Montag, 10. Februar 2014
Mörderische Tiefe
Karl-Werner und Ilse Heinze sind schon seit vielen Jahren verheiratet. Die Ehe verlief einige Jahre harmonisch, aber dann lebten sie sich irgendwie auseinander. Besonders Ilse merkte, das sie sich nicht mehr zu Karl-Werner hingezogen fühlte. Karl- Werner machte eines Tages eine große Erbschaft. Seine Tante, die sehr wohlhabend war, hinterließ ihm eine Villa, ein Sportwagen, ein Haus auf den Malediven und 500 000 Euro. Seitdem lebten die Heinzes wie im Schlaraffenland. Jedes Jahr flogen sie auf die Malediven, um dort einige Urlaubswochen zu verbringen. Karl-Werner hatte auf den Malediven ein Tauchkurs belegt und seitdem verbrachte er viel Zeit unter Wasser. Für Ilse war diese Art von Sport nichts, die sich lieber auf dem Deck ihrer Yacht sonnte, während Karl-Werner die Welt unter Wasser erforschte. Auch dieses Jahr fuhren sie wieder auf die Malediven, aber es sollte dieses mal ein Urlaub mit Folgen werden. Ilse konnte die Nähe ihres Mannes nicht mehr ertragen, deshalb überlegte sie sich wie sie ihren Mann loswerden und damit das ganze Vermögen selbst bekommen konnte. Der Urlaub verlief wie jeder Urlaub. Wie immer verbrachte Karl- Werner die gesamte Zeit mit tauchen und Ilse vertrieb sich die Langeweile auf der Yacht. Sie fuhren immer weit raus auf das Wasser wo es sehr tief war. Karl-Werner war auf seinen Tauchgängen sehr ausdauernd und tauchte nie kürzer als eine halbe Stunde. Deshalb verbrauchte er auch im Urlaub sehr viele Sauerstoffflaschen, die er auch im Bootshaus aufbewahrte. Wenn er vom tauchen nach Hause kam, stellte er immer die fast leere Sauerstoffflasche nach hinten und am nächsten Tag, wenn er wieder tauchen ging, nahm er die vorderste Flasche, die dann also voll war mit Sauerstoff. Das wußte auch seine Frau, sie wußte auch, das er jedes Mal sich die Kontrollanzeige an der Flasche anguckte, ob die Flasche auch wirklich voll mit Sauerstoff gefüllt war. Eines Nachts, als ihr Mann schon fest schlief, schlich sich Ilse zum Bootshaus und holte die hinterste Sauerstoffflasche, die fast leer war, und stellte die Flasche nach ganz vorne. Dann manipulierte sie die Anzeige der Flasche so, das sie von Emty (leer) auf full(voll) stand. Dann verschloss sie das Bootshaus wieder und legte sich zu ihrem Mann, der immer noch schlief, ins Bett. Bevor sie los fuhren, den nächsten Tag, ging Karl-Werner zum Bootshaus, um sich wie immer eine neue Sauerstoffflasche für das Tauchen zu holen. Ebenfalls wie immer nahm er sich die vorderste Flasche und guckte auf die Anzeige. Natürlich fiel ihm nichts auf, denn die Anzeige stand ja auf " Full". Als die beiden mit der Yacht auf Anker gegangen sind, legte Karl- Werner auch sofort seine Taucherausrüstung an und verabschiedete sich von seiner Frau. " Bis gleich, Liebling. Lass dir die Zeit nicht zu lang werden." " Keine Angst, Karl-Werner, es wird wohl nicht allzulange dauern." Karl-Werner überlegte noch wie seine Frau das gemeint hatte, aber er sprang dann doch rückwärts ins Wasser und fing an zu tauchen. Karl-Werner liebte es immer sehr tief zu tauchen und auch dieses Mal tauchte er weit nach unten. Als er schon ziemlich tief getaucht war merkte er plötzlich, das der Sauerstoff knapp wurde. Er dachte sich noch, " das kann doch nicht möglich sein, die Flasche war doch voll." Plötzlich kam ihm ein schlimmer Gedanke und jetzt wußte er auch wie seine Frau das gemeint hatte, was sie noch zu ihm gesagt hatte, bevor er losgetaucht war. Doch jetzt war alles zu spät.
Er kriegte keine Luft mehr. Er versuchte noch an die Oberfläche zu gelangen, aber als er an der Oberfläche ankam, waren seine Lungen schon voller Wasser. Er trieb auf der Wasseroberfläche wo seine Frau ihn sah.
" Endlich gehört alles mir," sagte sie. Sie rief sofort die Küstenwache an und sagte ihnen aufgeregt, das ein schrecklicher Unfall passiert sei. Die Polizei war nach einigen Minuten am Unfallort angekommen und konnten nur noch den Tod ihres Mannes feststellen. Nach einiger Untersuchungen, sagte der Polizist:" Nach den ersten Erkenntnissen Frau Heinze, muss die Anzeige der Sauerstoffflasche defekt gewesen sein. Genaueres müssten wir aber noch prüfen. Unser herzliches Beileid." " Danke," sagte Frau heinze mit gespielter Trauer. " Wir müssen bei solchen Unfällen natürlich genauere Untersuchungen anstellen. Das ganze kommt mir schon ein bisschen komisch vor. Wir melden uns wieder bei ihnen." " Tuen sie was sie für richtig halten, Herr Wachtmeister." Ein paar Tage später freute sich Ilse schon, als sie nichts mehr von der Polizei gehört hatte, als es plötzlich an der Haustür klingelte. Ilse machte die Tür auf und erschrak fast, als sie den Polizisten vor sich stehen hatte. " Frau Ilse Heinze, ich nehme sie fest wegen geplanten und heimtückischen Mord an ihren Mann Karl-Werner Heinze. Gut das ihr Mann so ein ordnungsbewusster Mensch war, sonst wäre es schwer gewesen ihnen etwas zu beweisen. Wir haben eine Liste im Tauchanzug von ihrem Mann gefunden,wo genau aufgeführt war, wieviele Flaschen leer waren und wieviele noch voll. Demnach müssten vier Flaschen leer sein und noch sechs voll. Im Bootshaus fanden wir aber nur drei leere Flaschen. Die vierte haben sie an der Anzeige manipuliert und vertauscht. Wir haben Fingerabdrücke an der Flasche gefunden, die nicht nur von ihrem Mann standen. Ich bin mir sicher, das diese mit ihren übereinstimmen. Ausserdem haben wir erfahren wieviel sie geerbt hätten. Daraus wird jetzt nichts mehr. Frau Heinze, der Plan war gut, aber eben nicht gut genug."
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