Kommissar Lennert ermittelt verdeckt!
Die Kirmesleute wachten fast Alle zur gleichen Zeit auf. Sie
mussten alles vorbereiten für ihre Fahrgeschäfte. Schließlich war Heute der
Haupttag auf der Kirmes, wie immer am Sonntag. Am Samstag war das Geschäft
schon super gelaufen. Es sind viele
Besucher auf der Kirmes gewesen und die Leute haben viel Geld ausgegeben. So
könnte es immer laufen, dachte sich die Familie Enzo. Die Familie war sehr groß
und sie hatten viele Fahrgeschäfte zusammen auf der Kirmes. Sie tingelten im
Sommer von Ort zu Ort.
„ Du Sebastian, was ist mit Silvio los. Seine Schießbude ist
noch ganz zu. Die ersten Kunden wollen schießen, “ sagte Maria. „ Ich weiß auch
nicht wo er steckt. Ich habe ihn noch gar nicht gesehen heute. Ob er
verschlafen hat? Ich gehe mal gucken, Maria.“ Sebastian, der beim Autoskooter
arbeitete, ging zum Wohnwagen von Silvio. Die Vorhänge an dem Wohnwagen waren
noch zugezogen. „ Er scheint tatsächlich verschlafen zu haben“, dachte
Sebastian Enzo. Er machte die Tür des Wohnwagens auf und war geschockt. Da lag
Silvio auf dem Boden mit einem Messer im Bauch. Er fühlte nach seinem Puls,
aber er war schon tot. Sofort rief er die Polizei an, die auch ganz schnell auf
der Kirmes erschienen. „ Kommissar Kolle. Sie haben uns angerufen Herr Enzo?“ „
Ja das habe ich. Sie können ruhig Sebastian zu mir sagen. Ich habe meinen Onkel
mit einem Messer im Bauch tot aufgefunden, in seinem Wohnwagen.“ „ Würden sie
mich bitte hinführen?“ „ Aber selbstverständlich. Kommen sie mit.“
Kommissar Kolle folgte Sebastian hinter die Buden, wo die
Wohnwagen standen. Da lag er der Onkel Silvio. Kommissar Kolle nahm den Fall
auf und die Spurensicherung war auch etwas später am Tatort. Zurück im Kommissariat
sprach Kommissar Kolle sofort mit Kommissar Lennert. Er erzählte ihm von diesem
Fall und Lennert, der Vorgesetzte von Kolle übernahm den Fall selber. „ So,
Schießbudenbesitzer auf dem Rummel, war der Tote. Dann wird es am besten sein,
wenn ich verdeckt ermittele. Ich werde zum Rummel gehen und die Arbeit von dem
Toten übernehmen. So kriege ich am schnellsten heraus wer der Mörder war.“ „ In
Ordnung,. Klaus. Das machen wir so. Du hältst mich auf dem Laufenden über den
Fall.“ „ Genau, Herbert. Wir telefonieren immer.
Klaus Lennert hatte alles dabei, was er brauchte, wenn er
eine längere Zeit bei den Kirmesleuten bleiben wollte.
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„ Sie suchen einen der ihre Schießbude leitet?“ „ Ja, genau.
Woher wissen sie das?“ fragte Sebastian Enzo. „ Ich habe den kleinen Zettel,
der an der Laterne klebte gesehen und dachte das wäre was für mich.“ „ Ach, so.
Der Zettel. Hatte ich gar nicht mehr dran gedacht im Moment. Ja, klar. Und sie
wollen bei uns arbeiten? Wie heißen sie denn?“ „ Mein Name ist Klaus Lennert.
Und würde sehr gerne hier arbeiten. Ich kriege ja sonst keine Arbeit.“
„O.K. Sie haben Glück, das wir dringend jemanden brauchen,
sagte Sebastian. Sie können sofort anfangen, wenn sie wollen. Eine Woche sind
wir noch in Hannover, dann ziehen wir weiter. Unsere nächste Station ist
Braunschweig. Fangen sie erst mal an.
Die anderen von unserer Familie stelle ich ihnen heute Abend vor, nach
Feierabend. Wenn wir alle in unseren Wohnwagen sind gehen wir einmal überall
hin und ich stelle ihnen alle vor. O.K.?“ „ Das ist O.K. so.“ Klaus Lennert
nahm seinen Koffer mit in die Schießbude machte die Bude auf und auch gleich
danach kamen auch schon die ersten, die schießen wollten. Seinen Koffer wollte
er nach Feierabend in sein neues zu Hause bringen. Wie schon erwartet war der
Sonntag der Haupttag. Es kamen sehr viele die schießen wollten. Er machte seine
Sache ganz gut meinte Sebastian Enzo, der ab und zu nach Klaus guckte. Er ging
vom Autoskooter nicht lange bis zur Schießbude. Den ganzen Tag über gab Klaus
den Kunden die Gewehre in die Hand und gab ihnen Blumen oder was sie gerade
abgeschossen hatten, als Preis mit. Dann waren auch viele die auf Scheibe
schossen. Das war sehr spannend manchmal. Es waren ganz gute Schützen dabei
teilweise, die öfter mal eine Elf schossen. Die Zwölf, die höchste Punktzahl,
die man mit einem Schuss erreichen kann wurde seltener getroffen. Da musste man
schon sehr gut schießen können. Manche legten das Gewehr auf eine Ablagehilfe,
aber die meisten, vorwiegend Männer hielten die Waffe in der Luft ohne
abzulegen. Das war noch schwerer. Man brauchte eine ruhige Hand dafür. Und dann
und wann, wenn es schon etwas später wurde und manche besoffen waren, schossen
sie öfter daneben. Auf jeden Fall war am Abend immer etwas los an der
Schießbude. Als Klaus Lennert endlich die Bude nachts um 1Uhr30 zuschließen
konnte, war er ziemlich fertig. Es war sehr anstrengend über Stunden in der
Schießbude zu stehen. Der Autoskooter war noch offen und weil Klaus noch nicht
wusste in welchem Wohnwagen er schlafen würde, ging er zu Sebastian und fuhr
ein bisschen Autoskooter. Er kriegte nach ein paar Minuten sogar ein Chip den
man stecken lassen konnte, damit konnte Klaus ohne was zu zahlen Autoskooter
fahren. Und als er sah, dass einer alleine die leeren Wagen wieder zurückfuhr,
machte er sich ein bisschen nützlich und half dabei. Der Kollege hatte auch gar
nichts dagegen, dass Klaus ihm half.
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„ Ich heiße Klaus. Ich leite die Schießbude ab heute.“ „ Ich
heiße Manuel Enzo. Mein Bruder ist der Sebastian. Wir arbeiten beide immer beim
Autoskooter. Aber bis 3 Uhr machen wir heute bestimmt noch.“ „ Das ist aber
lange. Aber ich werde schon durchhalten, “sagte Klaus. „ Du kannst dich ja ab
und zu mal ausruhen,“ sagte Manuel. Am Autoskooter waren vorwiegend junge
Leute, die mit dem Skooter fuhren. Aber auch weil hier gute Musik gespielt
wurde, besonders für junge Leute, standen viele am Rand mit einem Glas Bier in
der Hand und manche auch mit einer Zigarette. Es standen auch viele junge Pärchen
am Rand und knutschten.
Fast um Punkt 3 Uhr wie Manuel gesagt hatte schloss auch das
Autoskooter für Heute Nacht. Sebastian, Manuel und Klaus gingen gemeinsam
hinter die Schießbude wo etwas weiter hinten eine Wiese war wo sechs Wohnwagen
standen. Klaus kriegte den Wohnwagen von dem Ermordeten Silvio Enzo. Sebastian
und Manuel gingen danach zu ihren Wohnwagen und schliefen bald ein. Auch Klaus
war schachmatt. Er schlief auch sofort ein. So fertig war er von der Arbeit.
Am nächsten Morgen
als er aufwachte, schaute er sich erst einmal im Wohnwagen um. Die
Spurensicherung war schon da gewesen und hat alles nach Fingerabdrücken und so
weiter überprüft, sonst hätte er nicht in dem Wohnwagen schlafen können. Als er
die Wohnwagentür aufmachte, waren
Sebastian und Manuel schon wach und sie saßen an einem Campingtisch und
frühstückten. Der Tisch war reichlich gedeckt. Es standen frische Brötchen auf
dem Tisch, Marmelade, Wurst und Käse. Eine Schüssel Müsli war schon
zurechtgestellt auf dem Tisch. Butter und Margarine so wie Kaffee und Tee standen brühwarm auf
dem Tisch. Orangensaft und sogar für jedem ein Ei. „ Das Frühstück macht immer
unsere Mutter, Maria, “ sagte Sebastian. „Sie hat da hinten ihren Wohnwagen.
Sie kommt gleich. Setz dich, Klaus. Uns beide hast du ja schon kenne kennen
gelernt. Da steht der Wohnwagen von Flavio Enzo. Dem Bruder unserer Mutter. Er
hat das Kettenkarussell von uns unter
seiner Leitung. Und der sechste und letzte Wohnwagen, den wir dir zeigen,
gehört Herbert List. Er baut bei uns alle Fahrgeschäfte mit auf und ab. Etwas
anderes macht er nicht. Aber das reicht auch. Es ist eine Knochenarbeit, bei
der wir natürlich alle mit anpacken, auch unsere Mutter, aber die natürlich
weniger. Die Arbeit ist nichts für Frauen.“
So nach und nach kamen die anderen auch an den
Frühstückstisch. Sechs Leute fingen gemütlich an zu essen. Dabei unterhielten
sie sich ein wenig Klaus lernte Sebastian und Manuels Mutter, ihren Onkel und
ganz zum Schluss Herbert List kennen.
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Die Schießbude und die Fahrgeschäfte wurden erst am
Montagabend wieder geöffnet, so dass die Rummelarbeiter etwas Freizeit hatten.
Die Mutter von Sebastian und Manuel war eine sehr gutherzige Frau, das merkte
Klaus Lennert sofort. Flavio Enzo, der Bruder von Maria Enzo war auch ganz in
Ordnung. Aber Herbert List ein sehr großer, schlanker, aber nicht
unkräftig aussehender Mann war ein
Muffelkopf. Das sah man, und merkte Klaus Lennert sofort. Die Gespräche gingen
natürlich um den Mord an Silvio Enzo. Sie alle waren traurig. Denn der jüngere
Bruder von Maria, Silvio war sehr beliebt bei den Schaustellern und in der
Familie.
Kommissar Lennert rief seinen Kollegen im Präsidium, Herbert
Kolle an und er berichtete ihm, dass es geklappt hat bei den Schaustellern die
Arbeit gekriegt zu haben. Nun kann er verdeckt ermitteln. Keiner hat eine
Ahnung dass Klaus Lennert eigentlich Hauptkommissar bei der Mordkommission ist,
nicht den kleinsten Schimmer haben die anderen. Und das ist die Hauptsache bei
diesen Unternehmungen, denn wenn irgendjemand irgendwie dahinter kommt das
Klaus Lennert von der Polizei ist, war es das mit dem verdeckten Ermitteln.
Am Abend stehen alle wieder auf ihren Posten. Und weil es
ein Montag ist, sind nicht ganz so viele Leute auf der Kirmes. Viele junge
Leute sind da. Denn es sind Ferien und da hängen viele ab. Sie stehen am
meisten bei dem Autoskooter, mit Freundin oder auf der Suche nach einer
Freundin. Sie hören die laute Musik die aus den großen Boxen, die am Rande der
Autoskooterbahn stehen. Und feiern mit Alkohol. An der Schießbude ist wenig
los. Es war ruhig an diesem Montagabend. Klaus Lennert stand mehr die Zeit ab,
als dass er richtig arbeitete. Aber er musste immer da sein und warten bis ein
Kunde kam. Ab und zu zur späteren Stunde kamen auch wirklich Leute die bei ihm
was schießen wollten, aber die meisten waren besoffen und redeten ein bisschen
dummes Zeug. Als er endlich zu machen konnte und er Feierabend hatte, wollte er
in seinen Wohnwagen gehen und schlafen. Auf dem weg dorthin kam ihm Herbert
List entgegen. Sofort roch Klaus Lennert, die Bierfahne von Herbert List, und
als er plötzlich auch noch an zu reden anfing, merkte Klaus Lennert, das Hebert
total besoffen war. Er sprach immer von viel Geld, was der Ermordete Silvio
Enzo in seinem Wohnwagen versteckt haben soll. Klaus versuchte die Situation
auszunutzen, aber mehr erfuhr er heute nicht mehr von Herbert. Er war zu
besoffen und ging so besoffen wie er war in seinen Wohnwagen und legte sich schlafen. Klaus Lennert
telefonierte sofort mit seinem Kollegen auf dem Präsidium. „ Hallo, Herbert.
Wie geht es. Dein Namensvetter war richtig besoffen und hat ein bisschen
geredet.
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Ich traf ihn auf dem Weg zu meinem Wohnwagen. Er sprach von
viel Geld, was der Ermordete in seinem Wohnwagen versteckt hatte. Da haben wir
vielleicht schon ein Mordmotiv. Geld. Viel Geld.“ „ Aber wir haben doch den
Wohnwagen abgesucht, Klaus.“
„Wer weiß, wer weiß wo er das Geld versteckt hat. Aber ich
habe ja auch genug Zeit und Ruhe danach zu suchen. Ich werde mir den Wohnwagen
mal ganz genau ansehen.“ „ Bist du dir sicher, dass Herbert List nicht nur
dummes Zeug geredet hat, weil er besoffen war?“ „ Du weißt ja wie der Spruch
geht. Wenn die Leute besoffen sind wird die Zunge locker und sie fangen an zu
reden. Auf jeden Fall werde ich nach einem Versteck suchen in dem Wohnwagen.
Und wenn ich Geld finden sollte dann haben wir ein Mordmotiv. Tschüss. Herr
Kollege Kolle. Ich melde mich wieder. Und wenn du etwas Neues hast, meldest du
dich auch.“ „Alle klar, Herr Kollege Lennert.“ Das Gespräch war beendet. Klaus
Lennert machte sein Licht aus und wollte erst mal ne Mütze voll Schlaf nehmen.
Morgen über Tag hatte er genügend Zeit nach dem Geld zu suchen.
Am nächsten Morgen nachdem er sich frisch gemacht hatte ging
er zum Frühstückstisch und wartete auf die Anderen, damit sie zusammen
frühstücken konnten. Maria hatte schon wieder alles vorbereitet für das
Frühstück. Und so nach und nach kam Sebastian und Manuel, Flavio Enzo und auch
Maria an den Frühstückstisch. Nur einer fehlte noch, Herbert List. „ Fangt
schon an zu Essen, auf Herbert List brauchen wir nicht warten. Der hat schon
wieder zu tief ins Glas geguckt gestern. Er hat bestimmt auch gar keinen
Hunger, so voll der wieder war, “ sagte Maria. Seabastian wünschte einen guten
Appetit und dann fingen alle mit dem Frühstück an. Es schmeckte allen ganz
hervorragend. Die anderen tranken auch alle keinen Alkohol. Schließlich mussten
sie ja jeden Tag arbeiten. Herbert hatte zu viel Langeweile, er hatte einfach
zu viel Freizeit, weil er nur am Tag des Aufbaus und dann wieder beim Abbau der
Fahrgeschäfte zu tun hatte. Aber er trank auch viel zu gerne. Die anderen
meinten fast, dass er schon ein halber Alkoholiker wäre. So viel trank er
manchmal.
Nach dem Frühstück verabschiedete sich Klaus Lennert von
allen und wünschte noch einen schönen Tag. Er ging in seinen Wohnwagen und
schaute aus dem Fenster, ob die anderen auch aufstanden und weg gingen. Das
taten sie auch. Er sah nur noch Maria, die den Tisch abräumte. Als sie damit
fertig war ging sie auch, und nun war niemand mehr da. Klaus Lennert konnte
also in Ruhe sich den Wohnwagen von innen ansehen. Er suchte irgendein Versteck
in dem Wohnwagen wo man Geldscheine unterbringen konnte. Es war ziemlich dunkel
in diesem Wohnwagen und von draußen gesehen, das wollte er nicht.
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Er zog das Rollo
herunter und machte das Licht an. Von draußen konnte ihm niemand zusehen.
Außerdem schloss er die Tür des Wohnwagens ab, damit er nicht ungebetenen Besuch
bekam, wenn er das Geldversteck suchte. Er fing erst einmal am Boden an und
suchte nach einem Spalt oder einer Öffnung im Boden des Wohnwagens. Ein Teppich
lag auf dem Boden, den er erst einmal wegzog und zusammen rollte. Jetzt konnte
man den nackten Boden sehen. Aber Klaus konnte keine Versteckmöglichkeit
erkennen. Er legte den Teppich wieder auf den Boden des Wohnwagens und guckte
nun oben in den Gepäckfächern aber auch dort war nichts zu finden, oder besser
gesagt, es gab auch hier keine Möglichkeit etwas zu verstecken. So groß war der
Wohnwagen nun auch nicht, dass man hier lange Suchen konnte. Er setzte sich in
den Sessel, der vor einem ziemlich großen und, jetzt fiel es Klaus auf, einem
Tisch mit einer dicken Tischplatte stand. Jetzt fiel es ihm ganz besonders auf.
Der ist aber sehr stabil, dachte er. Und robust ist der. Er fasste über die
glatte Tischplatte dieses Holztisches. Auf einmal kam ihm ein Gedanke. Er
überlegte sich warum wohl die Tischplatte so dick war. Bis er unter diese
Platte fasste und mit den Händen fühlte ob sich etwas darunter befand. Erst dachte er es fühlt sich ganz
glatt an die Fläche unter diesem Holztisch. Aber an einer Stelle, so ziemlich
mittig unter dem Tisch, fühlte er eine ganz kleine, ja, wie eine ganz kleine
Schraube. Er ging mit dem Zeigefinger ganz langsam und nur wenig weiter von
dort aus. Da, schon wieder fühlte er so etwas Scharfkantiges. Wie, als wenn ein
Dorn von einem Kaktus ganz leicht im Finger zu merken ist, oder wie eine ganz
feine und kleine Stricknadel ein wenig weh tut. Ganz leicht nur. Er dachte,
wenn das wirklich Schrauben sind, die er da unter dem Tisch gefühlt hatte und
wenn man dazu die dicke Tischplatte sah, könnte es sein das unter dem Tisch das
Versteck für das Geld ist. Er legte sich ganz unter den Tisch flach auf den
Rücken und tatsächlich konnte er vier ganz kleine Schrauben erkennen. So eben.
Wenn er sie nicht erst vorher gefühlt hatte mit seinen Finger, hätte man sie
auch übersehen können.
Für diese kleinen Schrauben brauchte man Spezialschraubenzieher.
So kleine Schraubenzieher wie man sie für Brillenschrauben braucht. Und so
kleine Schraubendreher hatte Klaus Lennert natürlich nicht dabei, so dass er
seinen Kollegen Kolle im Präsidium anrufen musste, damit er ihm solche
Schrauberzieher bringen konnte. Aber natürlich würde ihm nicht Kommissar Kolle
dieses Werkzeug bringen sondern ein junger Kollege.
Am späten Nachmittag kam der junge Kollege und brachte dem
Kommissar Lennert am Eingang des Rummelplatzes die ganz kleinen
Schraubenzieher.
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Er guckte in die
kleine Tüte, die der Kollege mitgebracht hatte, ob es die richtigen Werkzeuge
waren für die ganz kleinen Schrauben. Als er in die Tüte schaute sagte er dem
jungen Kollegen: „ Sehr gut gemacht, Herr Kollege. Dann gehen sie mal wieder
zum Dienst zurück. Und vielen Dank.“
Der junge Kollege von Klaus Lennert ging von dannen und
Klaus ging zurück zu seinem Wohnwagen. Als er dort ankam sah er Herbert List
vor Klaus Wohnwagen stehen, wie er durch
die Scheibe versuchte nach innen zu gucken. „ Suchst du was, Herbert?“ „ Du
hast mich vielleicht erschreckt, Klaus. Ich wollte nur sehen, ob du da warst.
Mein Feuerzeug ist alle, und dann wollte ich dich fragen, ob du vielleicht
etwas zum Anzünden hast.“ „ Ach so, aber ich kann dir auch nicht weiterhelfen.
Ich bin Nichtraucher. Tut mir leid. Ich habe noch nicht einmal Streichhölzer.“
„ Na, ja. Konnte ja sein. Trotzdem Danke.“ Herbert List ging auf das
Kirmesgelände und wollte sich dort bei den Kollegen Feuer besorgen für seine
Zigaretten.
Als er weg war, ging Klaus Lennert in seinen eigenen
Wohnwagen. Schließlich wollte er ja wissen, was das mit den Schrauben auf sich
hatte unter seinem Tisch. Er legte sich
wieder flach auf den Rücken unter den Tisch sodass er gut schrauben konnte. Er
fing an, an der ersten Schraube vorsichtig los zu schrauben. Er wollte auf
keinen Fall, das die Schraube sich überdrehte und dann nachher nicht mehr los
zu schrauben ging. Aber es ging ganz leicht. Schnell hatte er die erste
Schraube draußen, und mit den anderen Schrauben ging es genauso leicht. Als er
die dritte Schraube schon etwas draußen hatte, merkte er wie so was wie eine
Klappe leicht nach unten in seine Hand fiel. Und als er die vierte Schraube
auch noch los geschraubt hatte, kam ihm die Klappe schon entgegen. Er legte die
Hand unter die Klappe und ließ sie ganz langsam herunter. Als die Klappe mit
der Hand etwas herunter ließ, fiel ihm
auf einmal aus dem Fach etwas heraus. Er nahm die Klappe ganz weg, und es fiel
noch etwas herunter. Als er auf den Boden guckte lagen dort wahnsinnig viele
Geldscheine. Auf den ersten Blick sah es so aus, als ob die Geldscheine alles
500 er waren. Und zwar sehr viele 500 er Euroscheine. Klaus Lennert hatte noch
viel Zeit bis zum Mittagessen. Deswegen wollte er die Scheine zählen. Er war
sehr gespannt wie viel Geld das war.
Er zählte ziemlich lange aber als er fertig war hatte er
tatsächlich 2Hundert 500er Euronoten gezählt, und das macht nach Adam Riese 100
000 Euro. Woher hatte der Ermordete Schießbudenbesitzer so viel Geld her? Das
galt es nun schnell heraus zu bekommen. Und wer wusste von dem Geld? Klaus
Lennert schraubte das Fach wieder zu.
Das Geld holte ein Kollege ab. Also 100 000 Euro, da würde so mancher schon
einen Mord für begehen.
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Das dachte Klau Lennert. Und als nächstes stellte er sich
die Frage, wer konnte von diesem Geld gewusst haben? Fragen über Fragen. Aber
das Mordmotiv stand wohl jetzt fest. Herbert List hatte, als er besoffen war,
doch nicht gesponnen. Er ahnte auf jeden Fall, dass sein Kollege viel Geld
hatte. Wahrscheinlich hatte der Täter auch danach gesucht im Wohnwagen, fand
aber nichts, weil es so gut versteckt war. Klaus Lennert ist durch diesen
Geldfund ein ganzes Stück weiter gekommen.
Zunächst muss geklärt werden, wo Silvio Enzo das viele Geld
her hatte.
Keiner hatte etwas mitgekriegt von den Anderen
Schaustellern, dass Klaus das Geld gefunden und schon seinen Kollegen gegeben
hat.
Als er am späten Nachmittag wieder in seinem Wohnwagen saß,
und ein wenig gelesen hat in einem Buch, um sich die Zeit zu vertreiben hörte
er auf einmal Geräusche an seinem Wohnwagen. Die Tür hatte er verschlossen
gehabt und als er aus dem Fenster schaute konnte er Herbert List vor seinem
Wohnwagen sehen, wie er sich an der Tür zu schaffen machte. Er versuchte doch
tatsächlich gerade in den Wohnwagen einzudringen. Klaus Lennert dachte sich so,
wahrscheinlich wusste Herbert List nicht, dass Klaus im Wohnwagen saß. Er
wollte sich auch erst einmal nicht bemerkbar machen, um zu sehen wie lange
Herbert List versuchte die Tür aufzukriegen. Aber er schaffte es nicht. Nach
ein paar Minuten ging er ärgerlich wieder in seinen Wohnwagen zurück,
wahrscheinlich weil er nichts erreicht hat. Am Abend, als Klaus Lennert seinen
Wohnwagen wieder verließ um seine Arbeit zu beginnen, schloss er seinen
Wohnwagen ab und fasste noch mal auf die Türklinke, ob sie auch wirklich
verschlossen war. Und sie war verschlossen. Klaus Lennert ging zu seiner
Schießbude und begann seine Arbeit. Die anderen machten auch gerade ihre Fahrgeschäfte
auf. Sebastian und Manuel Enzo machten die Musik am Autoskooter an und schon
bald fuhren die ersten Jugendlichen mit den kleinen Autos immer in der Runde.
Auch ihr Onkel Flavio hatte schon ein paar Kunden, die mit seinem
Kettenkarussell fahren wollten. Und Maria hatte an ihrer Berg- und Talbahn
immer viel los. Klaus Lennert arbeitete den ganzen Abend in der Schießbude und
als er nach Feierabend wieder in seinen Wohnwagen gehen möchte und den
Wohnwagen offen schließen will, bemerkt er dass die Tür ein Spalt offen steht.
Er will die Tür vorsichtig auf machen als ihm eine dunkle Gestalt entgegen
läuft und ihn über den Haufen rennt. Die Gestalt läuft schnell weg, aber Klaus
Lennert ist schnell wieder auf den Beinen. Er läuft der Gestalt im Dunkeln hinterher
und hat ihn schnell eingeholt, packt ihn von hinten auf die Schulter und drückt
ihn auf den Boden.
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Als er ihn überwältigt hat nimmt er den Arm der Gestalt und
drückt sie nach hinten auf den Rücken und führt in quasi ab, in das Laternenlicht
hinein. „ Ach, da schau her. Herbert List.“ „ Lass mich los Lennert.“ „ Warum
sollte ich. Ich darf mich vorstellen, Klaus Lennert. Hauptkommissar.“ „ Was?
Ich habe doch gleich gewusst dass du nicht echt bist.“ „ Das wollen wir doch
erst einmal sehen, wer von uns beiden nicht ganz echt ist. Ich nehme sie
fest,
wegen dem dringenden Tatverdacht Silvio Enzo umgebracht zu
haben.“
Herbert List wurde von Kommissar Lennert und Kommissar Kolle
persönlich verhört und er gab auch alles zu. Die Polizei wusste schon dass der
Ermordete im Lotto gewonnen hatte. Silvi Enzo und Herbert List spielten immer
gemeinsam Lotto sie teilten sich den Einsatz.
Nur den Gewinn wollte Silvio nicht teilen, deshalb musste er sterben. „
Eine Schande ist das Herr List. Aber wenn Silvio sie um den Gewinn betrogen
hat, dass ist noch lange kein Grund um ihn zu töten. Hätten sie ihn angezeigt,
das wäre der richtige Weg gewesen. Und sie hätten ihren Anteil bestimmt
gekriegt. Jetzt haben sie kein Geld und müssen lange ins Gefängnis.
Was meinen sie? Da hat sich der Einsatz schon wieder nicht
gelohnt. Führen sie ihn ab Herr Kollege.“
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