort ging er schnell zu dem Automaten hin und wollte gucken ob seine karte noch in dem Kasten steckte. Aber wie er sich schon gedacht hatte, war die Karte schon von jemandem herausgezogen worden. Er ging zur Tagesstätte zurück und berichtete von seinem Missgeschick. Er ließ sofort sein Girokonto sperren bei seiner Bank. Als er am Nachmittag wieder zu Hause war, klingelte es an der Haustür. Als er die Haustür öffnete stand ein Polizist vor ihm. Erst dachte er: „ Du hast doch nichts angestellt, oder?“ Der Polizist berichtete ihm, dass jemand die EC- Karte im Zigarettenkasten gefunden habe und diese bei der Polizei abgegeben hatte. Freudestrahlend  nahm der junge Mann die EC- Karte von dem Polizisten entgegen und bedankte sich herzlich dafür.
Der Polizist hatte ihm einen Zettel dazu gegeben, wo der Name und Adresse des ehrlichen Finders darauf standen. Als er den Namen las, musste er schmunzeln denn es war der Bruder des Zivildienstleistenden aus der Tagesstätte, in die der junge Mann Tag für Tag ging. Was für ein glücklicher Zufall. Der junge Mann schrieb dem ehrlichen Finder einen netten Brief indem er sich unter anderem natürlich auch bedankte, und er legte noch einen Geldschein als Finderlohn dazu. Und der junge Mann war überglücklich, dass gerade ein ehrlicher Finder die Karte gefunden hatte. Von solchen guten Menschen müsste es viel mehr auf dieser Welt geben. Und die gibt es auch. Gott sei dank.






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