Donnerstag, 19. Dezember 2019

Zu gut weggelegter Christbaumschmuck









                  Zu gut weggelegter Christbaumschmuck

Klaus Polka wollte wie jedes Jahr den Christbaum an Heilig Abend schmücken.
Doch nachdem er alle Tannenbaumkugeln an den Baum gehängt hatte, suchte er den Schmuck für die Christbaumspitze. Aber wo er auch suchte, die Spitze für den Tannenbaum konnte er nicht finden. Er muss ihn verlegt haben. Plötzlich wurde er richtig traurig, weil der Christbaum nicht vollständig war ohne die Spitze. Seine Kinder Wolfgang und Karin hatten ihm den Christbaumschmuck vor etlichen Jahren geschenkt zu Weihnachten. Es war ein sehr teurer Christbaumschmuck. Der Schmuck war schon in die Jahre gekommen
 und an der Spitze war auch schon die Farbe ab, aber trotzdem wusste Klaus den Schmuck zu schätzen und deshalb war er besonders traurig.
Eine Stunde später kamen seine Kinder zum Essen und auch die Bescherung fand immer bei Klaus statt. Klaus und seine beiden erwachsenen Kinder feierten schon lange den "Heiligen Abend" zusammen. Als Wolfgang und Karin ihn begrüßten, wollte Klaus erst einmal nichts von dem Fehlen der Christbaumspitze sagen. Es war ihm zu peinlich. Als sie beim Essen waren, was sie immer in der Stube machten, dachte Klaus immer nur bei sich, hoffentlich bemerken die beiden nicht, dass der Tannebaum ohne Spitze ist. Aber die beiden schienen nichts bemerkt zu haben. Aber irgendwann musste er es ihnen ja sagen. Bestimmt nach der Bescherung würde ihnen das Fehlen auffallen. Er überlegte schon beim Essen wie er es ihnen sagen konnte. Sie würden bestimmt schimpfen oder ärgerlich werden. Als er sein Geschenk von den Kindern bekam wollte er es ihnen beichten. Aber als er sein Geschenk gedankenverloren auspackte staunte er nicht schlecht. Da war seine Christbaumspitze. Er sah sie mit eigenen Augen. Die Spitze war wie neu. Die Kinder mussten sie restauriert haben lassen. " Da habt ihr mir aber einen großen Schrecken eingejagt," sagte Klaus zu seinen Kindern. " Tut uns leid Vater. Wir haben dir den Schrecken beim Essen schon angesehen. Aber wir konnten doch nichts sagen. Wir wollten dich doch überraschen." " Die Überraschung ist euch gelungen. Aber denkt das nächste mal daran, dass die Nerven von eurem alten Vater nicht mehr die besten sind." Über diese Weihnachtsgeschichte sprachen die drei noch mehrere Jahre später. Und sie lachten jedes Jahr darüber. Das war eine schöne Bescherung gewesen.

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