Ein
unbekannter Gast zu „ Heilig Abend“
In irgendeinem Ort in Deutschland sitzt eine Familie nach
der Bescherung am Stubentisch und isst wie jedes Jahr Kartoffelsalat und
Schlesische Bratwürstchen.
Plötzlich klingelt es an der Haustür. „ Wer ist das denn zu
so einer Zeit?“ fragte der Vater. Er ging an die Haustür und öffnete diese. Vor
ihm stand ein 17jähriger junger Mann. Er schien Flüchtling zu sein. „ Ja,
bitte?“ sagte der Vater zu dem jungen Mann. „ Entschuldigung. Könnte ich bei
ihnen mal auf die Toilette gehen?“ Ich habe noch einen weiten Weg.“ Der Vater
schaute auf die Uhr. Es war acht Uhr und es war schon lange dunkel draußen. Der
Vater empfand Mitleid mit dem jungen Mann und sagte. „Natürlich können sie bei
uns auf die Toilette gehen. Kommen sie mal mit.“ Der junge Mann ging dem
Hausherren hinterher. Um auf die Toilette zu kommen mussten die beiden durch
die Stube gehen Dort saß die ganze Familie. Alle guckten ganz groß als der
Vater mit dem Flüchtling in die Stube kam. Der Vater sagte: „ Der Mann muss
einmal auf die Toilette.“ Er ging zu der Toilette mit dem jungen Mann. Als der
Mann auf Toilette war waren alle still. Gleich würde er wieder gehen, dachten
Alle. „ Sehr nett von dir, Vater,“ sagte die Tochter Als der Mann wieder zurück
in der Stube war, nachdem er den Toilettengang beendet hatte, fragte der Vater
den Mann: „Müssen sie noch weit gehen bis sie zu Hause sind.“ „ Ich habe kein
richtiges zu Hause! Ich gehe immer weiter, ich bin obdachlos.“ „ Aber wo wollen
sie denn dann jetzt hin?“ „ Ich werde
mir eine Brücke oder eine Bushaltestelle aussuchen um dort zu schlafen.“ „Haben
sie Hunger“, fragte die Tochter den Mann. Nun guckte die Mutter ihre Tochter
an. Aber der Vater sagte: „ Mögen sie Kartoffelsalat und Bratwurst.“ „ Ich
möchte nicht stören an so einem Abend. Vielen dank, dass ich bei Ihnen auf die
Toilette gehen durfte.“ Doch nun sagte die Mutter: Bestimmt haben sie Hunger.
Ich hole ihnen einen Teller. Das geht
schnell und macht keine Umstände.“ Der
Vater fragte den jungen Mann: „ Wollen sie sich an unseren Tisch setzen?“ Der
junge Mann genierte sich ein bisschen, aber schließlich nahm er am Tisch Platz.
Die Mutter holte einen Teller und Messer und Gabel und sie füllte dem Mann
etwas Kartoffelsalat auf und eine Bratwurst. Gemeinsam aßen sie ihr Essen auf.
Als der Mann fertig gegessen hatte stand er auf und verabschiedete sich schnell
und ging wieder. Aber vorher sagte er noch: „So etwas habe ich in den letzten
Jahren noch nie erlebt und ich bin schon einige Jahre obdachlos. So eine
Gastfreundschaft.
Ein viertel Jahr später als es mal wieder an der Haustür bei
der Familie klingelte und der Vater aufmachte stand der Flüchtling vom
„Heiligen Abend“ wieder vor ihm.
2
Der Vater war ganz erstaunt. „Sie haben bestimmt gedacht,
sie sehen mich nicht wieder. Aber seit dem Abend ist etwas mit mir passiert.
Und das habe ich nur Ihnen zu verdanken. Heute habe ich Arbeit und eine kleine
Wohnung hier in der Nähe. Ich bringe Ihnen Kartoffelsalat und Bratwurst mit.
Wollen wir das zusammen essen?“ „ Sehr gerne, sagte der Vater. Für die Mutter
hatte der junge Flüchtling einen Blumenstrauß dabei. Als sie fertig mit essen
waren bedankte sich die Familie bei dem Flüchtling für das Essen Der Flüchtling
wurde von einem unbekannten Gast am „ Heiligen Abend“ zu einem Freund der
Familie. Denn an diesem Abend brachte
Menschlichkeit, die Familie und den Flüchtling, zusammen. Und die Familie hatte
einen Freund dazu gewonnen. So einfach
ist das manchmal.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen