Dienstag, 11. Februar 2014
Ein spielerischer Mord
Frank Klein war ein leidenschaftlicher Billardspieler. Zusammen mit seinem Freund Helge Schmitt hat er schon so manchen 100er in der einen oder anderen Kneipe erspielt. Sie spielten beide gerne Poolbillard. Frank Klein war diese Art des Billards jedoch nicht genug. Er liebte es mit den kleinen Kugeln das eine oder andere auszuprobieren, sprich, er versuchte sich im Trickbillard. Seit ein paar Monaten besaß er einen eigenen Tisch, den er zu Hause im Wohnzimmer stehen hatte. Helge hatte kein Interesse an diesem Quatsch, wie er selber sagte. " In zwei Wochen ist das große Turnier in Bokeln, Frank," sagte Helge. " Ich freue mich schon richtig darauf. Hoffentlich bist du nicht sauer, wenn ich die 10 000 Euro Siegesprämie gewinnen sollte," sagte Frank. Das erste mal seit sich kennen, spielen sie nicht zusammen und kassieren nicht zusammen geld ab, wie sie es in den Kneipen immer getan haben. " Mir ist es egal wer gewinnt", sagte Helge, der genau wußte, das Frank der bessere Spieler von ihnen beiden war. In Wirklichkeit aber, war es ihm alles andere als egal, wer das Geld gewann. Erstens hatte er Schulden, und zweitens gönnte er Frank nicht den Ruhm, das er besser sei als er. Das wollte er auf jeden Fall verhindern. Deswegen zog er sich in den beiden Wochen vor dem Turnier immer mehr zurück. Er trainierte wie ein wahnsinniger und steigerte sich immer mehr in die Sache hinein. Er wollte auf jeden Fall gewinnen, egal was es koste. Und seinen Freund wollte er auf jeden Fall im Finale bloßstellen, ihn schlagen und vor allen anderen blamieren. Denn eines hatte er in letzter Zeit festgestellt. Ein richtiger Freund war Frank nie für ihn gewesen. Der Tag war gekommen. Das Turnier hatte begonnen. Beide spielten so gut wie schon lange nicht mehr. "Du bist in guter Form, Helge", sagte Frank, als die beiden sich in einer kürzeren Pause trafen. Es kam zum erwarteten Endspiel. Frank Klein gegen Helge Schmitt. Nun war die große Stunde gekommen für Helge. Endlich konnte er seinen Freund blamieren, und gleichzeitig wäre er seine Schulden los gewesen. Aber es kam alles ganz anders als er sich das vorgestellt hatte und sogar noch mehr. So wie er es vor gehabt hatte, so machte es Frank. Er blamierte seinen Freund. In einem drei Gewinnsatzmatch schlug Frank Helge mit 3:0, und zwar so deutlich, das in jedem Spiel noch sechs Kugeln von Helge noch auf dem Tisch lagen, als Frank schon alle seine Kugeln und die Schwarze als letztes ins richtige Loch gestoßen hatte. Frank gewann das Turnier, den Ruhm, die 10 000 Euro, und zu guter letzt auch noch das Herz einer Frau, in der sich Helge schon seit längerem verliebt hatte, aber sich nicht getraut hatte es ihr zu gestehen. Alles was er sich erträumt hatte besaß nun sein" guter" Freund Frank. Helge war so besessen sich an Frank zu rächen, das er vor einem Mord nicht zurück schrecken würde. Und er wollte sich seines Freundes mit seinen eigenen Mitteln entledigen. Er lernte einen jungen Mann kennen, der sich mit Trickbillard auskannte. Vo ihm lernte Helge alle Tricks, die es gab. Und Helge war gut, sehr gut. " Hallo Frank! ich wollte dich fragen, ob wir nicht einmal zusammen Trickbillard bei dir zu Hause spielen wollen?" fragte Helge Frank am Telefon. " Na klar, warum nicht. Wann willst du kommen?" " Wie wäre es mit Samstag Abend, ich habe gehört deine Freundin fährt Freitag Abend in den Urlaub, dann kannst du doch bestimmt ein bisschen Abwechslung gebrauchen" Frank willigte ein. Samstag Abend hatte Frank alles vorbereitet. Das Bier stand schon gekühlt im Kühlschrank, die chips standen auf einem kleinen Schemel neben dem Billardtisch. Punkt acht Uhr schellte es. Das kann nur Helge sein, denkt sich Frank. Er macht die Haustür auf und schon nimmt ihn sein Freund Helge herzlich in die Arme. " Hallo Frank, mein alter Freund. Wie geht es dir? Ich freue mich schon auf diesen Abend" " Hallo Helge! Ich mich auch." Nach ausgiebiger Begrüßung fingen die beiden Freunde auch dann sehr schnell an zu spielen. Nach einiger Zeit musste Frank feststellen, das sein Freund Helge super Tricks drauf hatte. " Wer hat dir das denn alles beigebracht," fragte er erstaunt. " Das wird nicht verraten," sagter Helge freundlich. Um 22 Uhr sagte Helge:" Es ist schon spät geworden, ich möchte nach Hause. Aber bevor ich gehe, möchte ich dir noch ein letzten Trick zeigen, den ich vor kurzem gelernt habe." Was Frank nicht wissen konnte, es würde tatsächlich der sprichwörtliche letzte Trick sein, den er sehen würde. Und zwar in seinem Leben. Helge hatte alles genau durchdacht und geplant. Wie oft hatte er diesen Trickstoß bis zur Perfektion geübt. " Du musst mir aber dabei helfen, alleine kriege ich den Stoß nicht hin." sagte Helge zu Frank. " Kein Problem. Ich helfe dir gerne, und ausserdem bin ich gespannt auf deinen neuen Trick." Frank legte die Kugeln nach Helges Anweisungen auf die richtigen Stellen und war ahnungslos das jede einzelne Kugel, die er hinlegte Schritt für Schritt sein eigenes Todeurteil bedeutete. Als helge die Position der Kugeln genau begutachtet hatte, und sie für gut befunden hatte, legte er die Anstoßkugel auf Position." Damit nichts passiert, und keine Kugel in die Fensterscheibe fliegt, stellst du dich am Besten dort hinten hin, Frank." Helge hatte alles genau berechnet. " O.K. Helge, Mache ich. Ich bin schon ganz gespannt." " Das kannst du auch, der Trick gelingt " todsicher", sagte Helge sarkastisch. Dann ging alles ganz schnell. Helge stieß die Anstoßkugel an, es gab eine Kettenreaktion der Kugeln und blitzschnell flog eine Kugel, ohne das Frank die geringste Chance einer Reaktion hatte, an die Schläfe von seinem Kopf. Er war auf der Stelle tot. Helge stand lächelnd da und sagte: " Es war mir ein Vergnügen."
Helge war wirklich krank. Nur Schade, das man ihm nie etwas würde nachweisen können. Es wird immer wie ein Unfall aus sehen, dabei war es durchdachter, geplanter, kaltblütiger Mord.
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