Ein ehrlicher Finder
Zu einer Tagesstätte für psychisch Kranke, die in einer
Kleinstadt sich befand, ging ein junger Mann von Montags bis Freitags hin.
Durch seine Erkrankung war er schon Frührentner und er war sehr froh, dass er
hier eine Beschäftigung gefunden hatte. Er war Raucher und kaufte sich seine
Zigaretten meistens in der Nähe der Tagesstätte an einem Automaten. Er ging
mehrere Jahre zu dieser Tagesstätte und so kam es das der Zigarettenautomat
eines Tages umgestellt wurde. Die Jahre zuvor konnte der Mann „normal“ seine
Zigaretten kaufen. Er schmiss im Anfang immer 4 Euro in den Kasten, drückte auf
eine Zigarettensorte und dann fiel diese automatisch in einen Schlitz. Dann
brauchte der junge Mann nur noch den Schlitz öffnen und nahm die
Zigarettenschachtel heraus. Aber mit der Zeit wurden alle Zigarettenkästen
umgestellt. Damit Minderjährige nicht mehr so leicht an die süchtig machenden
Glimmstengel kamen, konnte man nur noch
mit in Verbindung einer EC- Karte, Zigaretten am Automaten bekommen. Der junge
Mann tat sich erst schwer damit, und daher kam es, dass er eines Morgens, als
er es eilig hatte, die EC- Karte stecken ließ. Eine Stunde später bemerkte er
den Verlust der Karte. Sofort ging er schnell zu dem Automaten hin und wollte
gucken ob seine karte noch in dem Kasten steckte. Aber wie er sich schon
gedacht hatte, war die Karte schon von jemandem herausgezogen worden. Er ging
zur Tagesstätte zurück und berichtete von seinem Missgeschick. Er ließ sofort
sein Girokonto sperren bei seiner Bank. Als er am Nachmittag wieder zu Hause
war, klingelte es an der Haustür. Als er die Haustür öffnete stand ein Polizist
vor ihm. Erst dachte er: „ Du hast doch nichts angestellt, oder?“ Der Polizist
berichtete ihm, dass jemand die EC- Karte im Zigarettenkasten gefunden habe und
diese bei der Polizei abgegeben hatte. Freudestrahlend nahm der junge Mann die EC- Karte von dem
Polizisten entgegen und bedankte sich herzlich dafür.
Der Polizist hatte ihm einen Zettel dazu gegeben, wo der
Name und Adresse des ehrlichen Finders darauf standen. Als er den Namen las,
musste er schmunzeln denn es war der Bruder des Zivildienstleistenden aus der
Tagesstätte, in die der junge Mann Tag für Tag ging. Was für ein glücklicher
Zufall. Der junge Mann schrieb dem ehrlichen Finder einen netten Brief indem er
sich unter anderem natürlich auch bedankte, und er legte noch einen Geldschein
als Finderlohn dazu. Und der junge Mann war überglücklich, dass gerade ein
ehrlicher Finder die Karte gefunden hatte. Von solchen guten Menschen müsste es
viel mehr auf dieser Welt geben. Und die gibt es auch. Gott sei dank.
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