Das blaue Band
Es war einmal eine schöne junge Prinzessin. Die lebte in dem
Schloss Ihrer Mutter, der Königin von Wesen, eine kleine Stadt Im Sonnenland.
Geraldine, so hieß die junge Prinzessin, sollte in baldiger Zeit heiraten. Die
Königin wollte es so. Sie selber wollte bald den Thron freigeben. Sie war schon
sehr alt und es wurde Zeit, dass ein neuer König ans regieren kam in Wesen.
Geraldine aber wollte nicht heiraten, wollte nicht nur die Frau eines Königs
sein, sie wollte die Macht haben. Deshalb dachte sie sich einen Plan aus.
Das Sonnenland ist eigentlich ein schönes und freundliches
Land. Aber es gab auch ein dunkles Gebiet im Sonnenland. Dieses Gebiet war für
die wesener Bevölkerung tabu. Niemand durfte in dieses Waldgebiet, in dem nur
Schatten und Tod regierte, hinein. Es traute sich auch niemand in dieses Gebiet
von Sonnenland. Dort gab es Wölfe, viele Wölfe und Fledermäuse große dunkle
Wildhunde und es gab den Waldgeist Achamed. Dieser regierte über das dunkle
Gebiet was sich Schauderland nannte. Noch nie, hatte ein Mensch aus dem
Sonnenland, das Schauderland betreten. Wie gesagt es war auch tabu für die
Menschen. Vor vielen hundert Jahren soll einmal ein mutiger Mann aus Wesen
dieses Schauderland betreten haben. Er kam nicht wieder. Seitdem hatte nie
wieder ein Mensch einen Fuß in das Schauderland gesetzt.
Geraldine war nicht dumm. Sie schlug ihrer Mutter einen Deal
vor. „Mutter ich werde heiraten, aber nur unter einer Bedingung. Du weißt doch,
dass ich seit meiner Kindheit ein blaues Band besitze. Ich kriegte es einmal
von Vater und seitdem habe ich es nie von meinem Fußgelenk entfernt. Ich
schlage Dir nun folgendes vor. Du weißt eigentlich möchte ich nicht heiraten.
Aber wenn ich heiraten soll, dann muss mein Bräutigam mein blaues Band, das ich
irgendwo im Sonnenland verstecken darf, finden und es mir wiederbringen.
Derjenige, der das blaue Band findet und es um mein Fußgelenk bindet, soll mein
Mann werden. Den werde ich dann heiraten.“ Geraldine wusste dass es sehr schwer
werden würde das blaue Band zu finden, deshalb hatte sie ihrer Mutter dies
vorgeschlagen. In Wirklichkeit hoffte sie, das niemand ihr blaues band jemals
wieder finden würde. Nur deshalb schlug sie diesen Deal vor. Sie hoffte dadurch
nie heiraten zu müssen. „ Und Mutter noch eine Bedingung. Wenn das blaue Band
nach einem Jahr noch nicht gefunden wurde, ist der Deal vorbei. Dann werde ich
allein regieren und deine Thronfolge antreten, ohne König.“
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Die Königin Sophia vom Sonnenland überlegte. So schwer kann
es doch nicht sein ein blaues Band wieder zu finden, was meine Tochter
versteckt hat und sagte: „Na gut. Aber du darfst es nur innerhalb unseres
Landes verstecken. Wenn du dich daran hältst bin ich einverstanden.“
In der nächsten Nacht ritt die Prinzessin um 24 Uhr wie noch
vorher abgesprochen in die Nacht hinein. Sie konnte gut reiten. Gut und
schnell. 8 Tage hatte sie Zeit das blaue Band zu verstecken. 8 Tage später um 6 Uhr morgens sollte sie
wieder im Schloss in Wesen sein. Das war auch noch so abgesprochen vorher.
Reiter, die von der Königin den Auftrag gekriegt haben, der Prinzessin
Geraldine nachzureiten, waren ihr auf den Fersen. Aber wie gesagt, die
Prinzessin war nicht dumm. Sie ritt sehr schnell und kreuz und quer, bis sie
die Reiter nicht mehr sehen und auch nicht mehr hören konnte. Sie blieb eine
Weile auf der Stelle stehen und als sie sicher war, dass sie die Reiter
abgehängt hatte ritt sie erst weiter. Niemand folgte ihr mehr.
Die ganze Nacht ritt sie durch das Land ihrer Mutter und am
Morgen um Punkt 6 Uhr morgens, acht Tage später, war sie wieder am Schloss, wie
besprochen. Die Mutter war sauer, weil ihre Reiter nichts gesehen hatte.
Niemand, außer ihrer Tochter selber, wusste wo sie das blaue Band versteckt
hatte. Aber die Königin war sich sicher, 1 Jahr war eine lange Zeit.
Irgendjemand würde das blaue Band schon finden.
Schon am nächsten Tag verkündete die Königin Sophia an alle
Sonnenländer Männer die Botschaft:
„ Meine Tochter hat letzte Woche ein blaues Band im
Sonnenland versteckt. Ihr und auch mein Wille ist es, dass derjenige Mann, der
das blaue Band findet, König von Sonnenland wird und meine Tochter heiratet.
Meine Tochter möchte nicht heiraten, darum hat sie das blaue Band versteckt.
Seht sie euch an. Jeder Mann würde froh sein, eine solch schöne Frau zum Altar
zu führen. Und welcher Mann wäre nicht gern König von Sonnenland. Also macht
euch auf, sucht das blaue Band, welches im gesamten Sonnenland versteckt sein
kann. Ein Jahr habt ihr nur Zeit. Also sputet euch.“ Nachdem die Königin Sophia
diese Verkündung gemacht hatte, machten sich alle Männer vom Sonnenland auf um
das blaue Band zu finden.
Die ersten Tage wurde die ganze Gegend abgesucht, aber
niemand fand ein blaues Band. Die Prinzessin hatte das blaue Band gut
versteckt. Und plötzlich waren alle Männer im Sonnenland nur noch am Suchen.
Jeder wollte das blaue Band finden und König werden.
Die Nachricht von der Suche nach dem blauen Band reichte bis
zu dem Waldgeist Achamed. Der sah eine große Chance aus seinem dunklem Reich
heraus zu kommen oder besser gesagt, er sah eine Chance das Sonnenland auch
noch zu sein Eigen zu machen.
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Er wollte auf jeden Fall König werden von Sonnenland. Er
wollte das blaue Band finden. Aber auch er hatte keine Ahnung wo er das Band
finden konnte. Wo er suchen sollte. Er würde jeden Stein zweimal umdrehen, um
das blaue Band zu finden. Dann wäre er der Herrscher von Schauderland und
Sonnenland. Und er hätte eine schöne Frau. Er selber sah scheußlich aus, wie
man es sich vorstellen konnte bei einem der Waldgeist genannt wird. Er hieß nur
Waldgeist in Wirklichkeit war er aber sehr lebendig. Er war ein ganz „normaler“
Mensch. Weil man ihn aber fast nie sah in seinem Reich, nannte man ihn einen
Geist. Er hieß schon Jahr und Tag Waldgeist. Dabei lebte er auch einmal im
Sonnenland. Bis der König, Achamed in das heutige Schauderland verwies, nachdem
Achamed versucht hatte den König von seinem Thron zu stoßen. Er hatte versucht
den König umzubringen. Aber der Thronsturz misslang und der König schickte
Achamed in das größte Waldgebiet des Sonnenlandes. Und er durfte nie wieder
zurück ins Sonnenland kommen. Achamed wurde so der Anführer des Schauderlandes.
Die Königin hatte für ihre Tochter natürlich schon einen
Mann ausgewählt. Und deshalb stellte sie ein paar Männer aus ihrer Leibgarde
zur Verfügung, damit er das blaue Band als erster fand. Die ganzen Männer aus
dem Sonnenland waren unterwegs und es gab fast kein Fleck im Land der nicht belegt
war mit einem Suchenden. Es bildeten sich Gruppen von Männern, die jeweils
einen jungen Prinzen als Anführer dieser Gruppen hatten.
Magnus war einer dieser Prinzen. Er war ein kräftiger junger
Mann, der mit seiner großen Gestalt gefährlich aussah. Er hatte einen kleinen
Oberlippenbart, und sah sehr gut aus. Er war gescheit und bescheiden in seiner
Art. Magnus wäre ein guter König für das Sonnenland Aber nur wenn er das blaue
Band fand und es der Prinzessin, die er sehr mochte, um ihr Fußgelenk binden konnte
dann würde er König werden.
Der von der Königin auserwählte Mann für ihre Tochter war
Hector. „ Prinz Hector, du musst das Band zuerst finden. Ich stelle dir ein
paar Männer aus meiner Garde zur Seite, die dir helfen sollen das blaue Band zu
finden. Ich setze große Stücke auf dich. „Ich hoffe, dass du mein Nachfolger
auf dem Thron wirst. Enttäusche mich nicht.“
Hector antwortete: „ Ich werde alles daran geben König zu werden, vor
allem wenn du es dir so wünscht.“ „ Dann reite los mit meinen Männern und finde
das Band. Ich wünsche Dir viel Glück.“ Hector gab seinem Pferd die Sporen und
ritt von Wesen aus ins Sonnenland hinein.
An einer ganz anderen Stelle im Sonnenland ritt Magnus mit
seinen Leuten los. Magnus war wild entschlossen das blaue Band zu finden. Und
musste er auf seiner Reise um das blaue Band sterben, da war er auch zu bereit.
„ Magnus wo sollen wir zuerst suchen?“ „ Ich weiß auch nicht so genau.
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Wir müssen auf
unserem Weg sehr aufmerksam sein und auch Glück haben. Ich glaube das brauchen
wir, sonst findet ein anderer das blaue Band. Vielleicht Hector dieser Angeber
und Lügner. Oder vielleicht sogar Achamed. Das wäre unser Ende. Wenn Achamed oder
Hector das blaue Band finden würden, an die Folgen möchte ich gar nicht denken.
Wenn wir wollen das das Sonnenland nicht den Bach runter geht, dann müssen wir
die ersten sein, die das Band der Prinzessin finden.“
Magnus ritt mit seinen Anhängern los, aber einige der Männer
im Land waren auch zu Fuß unterwegs. Magnus stellte sich das ganze Suchen sehr
schwer vor. Erst einmal war das Sonnenland sehr groß und weitflächig und es gab
im Sonnenland Seen, Flüsse und Bäche, aber auch sehr viele kleine Gebirge. Es
gab sehr viele Dörfer und auch kleine Städte in Sonnenland und vor Allem gab es
sehr viele Einwohner. Das Königinreich von Königin Sophia war sehr, sehr groß.
Pferde waren das einzige Fortbewegungsmittel. Wer eine Kutsche hatte musste
schon ganz schön viel Geld haben. Es gab nur Münzgeld. Für 40 Lener bekam man
eine Kutsche. Magnus hatte kein Geld dafür. Er hatte sein Pferd „ Blitz“ und
das reichte ihm. Und das Pferd hieß so, weil es sehr schnell war. Es war ein
Pferd, welches er selber groß gebracht hat und ihm alles beigebracht hatte.
Sein Pferd war bekannt im Sonnenland. Er hat schon einige Rennen mit „Blitz“
gewonnen. Und auch Magnus war wegen der Pferderennen sehr bekannt. Er war so
etwas wie ein Pferdeflüsterer. Er mochte Tiere und die Tiere mochten ihn. Er
war sich sicher, dass „Blitz“ ihn irgendwann zum blauen Band hinführen würde. „
Blitz“ war ein schlaues Pferd. Das Pferd witterte Gefahr und es spürte ob ein
Mensch es gut oder schlecht mit ihm meinte. Seine Begleiter auf der Suche nach
dem Band waren alles Anhänger ja fast Freunde von Magnus. Sie wollten ihn zum
König machen. Ihm wollten sie helfen, das blaue Band zu finden und ihn
unterstützen, wenn er dann hoffentlich König von Sonnenland war. Er hatte nicht
viel Geld, aber er war ein Vorbild für die anderen Männer und sie bewunderten
ihn.
Hector dagegen war genau das Gegenteil von Magnus. Er hatte
keine Manieren, er quälte seine Pferde und war bei der Königin sehr beliebt.
Deshalb schickte sie Hector auf die Suche nach dem blauen Band. Er lebte in dem
Schloss in Wesen, dem Hauptsitz der Königin. Dort war er Rittmeister und führte
die königlichen berittenen Soldaten der Königin an. Hector war sehr hart und
streng in seinem beruf und auch privat. Das gefiel der Königin. Sie dachte
sich: „ So muss ein zukünftiger König sein. Hart und streng. Mit Milde kam man
nicht weit.“ Deshalb wäre die Königin Sophia erleichtert wenn Hector das blaue
Band finden würde.
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Sie wollte alles daran setzen, dass die Geschichte genau so
geschrieben wurde.
Aber es gab ja auch noch Achamed, den Waldgeist. An den
hatte die Königin noch gar nicht gedacht. Aber was ist, wenn niemand das blaue
Band nach Ablauf eines Jahres findet. Dann würde ihre Tochter auf den Thron
kommen. Das musste sie unbedingt verhindern. Sie stellte fast ihre ganzen
Söldner, die von ihr bezahlt wurden ihrem Hector zur Seite. Prinzessin
Geraldine, die das blaue Band versteckt hatte und dieses Treiben erst in Gang
gesetzt hatte mochte Hector überhaupt nicht. Aber sie bewunderte Magnus. Den
schnellen Reiter und Pferdeflüsterer. Sie sah ihn schon bei vielen Turnieren am
Rande der Pferderennbahn. Und sie sah ihn fast immer gewinnen in unzähligen
Rennen.
Nachdem die Suche im Gange war durften die Frauen die ganze
Arbeit machen. Die Männer waren alle am suchen. Entweder waren sie mit Pferden
unterwegs oder zu Fuß. Sie gingen den ganzen Tag um das blaue Band zu suchen
und kamen abends wieder nach Hause. Nur die Männer, die mit Pferden unterwegs
waren die stellten abends ihre Zelte auf und rasteten dort wo sie gerade waren.
„ Hier bauen wir unsere Zelte auf, “ sagte Magnus zu seinen Begleitern. „
Magnus, weißt du eigentlich wie groß das Sonnenland ist, wie soll man da ein
kleines blaues Band finden, das Band kann überall versteckt sein.“ „ Du musst
Geduld haben, Edgar. Ja es wird schwierig, aber wenn wir das Band heute nicht
gefunden haben, vielleicht finden wir es schon morgen. Wir haben ein Jahr Zeit
und es kann vielleicht auch sehr lange dauern bis wir das Band finden, aber es
ist nicht unmöglich.“ Jetzt, im Sommer konnte man gut zelten es war auch nachts
sehr warm. So dass sie auf Decken im Zelt schliefen. „ Schlaf gut, Magnus. Wir
müssen morgen wieder scharfe Augen haben, “ sagte Edgar. Kurz darauf waren alle
am Schlafen. Sie alle waren müde und erschöpft vom Suchen. Sie sind den ganzen
Tag geritten, und alle paar Meter blieben sie stehen und schauten nach dem
Band.
„ Guten Morgen, “ sagte Edgar zu Magnus. Es ist 7 Uhr, wir
müssen weiter und suchen. Magnus war noch fest am Schlafen. „ Wie spät haben
wir es?“ fragte Magnus. „ 7 Uhr. Um diese Zeit drehe ich mich sonst noch drei
Mal rum.“ Sonst geht es auch nicht um die Zukunft von Sonnenland, “ sagte
Edgar. Magnus stand sofort auf. „ Du hast Recht, Edgar. Wir müssen weiter und
das Blaue Band finden. Sonst findet es Hector noch vor uns. Das wäre eine
Katastrophe und das Ende der schönen Zeit im Sonnenland.“ Edgar machte schnell
eine Feuerstelle und setzte Wasser auf, damit sie Kaffee trinken konnten. Edgar
war heute Morgen schon gut gelaunt. Magnus war kein Frühaufsteher. Bei ihm
musste das Koffein in seinem Kaffee erst einmal Wirkung zeigen.
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Magnus holte eine Karte von Sonnenland heraus und legte sie
in die Mitte der Gruppe. „ Hier befinden wir uns jetzt. Ihr seht schon wie groß
unser Sonnenland ist. Und ich schlage vor dass wir ab jetzt zu Fuß neben
unseren Pferden hergehen. Wenn wir reiten, können wir nicht genug sehen auf dem
Boden und wir könnten ein Band, das zwar Blau ist, leicht übersehen.“ Die
anderen waren sofort einverstanden. Das leuchtete ihnen ein. „ Aber unsere
Pferde behalten wir immer an der Leine. Sie können unser Gepäck tragen und sie
sind sehr sensibel. Wenn Gefahr droht, warnen uns die Pferde.“ Besonders
„Blitz“ ist sehr sensibel. Er wittert schon sehr früh, wenn zum Beispiel sich
jemand ihm nähert. „Blitz“ ist besser als ein Wachhund. Nur in den hintern
beißen, dass kann er nicht.“ Die anderen lachten. Sie tranken ihren Kaffee aus
und schauten dann gemeinsam auf die Karte. „ Wir sind erst am Anfang unserer Reise.
Wir müssen systematisch vorgehen. Jeden Tag müssen wir ein kleines Stück
absuchen bis es dunkel wird. Heute müssen wir uns auch ein Reh oder einen
Hirsch schießen. Als sie die Zelte abgebaut hatten und die Feuerstelle erkaltet
war gingen sie ganz vorsichtig, aber die Augen immer auf den Boden gerichtet,
los. Unter jeden Stein wurde geguckt. Edgar hatte schon Rückenschmerzen vom
vielen Bücken. Es war hier sehr steinig, in höheren Lagen des Landes.
„ Das ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, “ sagte
Edgar. „ Du musst Geduld haben, Edgar. Lass dir Zeit beim suchen. Nicht
auszudenken wenn wir das blaue Band übersehen würden. Dann hätten wir im ganzen
Land gesucht und könnten die ganze Strecke zurück noch einmal suchen. Dann ist
ein Jahr zu kurz um das blaue Band zu finden, Edgar.“ „ Und dann würdest du
kein König werden sondern Prinzessin Geraldine.“ „Das wäre ja noch nicht so
schlimm, Edgar. Schlimm wäre es nur, wenn Hector oder der Waldgeist Achamed das
blaue Band finden würden.“ „ Ja das wäre furchtbar, “ sagte Edgar. Wenn einer
von den Beiden, König im Sonnenland werden würde, das wäre das Ende von
Sonnenland.“
Hector sah das etwas anders. Und auch die Königin. Sie
schickte Hector Hunde mit auf den Weg. Sie sollten beim Suchen helfen und
außerdem hatte sie sich das Duftwasser von Prinzessin Geraldine gestohlen. Aber
auch die Königin war nicht dumm. Sie hatte nur einen kleinen Teil des
Duftwassers abgefüllt in ein kleines Röhrchen. Dieses kleine Röhrchen mit
Duftwasser ihrer Tochter gab sie Hector auf den Weg mit. Die Hunde rochen alle
an dem Duftwasser und dann ging die Suche los. „ Immer den Hunden hinterher,
sagte Hector. Sie werden uns zum blauen Band führen. Sie haben den Duft der
Prinzessin in der Nase und sie werden das band finden.“ Die ganze Meute Hunde
lief los und Hector mit seinen Reitern hinterher.
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Außerdem schickte Hector Söldner los die zu Fuß, „ auf
Schusters Rappen“ unterwegs waren.
Hector hatte viel mehr Leute als Magnus sie hatte. Er hatte
es leichter als Magnus. Aber Magnus und auch seine Begleiter waren für das Gute
im Sonnenland unterwegs. Hector wollte nur an die Macht. Aber wenn Magnus König
würde, dann hätten die Menschen im Sonnenland auf jeden Fall einen guten König.
Und dafür kämpften Edgar und alle anderen Begleiter von Magnus, wenn es sein
musste, bis zum Tod. Ja sie würden für Magnus sterben. Er war ihr Anführer.
Aber genau so gut würde auch Magnus für jeden einzelnen seiner Begleiter
sterben. Immer für die gute Sache.
Achamed, der Waldgeist, schaute in seine Zauberkugel und sah
mit entsetzen, dass die Männer des Sonnenlandes alle auf dem Weg durch das
ganze Land waren und das blaue Band suchten. Er musste sich irgendetwas
ausdenken. Und er schickte schließlich seine hungrigen Wölfe los um einige
seiner Konkurrenten um den Königsthron auf der Strecke zurück zu lassen. Und er
hatte viele Wölfe, die nur ihm gehorchten.
Es wurde schon bald dunkel als die Mannen von Magnus endlich
halt machten. „ Mensch bin ich fertig, “ sagte Edgar zu Magnus. „Schon gut.
Edgar. Hier machen wir Rast und hier wollen wir auch übernachten. Baut die
Zelte auf, Männer. Bindet die Pferde gut an den Bäumen an. Es wird bald Nacht.
Man weiß nie was sich nachts immer so rum treibt hier in der Gegend. Die Männer
holten Holz aus der näheren Umgebung und machten ein Lagerfeuer an. Als sie
etwas später sich schon zum Schlafen gelegt hatten, sagte Magnus zu Edgar: „
Mein Pferd ist so komisch heute Abend. Es ist nervös, dass spüre ich.“ „ Das
spürst du?“ „Ja, Edgar das spüre ich.“ Aber dein Pferd ist da hinten am Baum,
wie kannst du das hier spüren.“ „ Glaube mir. „Blitz“ ist nervös. Da kommt
irgendetwas auf uns zu. Plötzlich waren mehr als acht Wölfe um sie herum und
knurrten und kläfften um die Wette. Magnus war als erster aufgestanden und
hatte sich instinktiv einen brennenden Stamm aus dem Feuer geholt. Er schlug mit
dem Feuerholz in die Luft und schlug in Richtung des Wolfes der ihm gegen über
stand. Er schrie sehr laut. Aber die Wölfe schienen nicht beeindruckt zu sein.
Schnell rief Magnus: „Männer nehmt euch alle so ein Holz aus dem Feuer, sonst
sind wir gleich einen Kopf kürzer.“ Die Anderen nahmen sich schnell ein Stamm
aus der Glut und schlugen nach den Wölfen. Nun sah die Sache schon anders aus,
zwar fletschten die Wölfe immer noch die Zähne aber sie gingen ein ganzes Teil.
„ Rückt den teil nach, “ sagte Magnus. Und es funktionierte. Je mehr die Männer
mit ihren Fackeln auf die Wölfe zugingen, desto weiter zogen die sich zurück.
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Magnus schrie noch einmal so laut er konnte, aber das
brauchte er gar nicht mehr. Die Wölfe waren so wie sie plötzlich da waren, auch
wieder plötzlich verschwunden. Sie standen alle etwas sprachlos da. „ Da haben
wir ja noch einmal Glück gehabt, “ sagte Edgar. „Glück ja. Aber wir müssen von
nun an eine Wache nachts aufstellen. Sonst werden uns die Wölfe eines Nachts zerfleischen,
“ sagte Magnus. „ Wenn du nicht noch wach gewesen wärest dann wären wir jetzt
alle tot, Magnus. Du hast uns allen das Leben gerettet. Wir begleiten dich bis
ans Ende der Welt. Du bist unser Held. Jetzt erst recht. “ Magnus wurde etwas
verlegen. „ Ach das hätte jeder von Euch auch gemacht, “ sagte er bescheiden.
Edgar sagte leise zu Magnus: „ Ich weiß noch jemanden bei dem wir uns bedanken
müssen.“ „ Bei „Blitz“, sagte Magnus zu Edgar. „Genau den meinte ich.“
Achamed hatte sich das Spektakel mit seinen Wölfen
angeschaut und war entsetzt das Magnus und seine Männer noch lebten. Er rief
seine Wölfe zurück ins Schauderland. „ Ihr seid auch für nichts zu gebrauchen.
Nutzlose Diener. Jetzt sind sie gewarnt. So schnell kann ich euch nicht mehr
losschicken. Macht, dass ihr wegkommt. Ich will euch erst einmal nicht mehr
sehen.“ Die Wölfe duckten die Köpfe nach unten und gingen, betroffen und sich
ungerecht behandelt fühlend, fort.
Am nächsten Tag gingen die Männer von Magnus wieder zu Fuß
weiter. Sie wollten heute nicht so lange Suchen, weil sie noch den Schrecken
der Nacht in den Knochen sitzen hatten. Um ein Haar wäre ihre Suche abrupt
beendet worden.
In einem anderen Teil des Landes ritt Hector mit seinen
Leuten schnell durchs Land. Hector war sich sicher, dass das Duftwasser von
Prinzessin Geraldine ihn direkt zum blauen Band führen würde Die Hunde ließ er
immer wieder einmal an dem Duftröhrchen riechen. Achamed hatte natürlich auch
das gesehen und dachte sich dass ihm
Hector noch nützlich sein konnte. Wenn das Duftwasser Hector auf die
Spur bringt von dem blauen Band, dann wollte er Hector erst einmal in Ruhe
lassen und ihn nur in seiner Zauberkugel den Weg von Hector verfolgen. Aber
Magnus konnte Achamed früher oder später noch gefährlich werden. Deswegen
wollte Achamed Magnus lieber tot als lebendig sehen.
Magnus kam am späten Abend in ein kleines Dorf in der Nähe
des Moores. Nebelschwaden kamen ihnen entgegen und als sie in das Dorf kamen
wurden sie von mehreren Kindern umlagert. Die meisten umlagerten aber
Magnus. Magnus ist fast im ganzen
Sonnenland
Bekannt. Magnus kannten die Kinder von Bildern. Magnus gab
jedem Kind die Hand. Und die Kinder waren froh und glücklich.
9
Viele Buben von den Kindern wollten später selber einmal
Rennen mit einem Pferd machen. Und sie übten schon mit ihren Ponys. Magnus war
ein Held für viele im Sonnenland. Und sein Pferd „Blitz“ war auch berühmt. Ein
Junge fragte Magnus: „ Darf ich mal auf Blitz sitzen?“ Und Magnus sagte: „
Ausnahmsweise. Blitz ist ein liebes Pferd.“ Er hob den Jungen auf den Sattel
von Blitz und der Junge strahlte über das ganze Gesicht. „ Das ist aber hoch
hier oben im Sattel.“ „ Halt dich gut fest.“ Als Magnus den Jungen wieder vom
Pferd half, wollte er erst gar nicht, so gut gefiel es ihm auf Blitz zu sitzen.
Aber er bedankte sich bei Magnus höflich. Als die Männer durch das Dorf gingen
um eine gute Unterkunft zu suchen wichen die Jungs den Männern nicht von der
Seite. Magnus sagte: „ Hier ist ein Gasthaus. „ Moorhaus. Ein treffender Name
für diese Gegend . Wollen wir hier einkehren?“ Die Männer waren alle
einverstanden. Sie brachten ihre Pferde in eine nebenstehende Scheune hinein.
Dort waren sie sicher, sie konnten etwas fressen, hatten ein Dach über den Kopf
und sie hatten ihre Ruhe. Erst nachdem die Pferde versorgt waren, gingen die
Männer, vorne weg Magnus, in das Gasthaus. Ein dunkles Gasthaus aber ein netter
Wirt. Als Magnus nach einem Nachtlager fragte, sagte der Wirt: „ Wir haben hier
Platz für Alle. Bei uns könnt ihr euch ausruhen. 1 Lener pro Person müsst
ihr aber schon aufbringen müssen. Dafür
gibt es morgen Früh ein gutes Frühstück. Und am besten in Vorkasse. Man weiß ja
nie.“ Also gut sagte Magnus. Abgemacht. Und hier sind die 12 Lener. 1 lener pro
Person.“ „Vielen Dank, verehrter Herr. Aber sagen sie mal, kenne ich sie nicht
von irgendwo her?“ „ Das kann sein dass sie mich mal auf einem Bild gesehen
haben.“ „ Ach jetzt komme ich erst darauf. Sie sind der, der die Pferderennen
immer gewinnt.“ „ Nein nicht immer.“ „ Aber fast immer, “ sagte der Wirt. „ Es
ist eine Ehre für mich so eine Berühmtheit ein Nachtlager zu geben. Sie
brauchen den 1 Lener nicht zu bezahlen.“ „ Oh doch. Ich zahle wie jeder andere
auch. Ich bin nur ein bescheidener Mensch, und eine Berühmtheit bin ich auch
nicht. Ich habe nur das Glück, das was ich am liebsten mache, zu meinem Beruf
habe machen können. Das Reiten. Und ich bin überglücklich so ein treues Pferd
wie Blitz zu haben.“ Wie teuer war er denn, “ fragte der Wirt?“ „ Guter Mann.
Ich sagte treues Pferd, nicht teures Pferd.“ Oh Entschuldigung. Dann habe ich
mich verhört.“ Magnus horchte auf. Ich glaube ich muss auf „Blitz“ heute Nacht
aufpassen. Die Männer tranken ein paar Biere in der Gaststube. Magnus gönnte
ihnen den Spaß. Nur er trank nie Alkohol. Er wollte immer her seiner Sinne sein
und Sportler war er ja auch. Edgar sein treuester Begleiter und Freund trank
auch kein Alkohol. Er war derselben Meinung wie Magnus.
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Einen Filmriss konnte er nicht gebrauchen. Und am nächsten
Morgen hören was man alles angestellt und gesagt hatte, ohne zu wissen ob das
stimmt was die anderen erzählten, weil man besoffen war, dass gefiel Magnus und
auch Edgar nicht.
Die Männer tranken noch bis in die Nacht hinein. Als es 0
Uhr war hatten Edgar und Magnus genug und gingen auf ihr gemeinsames Zimmer zu
schlafen. Edgar schlief sofort ein. Als er nachts wach wurde sah er zu Magnus
Bett herüber, aber Magnus war nicht in dem Bett, das Bett war gar nicht
angerührt worden. Sofort stand Edgar auf. Wo kann Magnus nur sein, so mitten in
der Nacht?“ Plötzlich ging die Tür leise auf und Magnus kam herein. „ Warum
schläfst du nicht Edgar?“ fragte er. „ Du bist gut Magnus wo warst du denn?“ „
Ich habe unsere Pferde gerettet. Der Wirt wollte gerade mit „Blitz“ und den
anderen Pferden das weite suchen, als ich ihn dabei erwischte. Ich musste ihn
leider vom Pferd stoßen und dann haben wir uns auf dem Scheunenboden
geprügelt.“ „ Und jetzt.“ fragte Edgar. „ Jetzt sitzt der Wirt gefesselt an
einem Balken in der Scheune.“
Am nächsten Morgen schnitt Magnus den Wirt vom Balken los.
„Jetzt kannst du uns das Frühstück machen, du Pferdedieb. Und dann gibst du mir
bestimmt die 12 Lener zurück, die wir für die Nacht bezahlt haben. Pferdediebe
haben kein Geld verdient. Stimmt das, Herr Wirt.“ Ein kleinlautes Ja brachte
der Wirt heraus. Bis die Männer wieder weg waren sagte er keinen Ton mehr. Und
er gab Magnus die 12 Lener wieder zurück. Dann gingen die Männer um Magnus
weiter. Der Wirt guckte ihnen nur noch hinterher.
Magnus musste mit seinen Leuten nun durch das Moor. Es gab
keinen anderen Weg für sie. Es sind noch nicht viele durch das Moor gegangen.
Die meisten trauten sich nicht dadurch. Magnus musste aber, wollte er das blaue
Band finden, diesen riskanten Weg nehmen. Magnus ging vor, er hatte den besten
Überblick und die meiste Erfahrung von Allen. Sie mussten sehr vorsichtig
gehen, sonst könnte es sein dass sie einsacken in dem Moor. Die Pferde hielten
sie an der kurzen Leine, nahe an ihrem Körper. Wie im Gänsemarsch gingen sie
Magnus hinterher. Und er musste sich den weg ganz genau anschauen, weil nach
ihm die anderen auch noch sicher weiter kommen mussten. Magnus schätzte, dass
sie nun schon eine Stunde unterwegs waren. Es war eine sehr große Fläche Moor.
Aber plötzlich sagte Magnus „ Ich kann das Ende des Moores sehen.“ Die anderen
freuten sich so das sie es bald geschafft hatten, aber der letzte Mann dieser
Gruppe war plötzlich nicht so aufmerksam und er sackte ein. Sofort rief er nach
Magnus. Der blieb sofort stehen und ging ans Ende der Truppe und sah dass sein
Begleiter schon im Moor tiefer rutschte und sein Pferd auch.
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Zuerst musste natürlich das Leben des Mannes gerettet
werden, denn Pferd und Reiter waren schon in dieser Gefahr. Magnus zog an dem
Arm des Mannes, aber der steckte schon bis zum Bauch hin im Moor. Magnus musste
alle Kraft aufbringen. Aber der Mann hatte Glück das Magnus so eine Kraft
hatte. Stück für Stück zog er ihn aus dem Moor hinaus, bis er wieder ganz aus
dem Moor gezogen war von Magnus. „ Mein Pferd; “ rief der Mann. Und wenn einer
wusste wie sehr man an einem Pferd hängen konnte dann war das Magnus. Was wäre
er ohne „Blitz“. Aber das Pferd stand schon ziemlich tief im Moor, so dass die
anderen es schon aufgegeben haben. Aber Magnus hatte das Pferd noch lange nicht
aufgegeben. Er zog an der Leine des Pferdes mit allem was ihm an kraft zur
Verfügung stand. Aber es tat sich nicht viel. Das Pferd stand im Moor. Magnus zog
mit letzter Kraft. Er sprach leise mit dem Pferd. Er war halt doch ein
Pferdeflüsterer. Und auf einmal tat sich etwas. Als er zog, kam das Pferd etwas
höher. Sofort rief er Edgar zu sich der ihm sofort beim ziehen des Seiles half.
Das Pferd half den beiden in dem es sich ein bisschen hin und her bewegte.
Immer wieder bewegte sich das Pferd mit Schwung nach oben. Und wenn es sich
bewegte sagte Magnus zu Edgar: Zieh um dein Leben. Nachdem das Pferd immer mehr
wieder nach oben kam zogen Edgar und Magnus mit Leibeskräften. Und plötzlich
war das Pferd mit Schwung nach oben und einem kräftigen Zug an der Leine von
Magnus und Edgar aus dem Moor wieder heraus. Die Anderen, die zugeschaut haben
und mitgegangen sind mit den Dreien, waren sprachlos aber klatschen das konnten
sie sofort. Und einer sagte: „Mensch Magnus. Hast du Kraft.“ Und der Reiter des
Pferdes, welches gerade aus dem Moor gezogen wurde ging zu seinem Pferd und
weinte. Er weinte, weil er froh war, dass sein Pferd noch lebte und aus der
Lebensgefahr geholt wurde.
Danach ging Magnus wieder voran. Es war nur noch ein kleines
Stück bis sie das Moor hinter sich gelassen hatten. Und Gott sei Dank schafften
sie es unbeschadet aus dem Moor hinaus. Als sie wieder sicheren Boden unter den
Füßen hatten, warf sich Magnus und auch Edgar ins Gras. Sie waren so fertig und
erschöpft, dass sie sich erst einmal ausruhen mussten. Die anderen Männer waren
einfach erleichtert, dass sie diese Hürde genommen haben. Sie gingen, nachdem
sie sich ausgeruht hatten noch ein ganzes Stück weiter. Aber allzu weit gingen
sie heute nicht mehr. Das Moor hatten sie überwunden und Magnus hatte viel
Kraft gelassen, so dass sie schon nachmittags ihre Zelte aufbauten. Einige der
Männer ritten in den nahe gelegenem Waldstück. Sie wollten jagen gehen. Und als
sie von der Jagd wieder kamen, hatten sie auch Beute mitgebracht. Ein
Wildschwein hatten sie erlegt. Und nun machte jemand ein Feuer an und das
Schwein wurde auf einem Spieß über das Feuer gehängt.
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Hunger hatten sie alle. Die letzten Tage hatten sie kaum etwas zu Essen gekriegt. Es dauerte
nicht lange, da war das Schwein durchgebraten, und alle schnitten sich mit
ihren Messern am Spieß etwas ab. Sie aßen als ob sie eine Woche nichts mehr
hatten. Und sie schlugen sich die Bäuche voll. Bis sie nicht mehr essen
konnten. Dann legten sich alle etwas ins Gras hinein und ließen sich Sonne die
jetzt noch schön am Himmel stand auf ihre Bäuche scheinen. Die meisten
schliefen ein. Das Moor und das viele
Essen zeigten Wirkung. Magnus schlief auch ein. Edgar war zwar auch mit den
Kräften am Ende konnte aber nicht einschlafen. Die meisten schliefen bis spät
am Abend, wurden kurz wach und gingen dann direkt in ihre Zelte hinein um
weiter zu schlafen.
Hector war mit seinen Leuten
auf einer ganz anderen Seite von Sonnenland. Sie brauchten nicht durch
das Moorgebiet. Sie waren nach dem Moor in Wesen gestartet. Und immer noch
liefen die Hunde vorweg um die Spur, beziehungsweise den Duft vom blauen Band
von Prinzessin Geraldine aufzunehmen. Achamed würde den Männern von Hector nichts tun, noch nicht. Erst
sollte Hector und seine Meute das blaue Band finden. Und dann erst wollte
Achamed, Hector das blaue Band, vor seiner Nase wegnehmen.
Am nächsten Morgen wurde Magnus als erstes wach, und er
stand auf. Alle anderen waren noch am schlafen. Er kochte sich einen starken
Kaffee und für die anderen gleich mit. Als der Kaffee fertig war, weckte er die
Anderen. Sie tranken alle einen starken Kaffee. Und einer sagte: „ Der Kaffee
ist fast genauso stark wie du es bist. Das haut den stärksten Bären um.“ Die
Anderen mussten alle lachen und Magnus auch. So fing der Tag gleich gut an.
„Habt ihr euch gut gestärkt, Männer. Das musstet ihr auch. Heute kommt wieder
eine schwere Etappe auf der Suche nach dem blauen Band. Wir müssen durch ein
Gebirge. Seht hier auf der Karte. Vielleicht sehr ihr schon einen kleinen Berg
dahinten, dass wird aber noch viel steiler und bergiger.“ Die Männer schauten
alle auf den Horizont und sie konnten den Berg schon sehen. Es sah von hier
schon sehr hoch aus. „ Na kommt Männer. Wir wollen weiter.“ Magnus ging mit
seinem Pferd wieder voran. Und seine Männer folgten ihm. Bis zu dem Berg waren
es noch ein paar Kilometer, die sie zurücklegen mussten. Sie kamen vorher noch
an Wesen vorbei, wo das Schloss der Königin lag. Als sie an dem Schloss vorbei
kamen staunten sie nicht schlecht. Noch nie hatte einer von Ihnen das Schloss
gesehen. Sie wohnten in einer ganz anderen Gegend. Außer Magnus und Edgar hatte
keiner das Schloss je gesehen. Magnus war mit Edgar schon ein paar Mal da.
Magnus wurde immer von der Königin eingeladen, wenn er ein Rennen gewonnen
hatte.
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Es gab dann einen
kleinen Umtrunk und für Magnus eine Medaille. Die Königin und auch Geraldine
kannten den mutigen Pferderennsportler. Als sie am Eingang vorbei kamen ging
auf einmal das große Schlosstor auf. Die Reiter um Magnus und auch er blieben mit
ihren Pferden stehen. Die Königin kam mit Geraldine heraus. „ Wir hörten dass
sie in der Nähe sind und wollten ihnen viel Glück wünschen auf der Suche nach
dem blauen Band, “ sagte die Königin, mit Blick auf Magnus gerichtet. „Oh
vielen Dank. Hoheit. Wäre denn die Prinzessin auch einverstanden, wenn wir das
blaue band finden würden?“ „ Eigentlich wäre ich froh, wenn es keiner finden
würde. Aber wenn es einer verdient hätte es zu finden dann sie Magnus.“ Die
Prinzessin wurde etwas rot im Gesicht. „ Oh vielen Dank verehrte Prinzessin.“
Und die Königin sagte: „Na dann wollen wir sie nicht länger
aufhalten, Magnus? Ich wünsche ihnen
viel Glück auf der Suche.“ Sprach sie und ging hinein. Die Prinzessin ging auf
Magnus zu und gab ihm etwas. Edgar hatte es gesehen. Die Männer und auch Magnus
ritten, als die Prinzessin auch wieder im Schloss verschwand, weiter. Einer von
den Männern fragte: „ Was hast du denn gekriegt von der schönen Prinzessin,
Magnus?“ Edgar sagte schnell: „ Eine rote Rose hat er gekriegt. Ja, ja.“ Magnus
schaute seinen Freund böse an, weil er es gleich weiter erzählt hatte. Die
Männer waren alle leicht am schmunzeln.
Aber gleich danach waren alle wieder konzentriert auf der
Suche. Es wurde bergig. Schon ein ganzes Stück waren sie unterwegs und es ging
immer etwas höher. Die Pferde aber auch die Reiter hatten Schwierigkeiten den
steilen Aufstieg zu meistern. Und je höher sie kamen, desto dünner wurde die
Luft. So dass einige Probleme mit der Puste bekamen. Als sie auf einem
Felsvorsprung waren hielten sie an. „ Schaut euch mal um, “ sagte Magnus. Die
Männer drehten ihren Kopf zurück und schauten ins Tal. „ Ui, so hoch sind wir
schon. Hat man beim Aufstieg gar nicht so gemerkt, “ sagte Edgar. Und die
anderen staunten nicht schlecht, als sie auch ins Tal schauten. „Seht euch mal
richtig um. Man kann sehr viel sehen von
hier oben“: sagte Magnus zu seinen Männern. Sie schauten alle ins Tal. „
Wenn wir auf der Bergspitze sind können wir vielleicht, wenn wir Glück haben,
Hector und seine Söldner sehen:“ erwähnte Magnus noch. Und Edgar sagte darauf:
„ Und wenn ihr ganz viel Glück habt, dann seht ihr den blöden Hector nicht.“
Die anderen mussten alle lachen und Magnus lachte am meisten und sagte: „ Du
bist und bleibst ein Witzbold, Edgar.“ Und während sie noch ins Tal schauten
konnten sie die ganzen vielen Menschen als kleine Punkte sehen, wie sie alle
auf der Suche nach dem blauen Band waren. „ So, wenn ihr wieder könnt, dann
wollen wir den letzten Aufstieg auf den
Berg machen.“ „Wir können wieder: sagte Edgar. Oder Männer?“
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„ Jawohl, wir können wieder:“ sagten die Männer wie aus
einem Mund gesprochen.
Es war sehr schwer diesen Berg hinauf zu gehen. Mit einem
Pferd zusammen war es noch schwieriger,
dabei noch auf ein blaues Band zu achten machte die Sache nicht leichter.
Aber Magnus führt seine Männer vorne an. Sie waren alle sehr
erschöpft aber sie schafften es alle zusammen auf die Bergspitze. Hier oben
befand sich ein kleines Plateau. Hier wollten sie heute rasten. Es war etwas kühl
hier oben und auch fehlte ihnen etwas die Luft. Auf diesem Plateau bauten sie
ihre Zelte auf. Und heute Nacht brauchten sie dicke Decken. Es lag noch etwas
Schnee auf der Bergspitze. In so einer großen Höhe befanden sie sich. „ Schaut
herunter, vielleicht seht ihr ja Hector:“ sagte Magnus zu seinen Leuten. „ Wer
will den schon sehen:“ sagte Edgar mit einem lachen im Gesicht. Er konnte
diesen Rittmeister der Königin einfach nicht leiden. Die Männer von Magnus
sahen ganz weit weg eine Truppe auf Pferden reiten und ganz klein sahen sie sogar die Hunde davor herlaufend. „ Er
wird auch alles darauf setzen das blaue Band zu finden:“ das wusste Magnus.
Es war ganz schön frisch hier oben auf dem Bergplateau. Sie
holten wieder Holz zusammen von den Holzresten und Bäumen, die hier oben
standen. Im Dunkeln saßen Alle um das Lagerfeuer herum. Die Sterne leuchteten
und eine kühle Brise wehte zu ihnen herüber, so das sie das Gefühl hatten, es wäre noch kälter
als es eigentlich ist. Sie setzten sich etwas näher zusammen und ganz dicht ans
Feuer. Sie hatten noch etwas von dem Schwein über, welches sie tags zuvor
gejagt und über dem Lagerfeuer gegrillt hatten. „ Esst Männer. Die Muskeln
brauchen Energie. Wenn wir morgen vom Berg wieder hinabsteigen, kommen wir in
eine Gegend wo ein Fluss uns den ganzen Weg lang begleitet. Dann können wir uns
ein paar Fische jagen. Was glaubt ihr
wird uns der Fisch wohl schmecken?“ „ Aber mit Sicherheit:“ sagte Alle
zusammen. Ihnen lief in dem Moment das Wasser im Mund zusammen. Und mit diesen
guten Aussichten schliefen sie selig ein. In der Nacht wurde es noch kälter
hier oben. Einige von den Männern wurden zitternd wach. Sie bibberten am ganzen
Körper. Einer ging zum Feuer und legte ein paar Holzstücke nach. Das Feuer
wurde gleich größer und die Flammen stiegen höher Der Mann legte sich wieder
hin und schlief wieder ein. Aber so richtig konnte niemand mehr schlafen, weil
es einfach zu kalt war. Da nützten auch die dicken Decken nicht viel. Aber als
am Morgen die Sonne aufging waren alle froh dass sie diese Nacht hinter sich
gebracht hatten. Sie packten ihre sieben Sachen zusammen und Magnus ging wieder
vorne an erster Stelle. Sie gingen den Berg langsam hinunter und schauten
natürlich weiter nach etwas Blauen sich um.
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Aber alle freuten sich schon auf den Fisch, wenn sie das Tal
erreichten.
Und als sie das Tal erreichten waren auf einmal alle froh
und glücklich den Berg hinter sich gelassen zu haben. Hier an der Flussmündung
stellten sie ihre Zelte auf. Hier am Wasser wollten sie zwei Tage campieren.
Mühsam war die Wanderung bis jetzt und anstrengend. Hier wollten sie Alle wieder Kraft schöpfen sich wieder
fit machen für den weiteren weg. Es wusste ja wirklich keiner wo die Prinzessin
das blaue Band versteckt hatte.
Als erstes wollten sie Fische fangen für Abends über dem
Feuer. Einige der Männer gingen schwimmen im Fluss. Dann legten sie sich in die
Sonne und ließen sich von ihr trocknen. Sie waren alle gut drauf und genossen
die zwei freien Tage so zu sagen. Und am ersten Abend der Höhepunkt. Fisch so
viel sie essen konnten, frisch gefangen und gebraten. Das schmeckte Allen.
„ Du, Magnus. Wenn wir das blaue Band nicht finden bevor das
eine Jahr rum ist. Was Passiert denn dann?“ „Edgar, das will ich nicht hoffen.
Das wäre aber nicht so schlimm, als wenn Hector oder gar Achamed es finden.
Wenn niemand das blaue Band findet wird Prinzessin Geraldine Königin. Aber wir
haben ja ein Jahr Zeit.“ „ Und wenn Hector mit seinen Spürhunden das blaue band
vor uns findet?“ Dann müssen wir es ihm irgendwie wegnehmen, bevor er das
Schloss erreicht und das blaue Band der Prinzessin an ihr Fußgelenk legen
kann.“ „ Das wird aber nicht so einfach werden, weil Hector gut abgeschirmt
wird von seinen Begleitern.“ „ Und genau deshalb müssen wir das blaue Band als
erstes finden. Wenn wir es nicht als erstes finden, müssen wir es mit Gewalt
Hector entwenden.“
Magnus und seine Truppe gingen den nächsten Tag weiter. Und
Hector war ihnen weit voraus. Einige Tage später, als schon viele Ecken im Königreich
Sonnenland abgesucht wurden, kam Magnus ein schrecklicher Gedanke. Er fragte
Edgar: „Kann es sein, dass die Prinzessin ihr blaues Tuch im Schauderland
versteckt hat, aus dem Grund, weil wir nie denken könnten, dass die Prinzessin
sich ins Schauderland getraut hatte. Niemand war mehr im Schauderland seit
damals ein Mann hinein ging und nie wieder gesehen wurde. Achamed treibt dort
sein Unwesen. Vielleicht hat sie all ihren Mut aufgebracht um uns vor eine sehr
schwierige Aufgabe zu stellen. Nämlich wir müssten ins Schauderland mit all
seinen Gefahren, die das Land haben soll. Wir wissen ja nicht viel, nein wir
wissen gar nichts über dieses Land. Vielleicht ist es aber auch nicht so
schaurig.“ Edgar überlegte sehr lange und sagte dann zu Magnus: „ Ich folge dir
überall hin auch ins Schauderland.“
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„ Ich weiß:“ erwiderte Magnus. „ Aber begleiten mich die
anderen auch und will ich das überhaupt.“
Hector hatte nun schon fast das ganze Land mit seinen Leuten
und den Hunden abgesucht, aber ohne Erfolg. Nur im Schauderland hatte er noch
nicht geguckt. Hector war sich sicher, das blaue Band kann nur im Schauderland
versteckt worden sein. Aber er hatte nicht den richtigen Mut, deshalb wollte er
sich hier mit seinen Leuten verstecken und warten bis Magnus mit seinen Leuten
an der Grenze zum Schauderland ankam. Aber Magnus war schlauer. Er hatte den
Braten gerochen. Er wusste, dass Hector ein Angsthase war, und deshalb ritten
Magnus und seine Leute an eine andere Stelle der Grenze. Hector konnte sie
nicht gesehen haben. Als sie vor der Grenze standen sagte Magnus zu seinen
Leuten: „ Ich werde jetzt gleich in das Schauderland gehen mit meinem Pferd.
Niemand braucht mir folgen, es ist zu gefährlich.“ Edgar aber sagte sofort: „
Das hast du dir so gedacht, ich folge dir, Magnus.“ Und die anderen 10 Männer
sagten das gleiche. Magnus hatte wirklich starke Männer bei sich. Jeder
einzelne. „ Das ehrt euch sehr, Männer. Na gut. Wenn ihr meint.“ Und Edgar
sagte: „ Bis in den Tod folge ich dir, Magnus.“ Und die Anderen wiederholten
den Satz. „ Also gut. Männer. Aus Liebe zum Sonnenland.“ „ Aus Liebe zum
Sonnenland:“ sagten sie aus einem Mund.
Magnus ging als erster über die Grenze. Als er ein paar
Schritte in das Schauderland gemacht hatte, war es hier stockdunkel. Die
anderen folgten ihm langsam. Hier gab es nur Dunkelheit und kalt war es auch.
Als sie mitten in dem Waldstück waren, bewegten sich plötzlich die Bäume.
Magnus kriegte zuerst eine Backpfeife von einem Ast eines kleinen Baumes. Er
flog ein Meter auf den Boden. Nun fingen auch die anderen Bäume an die anderen
zu schlagen. Die Bäume schienen lebendig zu sein, oder geworden zu sein. Ein
Zaubertrick von Achamed? Auf jeden fall holte Magnus ein langes Schwert hervor
und kämpfte mit dem Baum, der ihn geschlagen hatte. Er schlug mehrfach auf die
Äste ein, die zu bluten anfingen. Aber so einfach war der Baum nicht zu
besiegen. Es gab einen heftigen Kampf. Aber als Magnus mit seinem Schwert in
den Baumstamm stieß, fiel der zu Boden. Er hatte mit seinem Schwert den Baum
besiegt. Und er sagte zu den anderen: „Habt ihr es gesehen. Macht es so wie
ich, dann hat der Baum keine Chance. Sie kämpften alle bis zum Umfallen. Ein
paar Bäume lagen schon tot auf dem Boden. Und nachdem einige Bäume besiegt
waren, flüchteten die anderen Bäume weit, weit nach hinten. Die erste Gefahr hatten
sie überstanden. Die anderen Bäume sahen, dass sie keine Chance hatten gegen
die Schwerter und Männer und die Bäume gingen ihnen aus dem Weg. Zu viele Bäume
waren schon tot. Es tat sich eine Lichtung auf.
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Die Männer gingen über diese Lichtung hinüber. Aber als sie
mitten in dieser Lichtung standen griffen sie auf einmal fliegende Drachen an,
die Feuer spuckten. Magnus hielt sein Schild hoch, so dass die Flammen auf dem
Schirm zurück prallten und an die Seite weg.
Schnell liefen sie von der Lichtung weg und sie stellten
sich hinter einen großen Hügel aus Matsch und Steinen. Dort blieben sie erst
einmal stehen. Es fing plötzlich an zu regnen. Und der Matsch rutschte von den
Steinen ab. Magnus staunte nicht schlecht, als ein blaues Band zum Vorschein
kam. Er hob den Stein auf wo das blaue Band drunter lag und steckte es in die
Hosentasche. „ Männer ich habe es gefunden:“ sagte Magnus leise. Die Anderen
wussten sofort wovon er sprach. „ Lasst uns auf dem schnellstem Weg zurück
reiten nach Wesen zum Schloss der Königin. Ich möchte das blaue Band der
Prinzessin um ihr Fußgelenk binden.“ Sie ritten wie von einer Tarantel
gestochen los. Auf dem Weg zurück durch das Schauderland, wurden sie von den
Drachen verfolgt aber sie waren schneller mit ihren Pferden. Die Drachen ließen
auch schon bald von den Reitern ab. Hector stand noch immer vor dem
Schauderland und hatte keine Ahnung dass Magnus mit seinen Leuten schon auf dem
Weg zum Schloss war. Als sie die Anderen Männer in der Weite sahen, war es
schon zu spät. Aber Hector versuchte trotzdem noch die Reiter um Magnus
einzuholen. Als Magnus und seine Männer kurz vor Wesen waren und Hector doch
noch näher kam, sagte Edgar zu Magnus:“ Reite du vorweg mit „ Blitz“. Mit
Magnus der schon so viele Rennen geritten war, kam niemand mehr mit. Er ritt in
den Hof des Schlosses und rannte zum Zimmer der Prinzessin. Und die war, obwohl
sie ja eigentlich nicht heiraten wollte, froh dass Magnus es war, der ihr das
blaue Band wieder brachte. Als er ihr das blaue Band um ihr Fußgelenk gemacht
hatte, umarmte sie ihn schon als er wieder oben bei ihr war. Und dann küssten
sie sich. Die Königin kam herein und lächelte und sagte: „ Jetzt heiratest du
wohl doch noch, oder?“ „ Was für eine Frage Mutter. Siehst du nicht wie
verliebt ich bin.“ „ Doch ich kenne deinen Gesichtsausdruck und dein Lachen,
wenn du glücklich bist.“
14 Tage später wurde geheiratet und Sonnenland bekam endlich
wieder eine feste Hand von einem überglücklichen König und einer noch
glücklicheren Königin. Und das war das Abenteuermärchen von dem blauen
Band.
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