1
Der
Förster vom Riesen
Ewald Buch ist ein Förster mit Leib und Seele. Er führt sein
Revier rund um Achtenau mit Stolz und Freude. Ihm macht die Arbeit richtig
Spaß. Ewald, ein junger Mann, Mitte vierzig, gut aussehend und noch frisch und
fröhlich bei der Arbeit. Er ging den ganzen Tag durch seinen Wald. Sein
Jagdhund Sandy ist immer an seiner Seite. Der Rüde ist nun drei alt. Ewald geht
meist immer dieselben Wege durch sein Revier. Man kann die Uhr danach stellen.
Er ist jedem Tag immer zur selben
Uhrzeit am selben Ort. Immer die gleichen Wege. Als er gerade tief drin im Wald
war, früh am Morgen, musste er etwas Schockierendes entdecken. Da lag ein
Hirsch, unter viel Laub versteckt, erschossen und das Geweih war vom Kopf ab
geschnitten.
Ein grauenhafter Anblick. Sofort meldete Ewald seinem
Vorgesetzten, dem Forstinspektor Friedrich Müller, was er entdeckt hat. „ Das
ist ein schwerwidriges Verbrechen. Das muss aufgeklärt werden. Wildern ist
immer noch verboten und wird bestraft, halten sie die Augen offen, Buch.“ Die
beiden Förster standen fassungslos vor dem toten Hirschen. Natürlich hatten sie
schon längst die Polizei benachrichtigt. Die kam auch etwas später. Diese hatte
so etwas in dieser Gegend auch noch nicht erlebt. Als der Hirsch aus dem Wald
geschafft war, ging Ewald Buch zu seinem Forsthaus zurück. Er erzählte seiner
Frau Helga, die mit der kleinen Eva, die gerade zwei Jahre alt geworden war, am
Frühstückstisch saß, was passiert war.
Helga sagte: „ Das ist ja furchtbar. Wer macht denn so etwas?“ Das werde
ich herausfinden, “ sagte Ewald zu seiner Frau. Wenn jemand meint, er müsste in
meinem Wald wildern, der kriegt ganz schön Ärger mit mir.“ Ewald ist erst gut
ein Jahr Förster in der Ortschaft Achtenau. Seitdem wohnt er mit seiner Frau
und seiner kleinen Tochter in dem kleinen Ort bei Huchten.
Hier kennt man sich noch. Nicht wie in der Großstadt.
Auch Huchten ist noch überschaubar Da
kennen sich auch noch viele Leute. Eine schöne Gegend. Wenn man nach Huchten
fährt kommt man am Weinberg vorbei oder man fährt am Weserradweg entlang über
Schloss Caltern bis nach Huchten. Der Förster hat einen kleinen Geländewagen
mit dem er ab und zu durch den Wald nach
Huchten fährt. Aber meistens ist er zu Fuß mit seinem Hund Sandy im Wald
unterwegs. Das Waldgebiet um Achtenau herum, das ist sein Revier. Klein Eichen,
der Riesen, Liesengrund, Schiefberg und Räuscheberg.
Und am Riesen steht das Försterhaus, etwas höher gelegen auf
halber Strecke des Riesen liegt es dort ruhig und abgeschieden.
2
Ewald kann mit seiner Familie auf die Siedlung gucken und
mit seinem Fernglas schaut er bis nach Luchtern und Holden und kann sogar bis
zum Waldgebiet im Solling schauen. Sie hatten sich in dem kleinen Ort Achtenau
schon ganz gut eingelebt. Aber durch die Lage des Försterhauses waren sie weit
weg gelegen vom Dorf. Aber jeden Freitagabend ging er in die Waldgaststätte,
die direkt am Wald am Räuscheberg liegt.
Dort trifft er den einen oder anderen aus dem Dorf. Und sonntags, ist er bei
dem Frühschoppen, in der Gaststätte an der Kirche mit dabei. Da freut er sich
immer die ganze Woche drauf. Da hört man das eine oder andere. Und als er
diesen Sonntagmorgen die Kneipentür aufmachte, kriegte er gleich mit, worüber
geredet wurde. „ Wir haben einen Wilddieb im Dorf, habt ihr schon gehört, “
sagte der Ortsvorsteher Ludwig Knabe. Der Pastor Peter Huber sagte: „ Man weiß
ja noch gar nichts näheres. Wer weiß wer das war. Der Dieb kann von überall
herkommen. Der kommt bestimmt auch nicht aus unserem Dorf.“ Förster Buch
schaltete sich in das Gespräch mit ein und sagte.“ Der Pastor hat Recht. So
lange wir keine Hinweise haben, sollten wir niemanden verdächtigen. Wir sollten
Ruhe bewahren und kühlen Kopf behalten. Die Polizei wird den Fall schon lösen.
Und ich werde auch meine Arbeit machen.“ Du musst selber aufpassen, Ewald. Wenn
wir wirklich einen Wilddieb in der Nähe haben kann es auch für dich gefährlich
werden im Wald, “ sagte der Wirt Olaf Steinbock.
„ Ich pass auf mich auch. Aber den Kerl kriegen wir schon
noch.“ „ Wir halten alle unsere Augen offen, “ sagten die beiden Forstarbeiter
Klaus Stab und Wilfried Hoger.
Die Leute in der Gaststätte beruhigten sich so langsam und
es kamen auch andere Themen auf den Tisch, auf den Stammtisch so zu sagen. Die
Frau von Ewald Buch ist wieder schwanger. Im sechsten Monat. Er erzählte, dass
seine Frau und er nicht vorher wissen wollten ob es ein Junge oder ein Mädchen
wird. Und bis jetzt läuft die Schwangerschaft problemlos.
Der Pastor erzählte, dass die Kirchturmuhr stehen geblieben
sei. Und er hatte sie nicht wieder zum Laufen gekriegt. Hoffentlich ist sie
nicht ganz kaputt, “ sagte der Pastor Peter Huber. „ Herr Pastor. Kein Problem.
Wenn die Kirchturmuhr kaputt sein sollte werde ich die Dorfbewohner zum Spenden
anhalten. Das kriegen wir schon wieder hin, “ sagte Ortsvorsteher Ludwig Knabe.
„ Dein Wort in Gottes Ohr, “ sagte der Pastor.
Am Montagmorgen standen für den Förster und seine
Forstarbeiter Baumfällerarbeiten im Waldgebiet Klein Eichen an. Er fuhr früh
vom Riesen durch den Liesengrund und dann Richtung Wachlange, bis er zu dem
Waldstück kam. Es war sonst niemand zu sehen. Förster Buch sperrte den Bereich,
wo die Bäume gefällt werden sollten, großräumig ab.
3
Als er damit fertig war kamen in den Moment seine
Forstarbeiter pünktlich zum heutigen Arbeitsplatz. Der Forstwirt Klaus Stab
kontrollierte noch einmal die Absperrung und befand die Absperrung als Korrekt
ausgeführt. Die Kettensäge wurde angelassen und der erste Baum wurde in Angriff
genommen. Etwa eine halbe Stunde später sind die Baumfällerarbeiten im vollen
Gange, als drei Kinder in der Nähe mit dem Fahrrad unterwegs waren. Sie fuhren
ziemlich schnell und ausgelassen und hatten viel Spaß beim Fahrrad fahren. Als
sie an die Absperrung kamen fuhr ein Kind durch die Absperrung weiter. Die
anderen Beiden riefen noch hinterher. „ Tim, Pass auf. Komm zurück.“ Aber der
Junge erkannte die Gefahr nicht früh genug. Und fuhr weiter. Die beiden anderen
schrieen hinterher: „ Tim, komm zurück.“ Nun hörte er die Schreie der anderen
beiden Kinder und bremste sofort. Und merkte erst jetzt was los war. Er wollte
gerade das Fahrrad drehen und zurück fahren, als plötzlich ein Baum krachend zu
Boden fiel. Der Junge wurde von der Spitze des Baumes, von einem Ast getroffen
und lag halb unter dem Baum mit seinem Fahrrad. Als der Baum hinunter krachte
und auf ihn fiel, schrie er lauthals auf. Er weinte und hatte fürchterliche
Schmerzen. Sofort kamen die beiden Forstarbeiter und Förster Buch schnell zu
dem Jungen gelaufen. Als sie bei dem Jungen ankamen rief der Förster sofort den
Notarztwagen an. Sie konnten ihn unter dem Baum wegziehen, aber er weinte und
hatte sehr große Schmerzen. Der Notarztwagen war sehr schnell an der
Unfallstelle. Sofort versorgten sie den Jungen mit den nötigen medizinischen
Hilfsmitteln und nahmen ihn mit ins Krankenhaus nach Huchten. Der Förster sprach mit dem Dorfpolizisten
Herbert Lohe: „Der Junge ist einfach weiter gefahren. Die Kinder die dort
hinten stehen, haben hinter ihm hergerufen, aber er fuhr erst weiter, und
bemerkte erst als es zu spät war, dass er in Gefahr ist. Die Kinder sagten dem
Polizisten, als der Junge gerade das Fahrrad gedreht hat fiel der Baum schon
auf ihn drauf.
Der Dorfpolizist prüfte noch einmal die Absperrung, aber es
war alles in Ordnung damit. Der Polizist benachrichtigte die Eltern des Jungen,
die einen riesigen Schrecken bekamen und sofort ins Krankenhaus fuhren. Der
Junge war zwar verletzt, aber Gott sei Dank nicht ganz so schlimm. Er hatte
eine Schleimbeutelquetschung im Knie, weil ein dicker Ast von dem Baum auf das
Knie gefallen war und er hatte einen riesigen Bluterguss am Bein, aber er hatte
doch noch Glück im Unglück gehabt. Er hatte einen Schutzengel dabei gehabt. Er
hätte auch tot sein können. Die Eltern waren sichtlich erleichtert, dass der
Unfall so glimpflich ausgegangen ist. Die Geschichte sprach sich schnell im
Dorf herum und alle waren froh, dass dem Jungen nicht mehr passiert war.
Als er dort ankam warteten die Forstarbeiter schon auf ihn. " Morgen
Chef. Heute wollen wir noch einmal zuschlagen?" " Ja, genau.
Hoffentlich passiert dieses mal nichts." " Wissen sie wie es dem
kleinen Jungen geht?" " Nach dem ersten Schreck geht es ihm schon
besser." Die Waldarbeiter fingen mit ihrer Arbeit an und waren den ganzen
Morgen mit den Baumfällerarbeiten beschäftigt, als plötzlich der Förster Ewald
Buch einen Anruf auf seinem Handy bekam. " Im Wald zu der Ortschaft
Bökenen hin, ist ein Reh vor ein Auto gelaufen. Das Reh rannte von rechts nach
links über die Straße, der Fahrer des Wagens kam mit dem Schrecken davon. Aber
dem Förster musste Meldung gemacht werden, und als er den Förster anrief, hatte
der Fahrer des Unfallwagens seine Pflicht und Schuldigkeit getan. Nur eines
durfte er nicht. Den Unfallort, bevor der Förster da war, verlassen. Und der
Fahrer wartete auch bis der Förster Ewald Buch an der Unfallstelle war.
Er notierte sich den Namen und die Adresse von dem Fahrer und sagte, dass die
Versicherung zahlen würde. Der Unfall wurde von der Polizei dokumentiert und
festgehalten mit Fotos. Als Förster Buch zu seinem Forsthaus zurück fuhr
bemerkte er, dass der eine oder andere Dachsbau entstanden war in der letzten
Zeit Heute Abend fiel ihm das besonders auf und er dachte sich, dass
dieses noch ein Problem werden konnte. Er wollte demnächst einmal ein paar
Eingänge verstopfen und dann die Tiere ausräuchern. Sonst wären zu viele von
ihnen da, und das wäre ein Ungleichgewicht in der Natur Er wollte sich als
nächstes darum kümmern. Die Nacht im Forsthaus war ruhig und er schlief sehr
fest in dieser Nacht, bis der Wecker ihn aufweckte. Der Wecker hieß Eva, die
kleine Tochter von ihm. Er und seine Frau hätten den richtigen Wecker auch
ruhig verkaufen können, seitdem Eva immer so früh aufstand. Eva war der lebende
Beweis dafür, das es eine innere Uhr gab. Sie stand jeden Morgen um 6 Uhr auf.
Und wenn sie wach war, sollten auch ihre Eltern nicht mehr schlafen, das war
wenigstens ihre Meinung. Und davon ließ sie sich auch von niemandem abbringen.
Auch von ihrem Vater oder ihrer Mutter nicht, die gerne etwas länger schlafen
würden. Aber bis die Kleine etwas älter geworden ist, würde sich das wohl auch
nicht ändern. Die Eltern hofften, dass wenn sie erst einmal in die Schule geht,
sich das bestimmt normalisieren würde. Auf jeden Fall konnten die Eltern nicht
verschlafen. Ewald Buch bereitete sich schon für die Schule vor, wo er seinen
Vortrag über Gefahren im Wald halten wollte. Die Schüler waren schon ganz
gspannt auf den Förster. Und Ewald Buch war selber ganz gespannt, wie der
Vortrag bei den Schülern ankommen würde.
8
Als er in die Schulklasse kam in seinen grünen Arbeitsklamotten, staunte der eine oder andere Schüler. Auch weil er so groß und kräftig war, der Förster. Aber so hatten sich die meisten einen Förster vorgestellt. Er begrüßte die Schüler mit folgenden Worten: " Guten Morgen. Liebe Kinder." " Guten Morgen. Herr Förster." " Euer Lehrer hat euch ja schon gesagt, dass ich heute komme. Mein Name ist Buch. Ewald Buch. Ich bin der Revierförster in der Ortschaft Achtenau. Ich bin jetzt seit knapp einem Jahr hier in Achtenau als Förster tätig. Ich werde euch Heute etwas über die Gefahren im Wald etwas erzählen. Der Anlass ist der Unfall von eurem Mitschüler, der bei Baumfällerarbeiten einen kleinen Unfall hatte. Ihm geht es aber schon viel besser, er hatte sehr viel Glück gehabt. Es hätte auch viel schlimmer ausgehen können, deswegen finde ich sinnvoll euch etwas über die gefahren im Wald zu erzählen, damit euch nicht das gleiche oder etwas ähnliches passiert." Der Förster fing seinen Vortrag an und die Kinder hörten aufmerksam zu. Er ging genau nach seinem Plan und erläuterte die einzelnen Punkte. Einige Kinder hatten zwischendurch Fragen, die der Förster ihnen beantwortete, ansonsten hörten sie den Förster gespannt zu. Als die Stunde zu Ende war und der Förster sagte: " Habt ihr noch Fragen. Sonst würde ich euch jetzt in die Pause entlassen. Vielen Dank, dass ihr so gut zugehört habt, und ich hoffe, dass euch nie etwas im Wald passiert." Die Kinder klatschten ganz laut, denn sie waren begeistert von dem Förster und auch von dem Vortrag. Der Förster bedankte sich noch einmal bei den Kindern und gab jedem eine Kopie seines Vortragszettels mit. Danach ging er in das Lehrerzimmer. " Da haben sie ja artige Schüler, Herr Lampe." " Ja im Prinzip schon, aber immer sind sie auch nicht so artig, da haben sie schon einen guten Tag erwischt, Herr Buch." " Wir waren früher auch nicht anders, " sagte der Förster." Wem sagen sie das, Herr Buch." " Tschüss, Herr Lehrer Lampe." Der Förster verließ die Schule und war zufrieden mit sich selber und auch mit den Schülern. Er dachte noch so, wenn alle Schulkinder so wären.... Der Förster fuhr zu seinem Forsthaus zurück. Aber er war gerade eingetroffen im Forsthaus, da klingelte auch schon wieder das Telefon. Wer mag das denn sein, dachte sich Ewald Buch. „ Hallo Ewald. Hier spricht Klaus Stab. Du würdest nicht glauben was ich in Klein Eichen entdeckt habe. Sitzt du gerade?“ „ Warum, “ fragte Ewald. „ Ist es so schlimm.“ „ Ja, schon ganz schön schlimm.“ Der Förster setzte sich auf seinen Bürostuhl und sagte: „ Dann schieß mal los, Klaus.“ „ Ich habe Borkenkäfer unter der Rinde der meisten Bäume, die wir gefällt haben, gefunden.“ „ Du kennst dich doch auch aus, Klaus. Wie schlimm ist es.“ „ Ja, ich glaube wir müssen mit sehr vielen befallenen Bäumen rechnen. Du weißt ja selber wie schnell sich diese Käfer vermehren und ausbreiten.
9
4
Ein paar Tage später kam der Junge wieder aus dem
Krankenhaus nach Hause. Seine Freunde
besuchten ihn noch am selben Tag. „ Mensch haben wir ein Schrecken gekriegt,
als du unter diesem Baum lagest. Aber hast du denn die Absperrung nicht
gesehen?“ „ Ich war so in Gedanken, dass ich weiter fuhr. Gut, dass ihr noch
geschrieen habt, sonst wäre ich noch weiter gefahren. Danke Euch beiden. Ihr
seid meine Schutzengel, “ sagte der Junge zu seinen Freunden. Ewald Buch war
auch sichtlich erleichtert, dass nicht mehr passiert ist. Zwar hatte er korrekt
abgesperrt, aber man kann die Augen nicht überall gleichzeitig haben.
So hatte er als Förster zum ersten Mal erlebt, und er möchte
so etwas nicht so schnell wieder erleben. Aber passieren kann immer wieder mal
etwas. Da ist keiner vor geschützt. Ewald Buch ging auf diesen Schrecken erst
einmal in die Gaststätte. Und trank ein Bier darauf. Die Leute in der Gaststätte an der Kirche, mitten
im Dorf, haben ihn natürlich gefragt, was denn genau passiert war. Ewald erzählte
was dem Jungen passiert war und was für ein Glück er doch wirklich gehabt
hatte. „ Sagt Euren Kindern genau, wie sie sich zu verhalten haben, wenn etwas
abgesperrt ist. Ich möchte nicht noch einmal so etwas erleben, “ sagte der
Förster zu den Anderen. Ludwig Knabe, der Ortsvorsteher in Achtenau sagte zu
Ewald Buch: „ Am Besten sie reden mit Lehrer Lampe darüber. Vielleicht kann er
in der Schule den Kindern das vermitteln.“ „ Das ist eine gute Idee von Dir,
Ludwig. Ich werde gleich sofort zu ihm hingehen und mit ihm sprechen.“ Ewald
Buch ging zu Fuß zu Lehrer Lampe. Er brauchte nur fünf Minuten bis er an dem
Haus von dem Lehrer war. Er klingelte. Kurz danach ging die Haustür auf. „ Ach,
Hallo Herr Buch. Das ist ja ein seltener Besuch, aber kommen sie doch bitte
herein.“ Der Förster ging ins Haus. Der Lehrer Lampe bot ihm sofort einen Stuhl
an. Als der Förster sich gesetzt hatte, sagte der Lehrer: „ Was kann ich für
sie tun, Herr Buch?“ Ja, da komm ich mal
gleich zur Sache. Sie haben doch bestimmt von dem Unfall in Klein Eichen
gehört.“ Ja habe ich. Eine böse Geschichte. Aber ich habe gehört, dass der
Junge noch viel Glück gehabt hatte.“ „ Genau. Aber man weiß ja nicht ob so
etwas wieder so glimpflich ausfällt. Und deshalb habe ich gedacht, frag doch
mal Lehrer Lampe, ob er in seinem Unterricht auf die Gefahren, die so in einem
Wald leider Gottes ja vorkommen, drauf eingehen kann?“ „ Das ist eine sehr gute
Idee, Herr Buch. Das müsste möglich sein. Und wenn dann weniger passiert im
Wald dadurch, dann sehe ich diese Art von Unterricht von großem Nutzen für die
Kinder an. Aber sagen sie mal, hätten sie nicht Lust und Zeit selber einen
Vortrag in unserer Schule zu halten?“ „ Ja, mit der Zeit ist das so eine Sache.
Aber ich hätte schon Lust dazu.
5
Und irgendwie fällt das ja auch in meinen Arbeitsbereich mit
hinein.“ Also ist das abgemacht, Herr Buch.“ „ Ja, O.K. Herr Lampe. Aber ich
muss mich auch ein bisschen darauf vorbereiten, so aus dem Stehgreif kann auch
ich das nicht machen. Geben sie mir zwei Wochen Zeit um mich darauf
vorzubereiten.“ „ Sie machen das also?“ „Ja.“ „ Das finde ich sehr gut. Kommen
sie einfach in zwei Wochen noch einmal vorbei bei mir. Und dann machen wir
einen Termin aus, für das Projekt „ Gefahren im Wald, “ aus. „ Super Herr
Lampe. War nett sie einmal näher kennen zu lernen. Also dann bis in zwei
Wochen.“ Auf wieder sehen.“ Ja, machen sie es gut. Ich warte auf ihren Besuch
in zwei Wochen. Als er den Förster wieder nach draußen begleitet hatte, schloss
der Lehrer wieder die Tür. „ Was für ein engagierter Förster. Bravo. Von
solchen Exemplaren bitte mehr, “ sagte er zu sich selber als er wieder in
seinem Sessel Platz nahm. Ewald Buch war zufrieden. Aber so etwas hatte er auch
noch nicht gemacht, vor einer Schulklasse einen Vortrag halten. Aber dies kam
in seinem Arbeitsbereich durchaus vor. Aber er war etwas nervös. Und er müsste
nun nach Feierabend sich für die Stunde vorbereiten. Aber das wollte er nun
gerne machen, wenn es der Sicherheit dient und dadurch vielleicht weniger im
Wald passiert.
Zufrieden ging der Förster wieder nach Hause. Er war gerade
zu Hause angekommen, da klingelte schon das Telefon. Er konnte gerade noch,
bevor er den Hörer abnahm, seiner Frau und seiner kleinen Tochter einen Kuss
geben. „ Ja, hier Förster Buch am Apparat.“ „ Hallo, Ewald. Hier spricht Ludwig
Knabe. Ich wollte nur einmal fragen, was du bei Lehrer Lampe erreicht hast.
Macht er eine Schulstunde über gefahren im Wald?“ „ Ja, er hat zugestimmt.
Allerdings habe ich mich bereit erklärt die Stunde selber zu halten.“ „ Ja,
kannst du das denn?“ „ Gemacht habe ich so etwas noch nicht. Aber in zwei
Wochen soll ich wieder zum Lehrer und soll meine Vortragsarbeit bei ihm so zu
sagen absegnen lassen, Wenn er mit meiner
Arbeit zufrieden ist, wollen wir einen Termin machen, wann ich meinen Vortrag
halten kann vor den Schülern.“ „ Das hört sich ja super an. Ich hatte immer
gedacht, unser Lehrer wäre nicht so modern, aber da habe ich mich wohl
getäuscht. Gut zu wissen. Dann bereite dich mal darauf vor. Bis Bald. Tschüss
Ewald.“ Machs gut, Ludwig.“ Als er in die Küche ging zu seiner Frau und seiner
kleinen Tochter, stand das Essen schon auf dem Tisch. Er setzte sich zu den
beiden und sagte: „ Ich habe einen Bärenhunger, du auch meine Kleine?“
Eva sagte. „ Ich auch, Papa.“ Die drei fingen auch sofort
mit dem Abendbrot an. Und aßen mit großem Appetit. Die stolzen Eltern und auch
Eva freuten sich schon auf den weiteren Nachwuchs.
6
Der Papa streichelte der Mama über den runden Bauch und als
er die Hand und als er die Hand auf den Bauch legte, merkte er den Nachwuchs
strampeln im Baum. Er trat immer gegen die Hand. „ Das wird bestimmt ein
Fußballer oder eine Fußballerin.“ Die beiden wollten vorher nicht wissen ob sie
eine Tochter oder einen Sohn bekamen. Gesundheit war ihnen wichtiger.
Am Abend spielte der Papa mit seiner Tochter Eva. Das macht
er fast jeden Abend. Seine Frau schaute ihnen meistens zu oder spielte auch
mit.
Nachdem Ewald sich mit seiner Tochter beschäftigt hatte,
ging er in sein Büro um den Vortrag
vorzubereiten für die Schule. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und
ging an den Laptop und schrieb den Text. „ Gefahren im Wald.“
Vortragszettel
Thema: „
Gefahren im Wald“
Gefahren: 1.
Baumfällerarbeiten
2.
Tiere ( wenn Nachwuchs da ist) oder ( Tollwut)
3. Nahrung im Wald (z.B. giftige
Pilze)
4. Schlechte Gehwege ( Wurzeln,
ecetera)
5. Gewitter
6. Orientierung
7.
Holzstapel ( Wenn Kinder drauf balancieren)
Auf dem Vortragsstapel ging der Förster auf die Punkte 1-7
noch genauer ein.
Zwei Wochen später rief er bei dem Lehrer Lampe an um sich
zu verabreden. Danach fuhr er zu ihm hin. Als er in der Stube von dem Lehrer
saß, las der Lehrer sich den Zettel durch und befand ihn für gut. „ Das können
sie ruhig so machen, wie es hier aufgeschrieben steht, “ sagte Lehrer Lampe. „
Die Kinder werden einen guten und verständlichen Vortrag hören. Wie wäre es,
wenn sie morgen früh um 8 Uhr zur ersten Schulstunde kommen würden?“ „ Das ist
gut. Da hätte ich Zeit, “ sagte Ewald Buch. Na gut. Dann bis morgen, Herr Buch.
Der Förster fuhr nach Hause und frühstückte mit seiner Familie erst einmal
ausgiebig.
Danach fuhr er wieder zum Waldstück Klein Eichen, denn dort
mussten noch ein paar Bäume gefällt werden.
7
8
Als er in die Schulklasse kam in seinen grünen Arbeitsklamotten, staunte der eine oder andere Schüler. Auch weil er so groß und kräftig war, der Förster. Aber so hatten sich die meisten einen Förster vorgestellt. Er begrüßte die Schüler mit folgenden Worten: " Guten Morgen. Liebe Kinder." " Guten Morgen. Herr Förster." " Euer Lehrer hat euch ja schon gesagt, dass ich heute komme. Mein Name ist Buch. Ewald Buch. Ich bin der Revierförster in der Ortschaft Achtenau. Ich bin jetzt seit knapp einem Jahr hier in Achtenau als Förster tätig. Ich werde euch Heute etwas über die Gefahren im Wald etwas erzählen. Der Anlass ist der Unfall von eurem Mitschüler, der bei Baumfällerarbeiten einen kleinen Unfall hatte. Ihm geht es aber schon viel besser, er hatte sehr viel Glück gehabt. Es hätte auch viel schlimmer ausgehen können, deswegen finde ich sinnvoll euch etwas über die gefahren im Wald zu erzählen, damit euch nicht das gleiche oder etwas ähnliches passiert." Der Förster fing seinen Vortrag an und die Kinder hörten aufmerksam zu. Er ging genau nach seinem Plan und erläuterte die einzelnen Punkte. Einige Kinder hatten zwischendurch Fragen, die der Förster ihnen beantwortete, ansonsten hörten sie den Förster gespannt zu. Als die Stunde zu Ende war und der Förster sagte: " Habt ihr noch Fragen. Sonst würde ich euch jetzt in die Pause entlassen. Vielen Dank, dass ihr so gut zugehört habt, und ich hoffe, dass euch nie etwas im Wald passiert." Die Kinder klatschten ganz laut, denn sie waren begeistert von dem Förster und auch von dem Vortrag. Der Förster bedankte sich noch einmal bei den Kindern und gab jedem eine Kopie seines Vortragszettels mit. Danach ging er in das Lehrerzimmer. " Da haben sie ja artige Schüler, Herr Lampe." " Ja im Prinzip schon, aber immer sind sie auch nicht so artig, da haben sie schon einen guten Tag erwischt, Herr Buch." " Wir waren früher auch nicht anders, " sagte der Förster." Wem sagen sie das, Herr Buch." " Tschüss, Herr Lehrer Lampe." Der Förster verließ die Schule und war zufrieden mit sich selber und auch mit den Schülern. Er dachte noch so, wenn alle Schulkinder so wären.... Der Förster fuhr zu seinem Forsthaus zurück. Aber er war gerade eingetroffen im Forsthaus, da klingelte auch schon wieder das Telefon. Wer mag das denn sein, dachte sich Ewald Buch. „ Hallo Ewald. Hier spricht Klaus Stab. Du würdest nicht glauben was ich in Klein Eichen entdeckt habe. Sitzt du gerade?“ „ Warum, “ fragte Ewald. „ Ist es so schlimm.“ „ Ja, schon ganz schön schlimm.“ Der Förster setzte sich auf seinen Bürostuhl und sagte: „ Dann schieß mal los, Klaus.“ „ Ich habe Borkenkäfer unter der Rinde der meisten Bäume, die wir gefällt haben, gefunden.“ „ Du kennst dich doch auch aus, Klaus. Wie schlimm ist es.“ „ Ja, ich glaube wir müssen mit sehr vielen befallenen Bäumen rechnen. Du weißt ja selber wie schnell sich diese Käfer vermehren und ausbreiten.
9
Am Besten du schaust dir selber mal die Bäume
an.“ „ Ja, Klaus. Das wird das Beste sein. Bleib wo du bist. Ich komme gleich
zu dir. Bis gleich. Klaus.“ Ewald Buch fuhr auf dem direkten Wege zu Klein
Eichen und sprang fast aus dem Wagen, als er dort ankam. „ Klaus, das gibt es
doch nicht, “ sagte er als erstes zu dem Forstwirt. „ Zeig mir mal, wo du sie
gesehen hast.“ Da kannst du fast überall an den Bäumen sehen, dass der
Borkenkäfer diese Bäume befallen hat.“ Der Förster Ewald schaute sich einen
Baum an und dann noch ein paar andere Bäume. „ Die sind ja fast alle befallen,
Klaus. Mein Vorgänger muss blind gewesen sein. Das gibt es doch nicht. Klaus,
wir müssen uns die Bäume die neben den gefällten Bäumen stehen ganz genau
angucken. Wir müssen die Rinde etwas abschälen und dann prüfen wo der Borkenkäfer sich überall eingenistet
hat. Und diese Bäume und auch weiträumig um diese Bäume herum, müssen wir alle
Bäume fällen.“ Es kam viel Arbeit auf den Förster und seine Forstarbeiter zu in
der nächsten Zeit. Jetzt mussten sie ganz schön in die Hände spucken und den
ganzen Tag arbeiten und vielleicht mussten sie auch noch die eine oder andere
Überstunde machen. Sonst würden sie das Problem nicht so schnell in den Griff
bekommen. Ewald untersuchte am nächsten Tag sein Baumbestand in Klein Eichen und
auch in den anderen Waldgebieten. Aber Gott sei Dank waren die anderen
Waldgebiete nach Ewalds ersten Untersuchungen unbefallen. Aber auch das
Waldgebiet von Klein Eichen ist groß und wichtig für die Region. Viele
Unternehmen bezogen das Holz aus diesem Waldgebiet. Nun müssen sie viele Bäume
einfach entsorgen und sie würden kein Geld dafür kriegen. Im Gegenteil sie
mussten noch drauf zahlen. Die Waldarbeiter mussten ganz viele Bäume fällen. Es
war schon richtig kahl geworden im Klein Eichen. Ewald Buch war ganz schön
bedrückt. So viele Bäume mussten gefällt werden und quasi weggeschmissen
werden. Das war ein großer Wertverlust. Sonst bekam das Forstamt Geld für gutes
Holz. Aber wenn das Holz von Borkenkäfer befallen war, bekam man nichts mehr
dafür. Und dann die viele Arbeit. Aber die Forstarbeiter wollten vor allem das
Waldstück retten, und dafür taten sie wirklich alles, was in ihrer Macht steht.
Sie malochten Tags und teilweise bis
spät in den Abend hinein. Sie machten Überstunden, nur um den Wald zu retten. Nach ein paar Wochen hatten sie das Gebiet wo
sich der Borkenkäfer eingenistet hatte erfolgreich beseitigt. Das hieß die
Bäume waren gefällt worden und sozusagen entsorgt. Ewald Buch wollte aber auf
Nummer Sicher gehen und ließ weiträumig um das Gebiet wo die Borkenkäfer waren
noch mal Bäume fällen. Er wollte wirklich sicher sein, das dieser Baumschädling
beseitigt war. Und er spritze extra Pestizide an die Bäume, die direkt an den
gefällten Bäumen standen, um sicher zu sein, dass nicht wieder Borkenkäfer den
Rest des Waldes befallen konnten.
10
Ewald Buch war aber danach optimistisch, dass
der Rest des Waldes bestehen bleiben
konnte. Er war sich sicher, dass sie alle Bäume entfernt hatten, die betroffen
waren. Auch Friedrich Müller, der Forstinspektor, schaute wieder optimistischer
herein, als noch Wochen bevor. Er lobte den Förster Buch sogar. Ihn traf ja
keine Schuld. Der Vorgänger hatte ja nicht aufgepasst. Müller hatte ihn
entlassen, weil er Trinker geworden war. Oft hatte Müller den vorigen Förster
alkoholisiert an seinem Arbeitsplatz angetroffen. Aber dass dieser Förster so
viele Jahre nicht aufgepasst hatte, dass diese Katastrophe jetzt im Gange war.
Müller überlegte ob er den Förster auf Schadenersatz belangen konnte, aber er
dachte dann sofort wieder daran, dass dieser Mann schon mit seiner Trinkerei
genug Ärger am Hals hat. Aber Förster Buch hatte noch mit weiteren Schäden zu
tun, die sein Vorgängerkollege verursacht hatte. Und zwar hatten sich um
Achtenau herum Waschbären sich so stark vermehrt, dass eine regelrechte Plage
entstanden war. Diese Waschbären kamen schon bis ins Dorf Achtenau. Sie
durchwühlten Mülltonnen und verwüsteten die Gärten der Dorfbewohner. Teilweise
fraßen sie die ganze Ernte in den Gärten auf. Gemüse und Salate, diese Tiere
fraßen bald alles auf. Als Ewald Buch einmal wieder in der Kneipe an der Kirche
war schimpften einige mit ihm. Auch der Ortsvorsteher war angesäuert, wusste
aber auch, dass Ewald Buch nichts dafür konnte, was sein Vorgänger verbockt
hatte. „ Ewald, die Dorfbewohner beschweren sich bei mir über Dich. Jeden Tag
klingelt das Telefon ununterbrochen. Die Leute schimpfen und sagen zu mir: „
Bringen sie diese Plage mit den Waschbären endlich wieder in Ordnung. Und dann
sagen sie noch zum Schluss, sagen sie das dem Förster.“ „ Ja, ich kann
verstehen, dass die Leute ärgerlich sind. Du kannst ihnen sagen, dass die
Waschbären gefangen werden. Aber ich kann nicht sagen, wann es besser wird. Es
gibt so viele Waschbären in dieser Region, dass kann dauern.“ „ Das soll ich
den Leuten sagen, Ewald?“ „ Ja ich will den Leuten nicht zu viel versprechen.
Die Waschbären sind nicht einfach von Heute auf Morgen wieder verschwunden.
Aber ich gebe alles, damit bald wieder Ruhe im Dorf eintritt.“ „ Ewald, ich
drücke dir beide Daumen. Und ich hoffe, dass sich die Leute wieder beruhigen.“
„ Ich tue mein Bestes. Das kannst du mir glauben.“ „ Ich glaube dir das, nein
ich weiß es sogar. Ich versuche die Dorfbewohner wieder zu beruhigen.“ „ Danke
Ludwig.“ Der Förster war sichtlich erleichtert darüber, dass der Ortsvorsteher
Ludwig Knabe hinter ihm stand. Und da konnte er sich auch darauf verlassen,
dass wusste Ewald.
11
Anders sah es aus mit dem Wirt in der Gaststätte
an der Kirche. Er sprach nur das nach, was die Anderen ihm am Tresen erzählten.
„ Wenn das so weiter geht, dann sitzen demnächst noch Waschbären mit an der
Theke.“ Ewald dachte, dann hätte der Wirt wenigstens mal mehr Gäste, sagte aber
zum Wirt: „ So weit wird es nicht kommen. Das werde ich zu verhindern wissen.“
Danach ging er aus der Kneipe und fuhr zurück in sein Forsthaus. Da warteten
schon seine Frau und seine süße Tochter Eva auf ihn. „ Hallo Papa.“ „ Hallo
Eva. Wie geht es meinem Sonnenschein.“ „ Gut, “ sagte Eva. „ Da freut sich der
Papa aber. Und was willst du heute machen. Wollen wir etwas spielen?“ „ Ariel
die Meerjungfrau gucken, “ sagte Eva. „ Was ist das denn, “ fragte Ewald seine
Frau. „ Ich war heute mit Eva einkaufen und dann hat Eva im Geschäft die DVD
mit Ariel gesehen. Sie hat mich gefragt, was dass für ein Fisch sei. Und ich
habe ihr geantwortet, dass dieser Fisch kein Fisch sondern eine Meerjungfrau
sei. Ariel die Meerjungfrau. Dann konnte
sie nicht mehr ihre Augen von der DVD lassen bis ich ihr diese DVD gekauft
hatte. Und jetzt will sie mit uns diesen Film angucken.“ „ O.K. Dann gucken wir
nach dem Abendbrot „Ariel die Meerjungfrau.“ Eva konnte es kaum abwarten und
sagte: „ Ich bin schon satt, Papa. Können wir jetzt Ariel gucken?“ „ Du kannst
doch noch nicht satt sein. Du hast doch gerade erst angefangen. Esse erst
einmal dein Brot auf. Wir haben noch genug Zeit nach dem Abendbrot.“ „ Na gut,
“ sagte Eva kleinlaut. Ewald sah dass seine Tochter keine Ruhe hatte beim
Essen, der Film war ihr Momentan wichtiger, deswegen blieb er nicht so lange am
Abendbrottisch sitzen wie sonst. Seiner Tochter zu liebe. Seine Frau Helga und
er räumten den Tisch zusammen ab und dann gingen sie in ihr Wohnzimmer und
schauten zusammen mit Eva, Ariel die Meerjungfrau. Eva sagte, während der Film
lief, keinen Mucks. Sie wollte jedes Wort mitkriegen, was in diesem Film
gesprochen wurde. Auch die Eltern von Eva waren mucksmäuschenstill. Als der
Film zu Ende war sagte Eva: „ Das war aber toll.“ Das fanden die Eltern auch. „
Kann ich den Film noch einmal gucken heute?“ „Heute nicht mehr, Eva. Es ist
schon spät. Morgen kannst du den Film wieder sehen. Versprochen. Jetzt bring
ich dich ins Bett, O.K. Eva?“ „ Na gut. Aber morgen darf ich…..“ „ Wenn ich
etwas verspreche, dann halte ich das auch, Eva.“ Der Förster und seine Frau
brachten Eva zusammen in ihr Bett. Sie war schon sehr müde und schlief auch
sofort ein, als sie ein paar Minuten im Bett lag. Es sah so aus als ob Eva
lächelte im Schlaf. „ Wahrscheinlich träumt sie von Ariel der Meerjungfrau, “
sagte Ewald zu seiner Frau. „ Ich glaube auch, “ sagte Helga.
12
Ewald machte sich noch einen kuscheligen Abend
mit seiner Frau. Am nächsten Morgen weckte der Wecker, der im Forsthaus Eva
hieß, ihre Eltern. Ganz schön praktisch wenn man einen Lebenden Wecker hatte.
Außer vielleicht am Wochenende, wenn man ausschlafen möchte. Aber der Wecker
bzw. Eva weckt so lange bis man aufgestanden ist. Erst ruft sie „ Aufstehen“
dann kitzelt sie einem an den Füssen und wenn alles nicht hilft dann zieht sie
einem die Bettdecke weg. Spätestens dann sind meine Frau und ich wach. Und das
jeden Morgen um 6 Uhr. Und der Wecker war zuverlässig. Um Punkt 6 Uhr war Eva
wach. Es gab keine Gnade von Seiten meiner Tochter. Wir würden uns freuen, wenn
der Wecker bzw. Eva mal etwas später wecken würde, aber das gab es leider nicht. Also 6 Uhr war für uns die Nacht
vorbei. Deswegen gingen wir auch jeden Abend relativ früh ins Bett.
Nach dem
Frühstück fuhr Ewald Buch nach Klein Eichen zu seinen Kollegen und schaute sich
noch einmal den einen oder anderen Baum an. „ Ich hoffe wir haben jeden Baum erwischt
wo der Borkenkäfer sich eingenistet hatte.“ „ Das hoffe ich auch, Ewald. Wir
haben viele Bäume verloren und haben keinen Cent verdient für das Holz. Es kann
nur besser werden.“ „ Und es wird auch bald wieder besser, “ sagte Ewald Buch
zu seinem Forstwirt. „ Ich werde meine ganze Kraft in meine Arbeit einbringen.
Zuerst werde ich für die Waschbären Fallen aufstellen.“ „ Und wir helfen dir
dabei, Ewald, “ sagte Klaus Stab. „Danke Klaus. Hand in Hand geht es bestimmt
schneller.“ Die beiden und der Kollege Wilfried Hoger stellten ganz viele
Fallen im Wald auf. Aber nicht bevor die Bevölkerung bescheid gekriegt hat.
Jeder im Dorf wusste von den Fallen. Kinder sollten im Moment nicht im Wald
spielen. Die Leute waren immer noch ein wenig aufgebracht, aber sie beruhigten
sich so langsam als sie erfuhren, dass die Fallen aufgestellt wurden. Und siehe
da, es wurden sehr viele Waschbären in den nächsten Tagen, von Förster Ewald
Buch und seinen Kollegen, gefangen. Die Dorfbewohner merkten sehr schnell, dass
die Waschbärenplage gut im Griff war bei dem Förster und viele Bewohner von
Achtenau änderten ihre Meinung zu dem Förster. Viele waren froh, dass er das
Problem so schnell in Griff bekommen hat. Sie kannten die Arbeit des Försters
an. Und auch in den Kneipen des Dorfes kam das Gespräch immer häufiger auf den
Tisch. Es waren nur noch wenige die über den Förster schimpften, und das waren
auch immer dieselben. Die meisten waren stolz, dass sie so einen erfahrenen und
tüchtigen Förster haben.
13
Und immer wenn sie ihren Förster trafen im Dorf
lobten immer mehr Leute ihn direkt. Sie sprachen ihn an. Und das tat ihm
richtig gut. Endlich wurde seine Arbeit anerkannt in Achtenau. Es lief ganz gut
bei Ewald Buch. Wenn man von den Baumschäden in Klein Eichen absieht. Die
Waschbär Plage hatte er aber wieder in den Griff bekommen. Und wenn etwas ganz
gut läuft, wie ist das dann meistens im Leben, die nächste Schwierigkeit lässt
nicht lange auf sich warten. Nämlich als er eines Morgens mit seinem Jagdhund
Sandy eine Tour durch den Wald machte, hörte er einen Schuss, ganz in seiner
Nähe. Schnell lief er mit seinem Hund dahin, wo er den Schuss gehört hatte. Als
er so durch den Wald lief, sah er von weitem einen Hirsch am Boden liegen. Ein
Mann beugte sich darüber. Als der ein Messer am Geweih ansetzte, rief Ewald: „
Hey sie da. Bleiben sie von dem Hirsch weg. Was machen sie da?“ Der Mann
schaute hoch sah den Förster und dann ging es ganz schnell. Der Mann suchte das
Weite. Er stand schnell auf und lief was das Zeug hält davon. Der Jäger lief
hinterher, so schnell wie er konnte. Zuerst dachte er, vielleicht lasse ich
Sandy, der laut bellte, von der Leine. Er hatte aber Angst, dass der Mann
vielleicht auf Sandy schoss, wenn der ihn einholte. Deswegen ließ er Sandy an
der Leine und lief mit ihm so schnell es ging hinter dem Mann her. Der lief
aber so weit entfernt von ihm davon, dass der Förster nicht hinterherkam.
Schließlich verlor er ihn aus den Augen und der Förster wusste nicht mehr wo er
lang laufen musste. Der Mann war entkommen. Außer Puste blieb Ewald Buch
stehen. Er schnaufte erst einmal richtig durch. Das ist aber ein schneller
Läufer, der Wilderer. Der kann noch nicht so alt sein, dachte Ewald. Er ging
schnell zu der Stelle zurück, wo der Hirsch lag und sah sofort, dass der Hirsch
noch lebte. Er konnte aber nicht mehr alleine aufstehen. Deswegen rief er
über Handy die Tierärztin in Huchten an.
Die fuhr auch sofort los, und war zehn Minuten später an der Stelle, wo Ewald
mit Sandy bei dem Hirschen warteten. Sofort kümmerte sich die Tierärztin um das
angeschossene verletzte Tier. „ Vielleicht kommt er durch. Der Hirsch hat Glück
gehabt. Da war kein guter Schütze am Werk. Gott sei Dank. Ich glaube der Hirsch
kommt durch. Förster Ewald fielen Steinbrocken vom Herzen. So froh war er, dass
der Hirsch wohl überlebte. Als der Förster sich genauer umschaute an der Stelle
wo der Hirsch lag, fand er auf dem Boden einen Lederhandschuh. Sofort steckte
er seine linke Hand hinein, um zu fühlen ob der Handschuh von innen noch warm
war. Und tatsächlich war er noch etwas warm. „ Dieser Handschuh kann nur dem
Täter gehören.“ Ein Beweisstück hatte der Förster nun. Aber wem gehörten diese
Handschuhe.
14
Eines Morgens wollte sich Förster Buch um die
vielen Dachsbauten am Riesen kümmern. Er wollte mit seinem Hund Sandy zusammen
die Dachse ausräuchern. Er steckte Papier und kleine Hölzer in die Löcher der
Dachsbauten hinein und steckte die Hölzer mit einem Feuerzeug an. Ein Loch ließ
er offen. Und als in den Löchern die Flammen hoch schlugen vom Feuer, wurde es
manchem Dachs dort unten zu heiß und die Dachse kamen aus dem Loch gelaufen,
vor dem einige fallen standen. Ganz viele Dachse konnte sie dadurch fangen. Als
der Förster dachte, dass die Dachse alle draußen waren kam noch ein Nachzügler
aus dem Loch. Sandy, Ewald sein Jagdhund, verfolgte den Dachs und holte den
Dachs ein. Der Dachs griff Sandy mit fletschenden Zähnen an. Der biss zurück.
Es gab einen richtigen Kampf um Leben und Tod. Der Förster hatte richtig Angst um
Sandy. Er wollte den Dachs erschießen, aber die beiden Tiere kämpften so dicht
zusammen, es war eine richtige Keilerei. Er hatte Angst dass er Sandy traf mit
seiner Kugel. Sandy kämpfte ums nackte Überleben. Und nach einer ganzen Zeit
erbitterten Kampfes schaffte Sandy es schließlich dem Dachs die Kehle durch zu
beißen. Der Förster ging auf Sandy zu, der vor Erschöpfung im Gras liegen
blieb. Er war blutverschmiert, sein Sandy. Er nahm ihn hoch und brachte ihn zum
Kofferraum und legte ihn vorsichtig hinein. Er drückte Sandy ganz fest, weil er
so erleichtert war, dass ihm nichts weiter Passiert war. Er untersuchte seinen
Hund. Von außen war nichts zu sehen. Er schien O.K. Trotzdem fuhr er erst
einmal zum Försterhaus und legte ihn seinen Korb, in dem eine Decke drin lag.
Vorsichtshalber rief der Förster die Tierärztin an. Und die war ganz schnell
da. Sie schaute sich Sandy genau an, aber es war alles in Ordnung. Aber
geschafft war Sandy. „ Lassen sie ihn Heute im Korb liegen. Er soll sich ein
bisschen ausruhen. Morgen, wenn er wieder besser drauf ist, können sie mal mit
ihm eine kleine Strecke spazieren gehen. Sandy braucht diese Pause, Herr Buch.“
„ Alle klar. Ich gebe Sandy so viel Zeit zum ausruhen, wie er braucht. Ich bin
froh, dass er den Kampf mit dem Dachs überlebt hat. Ich bin so froh, “ sagte
Ewald Buch und hatte dabei ein paar Tränen in den Augen.
Er hatte viel gearbeitet der Förster, und auch
seine Mitarbeiter, so dass er ihnen ein paar Tage frei gab. Er selber trat auch
etwas kürzer. Zumindest die letzten drei Tage dieser Woche. Er ging mit Sandy,
am Tag nach Sandys Kampf mit dem Dachs, etwas spazieren. Sandy hatte alles gut
überstanden, aber Ewald merkte, dass sein Jagdhund ein bisschen ängstlicher
war, als sie so durch den Wald gingen. Er machte nur eine kleine Runde mit
Sandy. Danach konnte er sich wieder in seinen Korb legen. Und Sandy schlief
auch bald ein. Auch ein Hund musste so etwas erst einmal verdauen. Aber ein
paar Tage später war Sandy wieder der Alte.
15
Die neue Woche ließen der Förster und seine
Mitarbeiter auch sehr ruhig angehen. Es wurden leichte Arbeiten gemacht. im
Wald. „Endlich mal ein paar Tage die ruhig verliefen, “ sagte Ewald Buch zu
seinen Leuten. Es war auch ein ruhiger Tag geworden. Aber man soll ja nicht den
Tag vor den Abend loben. Als Ewald Buch wieder abends im Försterhaus war bekam er einen Anruf vom Ortsvorsteher Ludwig Knabe. „ Ja hier.
Ewald Buch. Wer möchte mich sprechen?“ „ Hallo Ewald. Ich bin es Ludwig Knabe.
Du kriegst auch keine Ruhe richtig, Ewald.“ „ Wieso, Ludwig? Was ist denn schon
wieder los?“ „ Bei Habermanns im Garten haben sie einen Fuchs gesehen. Herr
Habermann hat mich gerade angerufen. Der Fuchs war sehr zutraulich.“ „ Du
meinst Tollwut? Ach du lieber Gott bloß das nicht. Man weiß ja nicht wie viele
Tiere sich schon infiziert haben.“ „ Du musst ruhe bewahren, Ewald. Am besten
du fährst gleich mal mit deinem Wagen zu den Habermanns und sprichst erst
einmal mit den Leuten. Ich werde auch da sein, wenn du willst.“ „ Ja O.K.
Ludwig treffen wir uns vor dem Haus der Habermanns. Bis gleich.“ „ Bis gleich,
Ewald.“ Ewald Buch fuhr sofort los. Als er vor dem Haus der Habermanns ankam,
war der Ortsvorsteher Ludwig Knabe schon da. „ Na Ludwig. Dann wollen wir mal
hören was der Herr Habermann zu berichten hat. Die beiden wurden von Frau
Habermann hinein gelassen. Herr Habermann saß in der Stube vor dem Fernseher. „
Was haben sie erlebt Herr Habermann?“ fragte der Förster gleich direkt. „ Herr
Buch. Ich hatte vielleicht Panik vorhin. Meine Tochter Elke spielte draußen im
Garten im Sandkasten. Sie wird 4 Jahre alt. Als ich plötzlich einen Fuchs
langsam auf sie zu gehen sehe. Ich bin natürlich sofort aus dem Sessel über die
Terrasse zu meinem Kind gelaufen. Ich war Gottlob schneller als der Fuchs. Der
lief erst gar nicht wieder weg. Erst als ich ihn anschrie machte er sich
langsam wieder von dannen. Der war richtig zutraulich.“ „ Gut gemacht Herr
Habermann.“ „ Meinen sie, Herr Förster, dass der Fuchs Tollwut hat?“ Nach ihrem
Bericht von eben scheint es Tollwut zu sein;“ sagte Ewald. „ Ich habe Angst,
dass er wieder kommt.“ „ Das kann schon möglich sein. Sie dürfen ihre Tochter
erst einmal nicht mehr alleine im Garten spielen lassen. Das ist viel zu
gefährlich. Am Besten sie bleiben erst einmal alle im Haus. Und wenn sie den
Fuchs wieder sehen, rufen sie mich sofort an.“ „ Was passiert denn mit dem
Fuchs.“ Wenn er wirklich Tollwut hat müssen wir ihn erschießen, bevor sich noch
ein Mensch bei ihm ansteckt. Wie sah er denn aus?“ „ Ich glaube es war ein
Rotfuchs. Ein junges Tier noch. Kein Jungtier aber ein junger Fuchs glaube
ich.“
16
„ O.K. Herr Habermann. Wie gesagt, bleiben sie
am Besten im Haus. Gut, dass sie den Ortsvorsteher gleich angerufen haben. Und
rufen sie an, egal um welche Uhrzeit. Machen sie sich nicht verrückt, Herr
Habermann. Elke hat noch Glück gehabt, dass sie im richtigen Moment da waren
und ihre Tochter ins Haus geholt haben.
Am nächsten Morgen kam die nächste schlechte
Meldung. Durch den Liesengrund laufen viele Jogger aus Achtenau. Beim Laufen
wurden einige Läufer von einem Bussard angegriffen. Ein Jogger verletzte sich
am Kopf. Er musste nach Huchten gefahren werden und dort mit drei Stichen am
Kopf genäht werden weil der Bussard, der sein Nest dort hat, ihn am Kopf
verletzt hatte. Der Förster ließ sofort die Laufstrecke sperren. Es war viel zu
gefährlich für die Sportler. Der Bussard ist, wenn er Nachwuchs hat immer
besorgt um seine Kinder und greift alle an, die in die Nähe seines Nestes
kommen. Am Abend rief Herr Habermann an und sagte ganz aufgeregt: „ Der Fuchs
ist wieder bei uns im Garten. Was soll ich tun?“ „ Bleiben sie und ihre Familie
im Haus, ich bin gleich da.“ Der Förster Ewald Buch fuhr sofort zu den
Habermanns und tatsächlich, der Fuchs war im Garten. Er stand am Sandkasten und
war so zutraulich, dass es gar nicht anders sein konnte. Er musste Tollwut
haben. Anders war das verhalten des ansonsten scheuen Tieres nicht zu erklären.
Der Förster setzte mit seinem Gewehr an und traf den Fuchs mit einem Schuss. Er
brauchte nicht leiden, er muss sofort tot gewesen sein. Förster Buch nahm den
toten Fuchs aus dem Garten und sagte: „ Ich will hoffen, dass nicht noch mehr
tollwütige Tiere hier herumstreunen. Aber seien sie die nächste Zeit etwas
aufmerksam, wenn ihre Tochter im Garten spielt. Dieser Fuchs macht ihnen keine
Angst mehr. Sie können erst einmal aufatmen.“ „ Ich danke Ihnen, Herr Förster.
Vielen Dank.“ „ Nichts zu danken. Gern geschehen.“ Der Förster hatte nun
endlich Feierabend. Als er nach Hause kam sagte er zu seiner Frau: „ Habt ihr
nicht mal Lust nach Holden zu fahren und dort einen Hamburger zu essen oder Eva
ein paar Chicken Nuggets.“ „ Was sind Chicken Nuggets?“ fragte seine kleine
Tochter. „ Das sind kleine Hähnchenbrustteile. Mit Currysoße schmecken sie dir
bestimmt ganz gut, Eva.“ „ Au ja. Fahren wir nach Holden. Mama, bitte.“ Da
konnte Evas Mutter ja nicht nein sagen. Auch weil sie schon, ab und zu, gerne
mal einen Big Mac aß. Der schmeckte ihr ganz gut. „ Und vielleicht Pommes dazu,
“ sagte Ewald Buch. Seine Tochter bekam richtig Hunger. Pommes mit Chicken
Nuggets, das war schon etwas besonderes. Also fuhren sie mit dem Auto nach
Holden. Das Schnellrestaurant war um diese Zeit ziemlich gut gefüllt. Es war
schließlich Abendbrotzeit.
17
Aber die Familie Buch hatte doch noch einige
Sitzgelegenheiten und sie setzten sich an einen Tisch, wo sie raus gucken
konnten. Als sie saßen nahm Ewald Buch die Bestellung auf bei seiner Familie. „
Ich nehme an du möchtest einen Big Mac, Schatz. Mit Pommes?“ „ Ja, bitte.“ „
Und du, Eva.“ „ Ich möchte Pommes mit Chicken Nuggets, Papa.“ „ Alles klar.“ Er
ging zum Tresen und bestellte, was seine beiden Frauen ihm aufgetragen haben.
Und für sich selber bestellte er noch ein Hamburger, 6er Chicken Nuggets und
Pommes. Und zum Trinken brachte er noch eine Zitronenlimonade für Eva und für
sich und für seine Frau zwei Cola Light. Als er wieder an den Tisch kam freuten
sich alle drei auf das Essen. Eva aß mit Hochgenuss ihre Chicken Nuggets. Aber
Ewald sah schon, dass die Portion doch ein bisschen zu groß war für seine Tochter. Und so kam
schon erwartet die Frage: „ Papa isst du meine Pommes und Chicken Nuggets auf.
Ich kann nicht mehr. Ich bin satt.“ „ Machst du wirklich nichts mehr, Eva? Hat
es denn geschmeckt, Eva.“ „ Hm. Lecker.
Aber ich kann nichts mehr essen, Papa. Aber kann ich mal die Cola Light
probieren, Papa.“ „ Aber nur einen kleinen Schluck, Eva. Sonst kannst du
nachher nicht schlafen.“ „ Warum nicht, Papa.“ „ Ja weißt du. In Cola ist
Koffein drin. Und Koffein ist anregend. Wenn man zu viel davon trinkt, wird man
nicht müde, sondern er wach. Am Besten man trinkt eine Cola morgens. Weißt du
genau wie im Kaffee Koffein drin ist. Deswegen darfst du ja auch noch keinen
trinken. Wenn du etwas älter bist, dann kannst du schon mal einen Kaffe oder
eine Cola trinken.“ Eva probierte die Cola Light bei ihrem Vater und sie
schmeckte ihr gar nicht. Sie verzog das Gesicht. „ Die schmeckt aber nicht.“ „
Gott sei dank, “ sagte der Vater. Er aß die Pommes und die Chicken Nuggets von
Eva mit auf. Und dann war er aber richtig satt. Sie blieben noch ein bisschen
am Tisch sitzen und sie fuhren gut gelaunt zum Försterhaus zurück. Als Eva zu
Bett sollte hatte Ewald noch eine Überraschung für sie. Ihr Vater schenkte ihr
eine „Ariel die Meerjungfrau“ Puppe. Die hatte er in Holden beim Essen in dem
Schnellrestaurant gesehen. Und die Puppe musste er Eva einfach kaufen. „ Danke,
Papa.“ Die Puppe wurde natürlich mit ins Bett genommen und sie schlief, mit der
Puppe im Arm, ein. Auch Ewald und seine Frau legten sich heute früh ins Bett. „
War doch schön in Holden, “ sagte Ewald zu seiner Frau. „ Ja das war es
bestimmt. So etwas können wir ruhig öfter machen.“ „ Du hast Recht, Helga. Das
machen wir auch. Unsere Tochter ist fast schon zu brav. Sie hat ein sehr gutes
benehmen. Es hat Spaß gemacht mit ihr Essen zu gehen.“ „ Jawohl, das hat Spaß
gemacht, Ewald. Da hast du auch Recht.“
18
Es vergingen drei Monate. Helga war
hochschwanger. Es konnte jeden Moment losgehen, mit der Geburt. Ewald war schon
nervös. Bei Eva ging ja alles gut, und das hoffte er von seinem nächsten
Nachwuchs. Aber man konnte nur hoffen. Ewald ging ohne sein Handy nirgends wo
mehr hin. Er war nervöser als die Mutter. Er war auch nicht so konzentriert bei
der Arbeit wie sonst, er war mit den Gedanken halb zu Hause bei seiner Frau.
Die kannte ja schon, was wann zu tun war. Schließlich hatte sie ja schon Eva
zur Welt gebracht. Schließlich bekam Ewald einen Anruf von seiner Frau. „
Ewald, ich glaube es geht los. Du kannst mich zum Krankenhaus fahren, “ sagte
Helga ruhig zu Ewald. Der war allerdings alles andere als ruhig. „ Pass auf
Liebling. Ich fahre sofort los. Mach deine Atemübungen. Ich bin schon
unterwegs. Keine Panik. Wir schaffen das schon. Ich eile.“ „Ewald, leg auf. Und
hol mich einfach ab.“ „ Bin schon unterwegs, “ sagte Ewald noch einmal. Dann
lief er schnell zu seinem Wagen wie ein geölter Blitz. Er war so nervös, dass
er Schwierigkeiten hatte die Autotür zu öffnen. Dann fuhr er viel zu schnell
nach Hause. Er sprang schnell aus dem Auto um seine Frau und Eva ins Auto zu
helfen. Helga merkte schon wieder was los war. Sie dachte, genau wie bei Eva.
Er ist die Ruhe selbst. „ Hast du an alles gedacht, Helga. Wie schnell hinter
einander sind die Abstände der Wehen?“ „ Ewald es ist alles gut, “ sagte Helga
zu ihrem hypernervösem Mann. Ewald fuhr mit viel Dampf zum Krankenhaus nach
Huchten. Unterwegs fragte er mehrmals ob alles in Ordnung ist. Seine Frau
machte er auch schon ein bisschen nervös mit der Fragerei. Am Krankenhaus fuhr
er bis direkt vor das Krankenhausgebäude nahm die Tasche seiner Frau auf der eine
Seite und seine Tochter Eva auf die andere Seite. Er wollte seine Frau stützen,
aber die sagte: „ Du brauchst mich nicht zu stützen es geht schon. Dann musste
er mehrere Stunden auf dem Flur warten. Eva wurde von einer Krankenschwester
betreut. Aber fast hätte Ewald auch eine Betreuung nötig gehabt, weil er so
nervös war. Aber auf einmal öffnete sich die Tür vom Kreissaal, und der Arzt
sagte zu Ewald: „ Herzlichen Glückwunsch, Herr Buch. Sie sind Vater eines
kleinen Buben geworden. „ Juchhu, “ schrie Ewald über den Flur. Wir haben einen
Sohn bekommen.“ „ Sie können nun zu ihrer Frau gehen, die bereits auf dem
Zimmer ist, “ sagte der Arzt. „ Vielen Dank, Herr Doktor.“ Sofort holte er
seine Tochter Eva bei der Schwester ab und ging ganz schnell auf das Zimmer
seiner Frau Helga. „ Ich bin so glücklich, Helga. Das haben wir gut
hingekriegt. Du bist die Beste. Erst eine Tochter und jetzt einen Sohn. Ich
liebe Dich.“ „ Ich dich auch. Bist du jetzt etwas ruhiger?“ „ Wieso war ich
unruhig?“ „ Du hättest eine ganze Flasche Baldrian schlucken können, dann
wärest du immer noch hin und her gelaufen. Genau wie bei Eva. Aber jetzt ist
alles gut, Ewald.
19
Es wurde an die Tür geklopft und eine
Krankenschwester kam mit dem neuen Familienmitglied der Buchs in das
Krankenzimmer und gab als erstes der Mutter den kleinen Säugling. Ewald war ein
stolzer Papa und als er hörte dass sein Sohn 50cm groß und 3970Gramm schwer
war, da lachte er vor Freude. Und die kleine Eva schmunzelte ihren kleinen
Bruder an und der schmunzelte zurück. Da
mussten alle lachen. Ewald war der stolzeste Papa im ganzen Land. Zu Hause war
schon alles gestrichen, und das ganze Kinderzimmer für den neuen Erdenbürger zu
recht gemacht. Nun mussten Eva und Ewald nur warten bis die Mutter mit dem Sohn
nach Hause durfte. Endlich war es so weit. Ewald und Eva holten Helga und ihren
Sohnemann von dem Krankenhaus in Huchten ab. Ewald war richtig froh, dass
Mutter und Kind wohlauf waren. Auf der Fahrt nach Achtenau, nach Hause in das
Försterhaus fuhr Papa Ewald ganz vorsichtig. Und als der Sohn endlich im Bett
in seinem Kinderzimmer lag, war er endlich richtig angekommen bei den Buchs.
Am nächsten Abend gab der frisch gebackene
Vater, eine Runde in der Gaststätte, an der Kirche aus. „ Hoch lebe der Vater
mit seinem Sohn. Ein Bürger ist wieder dazu gekommen in Achtenau. Bravo,
Förster. Gut gemacht.“ „ Danke, Danke. Jetzt trinken wir erst einmal auf meinen
Sohn. Und die Mutter, die beide wohlauf sind und putzmunter. Prost. Lasst euch
das Bier gut schmecken. „ Alle, die in der Kneipe waren, stießen mit Ewald Buch
an und alle waren hoch erfreut und gut gelaunt. An dem Abend wurde noch sehr
fröhlich und feucht gefeiert in der Kneipe. Und auch Ewald Buch hatte leicht
„einem im Tee“. Er war etwas angetrunken und er wurde von seinen beiden
Kollegen nach Hause gebracht. Als sie am Försterhaus ankamen, wartete schon die
Frau des Försters und lachte sich kaputt. „ Genau wie bei Eva. Das ganze Jahr
trinkt er keinen Tropfen Alkohol aber die beiden Kinder haben ihn dazu
gebracht, ich glaube das zweite Mal im Leben, dass er besoffen ist. Vielen Dank
für das nach Hause bringen. Ich nehme ihn nun unter die Arme und lege ihn ins
Bett. Morgen früh kann es etwas später werden bei meinem Mann. Ihr wisst ja
Bescheid.“ Alles, klar, “ sagten Ewalds Kollegen. Wir wissen Bescheid.
Tschüss.“ Die beiden gingen wieder und Helga legte ihren Mann, mit Klamotten
an, ins Bett. Am nächsten Morgen konnte der Wecker, also Eva, so lange an den
Füssen kitzeln wie sie wollte, aber ihr Vater wurde nicht wach um 6 Uhr. Auch
das Bett wegziehen nützte nichts. Ewald wurde erst um 9 Uhr wach mit einem
riesigen Kater.
20
Seine Frau machte ihm ein Katerfrühstück. Mit
Hering und Gewürzgurke. Mehr kriegte er sowieso noch nicht herunter. Als er bei
seinen Kollegen im Wald ankam, mussten die beiden schmunzeln. Aber Kommentare
wollte keiner abgeben. Aber am Nachmittag fuhr der Förster nach der Arbeit zu
Pastor Peter Huber. „ Hallo Herr Pastor.“ „Hallo Ewald. Ich wollte schon
fragen, was ich für dich tun kann, aber es liegt auf der Hand. Du möchtest
bestimmt mit mir über die Taufe reden.“ „ Ja genau. Meine Frau und ich sind uns
einig dass wir unseren Sohn auf den Namen Robin taufen wollen.“ „ Das ist ein
sehr schöner Name, Herr Förster. Wann wollen wir den kleinen Mann denn taufen?“
„ An einem Sonntag hatten wir gedacht, nach der Heiligen Messe.“ „ Um 10 Uhr
fängt der Gottesdienst an und danach ca. um 11 Uhr können wir ihren Sohn auf
„Robin“ taufen, Herr Förster.“ „ Meine Frau und ich würden uns freuen, Herr Pastor, wenn sie auf die Tauffeier in
der Gaststätte direkt an der Kirche auch kommen könnten.“ „ Sehr gerne. Danke
für die Einladung, Ewald. Also ich würde sagen in zwei Wochen klappt es.“ „ So
schnell, das ist ja prima, Herr Pastor. Also dann bis in zwei Wochen.“ „ Alles
klar, Ewald.“ Der Förster verabschiedete sich vom Pastor und fuhr nach Hause
und wollte seinen lieben zu Hause von dem Termin erzählen. Was haben die sich
gefreut, dass der Termin für Robins Taufe so schnell ist. Aber bis dahin ging
das Försterleben ja weiter. Und es wurde nicht ruhiger in den Wäldern um
Achtenau herum. Im Gegenteil. Als Förster Ewald Buch durch den Wald am Räuscheberg
ging, sah er schon von weitem, dass wieder ein Hirsch tot im Wald lag, an dem
der Wilderer wieder das Geweih des Hirschen abgeschnitten hatte. Der Förster
war fassungslos. Er konnte sich nicht erklären wer so etwas machen könnte. Und
warum, nur wegen des Geweihes. Komisch fand er das schon etwas. Aber Ewald Buch
kam in dem Fall „ Wilderer“ nicht so ganz weiter. Deswegen wollte er die
Bevölkerung mit einbeziehen in dem Fall. Nachdem der Wilderer wieder
zugeschlagen hatte, wusste der Förster sich nicht anders zu helfen. So etwas
hatte er auch noch nie gemacht, aber es musste wohl sein dieses Mal. Er setzte
eine Belohnung von bis zu 6000 Euro aus, wer sachdienliche Hinweise für die
Lösung dieses Falles beitragen konnte. Er hing diese Plakate auf die Kneipentüren.
Natürlich ging der Inhalt dieser Plakate wie ein Lauffeuer bei den
Dorfbewohnern um. Jeder sprach darüber. Und jeder hoffte, dass er die 6000 Euro
bekommen würde. Aber eigentlich wusste keiner etwas über den Wilderer. Der
Förster hatte auch nur einen Lederhandschuh von dem Wilddieb.
21
Und immer, wenn nun der Förster durch die Wälder
ging, kamen ihm jetzt so viele Bürger aus Achtenau entgegen, wie noch nie im
Wald. So viele Wanderer an einem Tag, hatte er sonst das ganze Jahr nicht
gesehen. Aber das war auch ganz gut so. Wenn so viele Leute, die Augen mit
aufhielten, und nach dem Wilderer Ausschau hielten, dann würde vielleicht bald
der Wilderer gestellt werden können. Aber das Dorf freute sich auch auf die
Taufe des kleinen Försterbuben. Helga, Ewald und Eva freuten sich
selbstverständlich am meisten. Sie waren, wo der Termin für die Taufe immer
näher rückte, immer aufgeregter. Die Tochter, Eva sprach über nichts anderes,
ja fast nichts anderes, „Ariel“ war für sie auch noch ein Thema. Abends guckte
sie ihre Meerjungfrau auf DVD. Und danach ging es ins Bett, wo sie dann ihre
Puppe „ Ariel“ in den Arm nahm. Ewald fieberte quasi dem Termin entgegen. Helga
war auch nervös, aber das ging noch. Endlich waren die 14 Tage herum und es war
Sonntag, Taufsonntag. Ewald Buch saß mit seiner Familie ganz vorne in der
Kirche. Alle drei waren totalschick angezogen. Sie hatten sich richtig
herausgeputzt, die Försterfamilie. Und alle drei strahlten sie über das ganze
Gesicht. Schließlich sollte ihr kleiner Sohn und Bruder, der im Kinderwagen
neben ihnen im Gang der Kirche stand, heute getauft werden. Die ganze Messe
fanden die Buchs wunderschön. Pastor Huber hatte sich die Worte gut ausgedacht
für diese Messe. Als die Messe zu Ende war, ging es endlich los mit der Taufe.
Fast alle Bürger von Achtenau blieben in den Bänken der Kirche sitzen und
wollten miterleben wie der Förstersohn getauft wurde. Die beiden Eltern standen
am Taufbecken und Helga hielt Eva an der Hand. Ewald hielt seinen kleinen Sohn
über das Taufbecken und der Priester sagte, als er Wasser über die Stirn des
kleinen Jungen laufen ließ: „ Ich taufe dich im Namen Gottes auf den Namen
Robin. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.“ Die
Bürger waren begeistert und gerührt. So war der Sohn des Försters nun getauft.
Die Familie ging anschließend in die Gaststätte an der Kirche und feierte, mit
einem kleinen Essen und gemütlichem Zusammen sein, die Taufe. Ewald sagte zu
Pastor Huber: „ Vielen dank Herr Pastor. Das war so eine schöne Messe und
Taufe. Diesen Tag werden wir wohl nie vergessen und wir werden ihn immer in
guter Erinnerung behalten. Vielen Dank.“ „ Das war mir eine große Freude und
auch ich werde an diesen Moment gerne zurück denken.“ Die Gemeinde hatte einen
schönen Tag erlebt und die Familie Buch sowieso. Aber schon am nächsten Abend
gab es einen richtigen Dämpfer. Als nämlich der Förster seinen Kontrollgang mit
Hund Sandy durch den Wald machte, erwischte er den Wilddieb auf frischer Tat.
22
Den Schuss hatte der Förster schon von weitem
gehört. Er war gleich in die Richtung, von wo aus er den Schuss vermutete
gerannt. Und er hatte Glück. Der Wilderer beugte sich über den Hirschen und
wollte mit dem Messer das Geweih abtrennen. Der Förster war fast auf der Höhe
des Wilderers und sagte: „ Jetzt habe ich dich endlich, “ und wollte gerade
zupacken, und den Wilderer am Kragen hoch ziehen. Doch bevor er das machen
konnte, machte der Schuft eine schnelle Bewegung zur Seite und der Förster
griff ins Leere. Er fiel auf den Boden und der Wilderer lief schnell weg. Der
Förster stand so schnell er konnte auf und verfolgte den Wilderer, dabei riss
sich Sandy von der Leine los und raste ebenfalls hinter dem Mann her. Der Hund
biss in die Hosenbeine des Wilderers und der wurde dadurch langsamer. Der
Förster kam immer näher heran, und als er ihn fast hatte, drehte sich der
Wilddieb herum und schoss auf den Förster. Der sank zu Boden. Der Wilderer lief
einfach weiter und Sandy biss ihn noch einmal in die Hose, wobei ein Stück der
Hose abriss und in Sandys Schnauze hängen blieb. Sandy lief sofort danach zu
seinem Herrchen und sah dass der Hilfe brauchte. Der Förster war bewusstlos. Sandy
lief so schnell er konnte zu den Kollegen des Försters und bellte ganz laut als
er diese erreicht hatte. Sofort wussten die Kollegen, dass etwas passiert sein
muss und sie liefen hinter Sandy her. Der Hund führte sie auf direktem Weg zu
dem verletzten Förster. Er war immer noch bewusstlos. Sie sahen dass er
verletzt war und sie riefen sofort einen Notarzt und einen Krankenwagen an. Die
kamen auch nach wenigen Minuten im Wald an. Inzwischen war der Förster wieder
zu Bewusstsein gekommen. Die Notärztin sagte: „ Bewegen sie sich nicht unnötig.
Sie haben Blut verloren. Sie haben eine Gewehrkugel in der Schulter sitzen. Wir
bringen sie nun nach Huchten ins Krankenhaus. Dort müssen wir als erstes die
Kugel aus ihrer Schulter bekommen.“ Der Krankenwagen fuhr nach Huchten ins
Krankenhaus und der Förster wurde sofort operiert. Sie operierten ihm die Kugel
aus der Schulter. Er Hatte noch Glück gehabt. Aber er musste etwas neues Blut
bekommen und musste dadurch einige Tage im Krankenhaus bleiben. Die Ärztin
informierte die Försterin, die ihren Mann noch an diesem Tag im Krankenhaus
aufsuchte. Sie nahm ihren Mann kräftig
in die Arme und weinte ein bisschen. „ Mach doch kein Quatsch, Ewald. Lass dass
jetzt die Kripo übernehmen. Deine Kollegen haben mir ein Stück Jeansstoff von
einer blauen Jeanshose, die Sandy dem Wilderer heraus gebissen hat übergeben.
Zusammen mit dem Handschuh kriegen die Kriminalbeamten bestimmt etwas heraus,
wer dahinter steckt.“
23
„ O.K. Gib den Beamten von der Polizei das Stück
Jeansstoff.“ Helga war erleichtert als ihr Mann einwilligte. Er blieb ein paar
Tage im Krankenhaus. Und tatsächlich die Kriminalpolizei konnte mit dem
Jeansstoff von der Hose und dem Lederhandschuh den Täter ermitteln. Der
ehemalige Förster von Achtenau, der wegen Trunkenheit entlassen wurde, gab zu
bei der Polizei dem neuen Förster dadurch zu schaden. Er gab alle Angriffe auf
die Hirsche zu und war auch geständig, dass er auf den Förster Ewald Buch
geschossen hatte. Die ganzen Bewohner von Achtenau waren froh, dass der
Wilddieb gefasst werden konnte. Er würde wegen Wilderei und versuchten
Totschlags später verurteilt werden. Als der Förster Ewald Buch, aus dem
Krankenhaus entlassen wurde, standen die ganzen Dorfbewohner von Achtenau vor
dem Krankenhaus und applaudierten dem erstaunten Förster zu. Der Wilddieb war
gefasst und alles ging in normalen Bahnen weiter in Achtenau. Und keiner
schimpfte nun mehr über den Förster. Die Geschichte des Försters Ewald Buch
nahm bis hierhin ein schönes und gutes Ende.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen